Frage von Michael19881, 128

Arbeitgeber möchte, dass ich selbst kündige, was tun?

Hallo liebes Forum,

letzte Woche hatte ich ein Gespräch mit dem Chef. Er bot mir an, die Arbeit einer Kollegin zu machen, die in den Ruhestand gegangen ist.

Sie hat Entgeltgruppe 11, ich werde mit Entgeltgruppe 5 bezahlt für die gleiche Arbeit. Ich sagte, es sei völlig ok.

Ich habe der Arbeit zugestimmt.

Nun kommt der Chef heute auf mich zu. Er sagt, ich müsse nun gleich eine Kündigung schreiben und bei ihm abgeben, damit wir einen neuen Vertrag für den neuen Arbeitsplatz anfertigen, damit neue Aufgaben etc. dort aufgeführt sind.

Das Problem: am 09.11.2015 ist meine Probezeit von 6 Monaten zu ende. Mein vertrag ist ein unbefristeter vertrag mit 6 monaten Probezeit.

Er meint, es wäre unschön, wenn die Verwaltung kündigt. Er meint, ich müsse die Kündigung heute noch kurz ausdrucken und unterzeichnen.

Den neuen Vertrag möchte er aber etwas später geben.

Was kann ich tun? Was würdet ihr tun? Es handelt sich um den öffentlichen Dienst.

Antwort
von conelke, 128

Ich wäre ihm gegenüber ehrlich und würde ihm sagen, dass Dir unwohl bei dem Gedanken zu kündigen ist - ohne den neuen Vertrag direkt unterschreiben zu können. Du möchtest ihm nichts unterstellen, aber Du hättest es so gelernt und möchtest auf die Formalitäten gerne achten. Oder Du fragst wie hier schon erwähnt nach einer Änderungskündigung.

Antwort
von putzfee1, 117

Was dein Chef da sagt, ist Unsinn. Er muss nur eine Änderungskündigung schreiben und du musst sie unterschreiben. Kann es sein, dass dein Chef dich auf diesem Weg unkompliziert loswerden will? Lass dich nicht darauf ein, du musst deswegen keine Kündigung schreiben!

Kommentar von Michael19881 ,

Er sagt eine Kündigung des Arbeitgebers ist unschön.

Kommentar von putzfee1 ,

"Unschön"? An einer Änderungskündigung ist nichts unschön. Damit werden ganz einfach neue Vertragsbedingungen festgelegt. Wenn er einen Chefposten im öffentlichen Dienst bekleidet, müsste er das eigentlich wissen.

Ich denke auch, du solltest dich an den Betriebsrat wenden. Aber kündige auf gar keinen Fall!

Kommentar von putzfee1 ,

Dein Chef möchte dich ganz offensichtlich austricksen. Zu der Überzeugung bin ich gekommen, nachdem ich deine andere Frage zu dem Thema gelesen habe https://www.gutefrage.net/frage/mein-arbeitgeber-moechte-mich-nicht-mehr-beschae... Du solltest auf keinen Fall kündigen und zusätzlich solltest du dich unbedingt an einen Fachanwalt für Arbeitsrecht wenden und dem das Ganze schildern!

Kommentar von Michael19881 ,

Ich frage daher hier zu meiner eigenen Sicherheit nach. Natürlich werde ich selbst meinen Arbeitsvertrag nicht kündigen.

Kommentar von Familiengerd ,

@ Michael19881:

Du schreibst:

Mein vertrag ist ein unbefristeter vertrag mit 6 monaten Probezeit.

In einer früheren Frage vom 29.10 sagst Du aber:

Dennoch hat der Chef gesagt, dass für mich ein unbefristeter Vertrag nicht in Frage kommt, ich werde höchstens halbes Jahr weiterbeschäftigt und sollte mich dann nach einer Stelle umschauen.

Was hast Du denn nun: einen befristeten oder einen unbefristeten Vertrag?!?!

Kommentar von Familiengerd ,

@ Michael19881:

Für Deine Situation ist weder eine Kündigung durch den Arbeitgeber noch eine Kündigung durch Dich erforderlich, auch keine Änderungskündigung.

Es würde völlig ausreichen, Deinen bestehender Arbeitsvertrag an die neue Situation anzupassen und entsprechend zu ergänzen.

Das "riecht" nach einem üblen Trick!

Kommentar von Familiengerd ,

@ putzfee1:

Er muss nur eine Änderungskündigung schreiben und du musst sie unterschreiben.

Es ist weder eine Kündigung durch Arbeitgeber oder Arbeitnehmer noch eine Änderungskündigung notwendig, sondern lediglich - und das auch nur, weil es ratsam ist - eine entsprechende Ergänzung des bestehenden Arbeitsvertrages.

Änderungskündigungen (die Kündigung mit dem Angebot der Fortführung unter den geänderten Bedingungen) gibt es nur dann, wenn ein bestehendes Arbeitsverhältnis nur noch unter den geänderten Bedingungen überhaupt fortgeführt werden kann - davon ist hier aber keine Rede.

Kommentar von putzfee1 ,

Okay... ich kannte nur anders. Aber Tatsache ist ja wohl, dass dem Fragesteller nur abgeraten kann, selber zu kündigen, oder sehe ich das falsch?

Kommentar von Familiengerd ,

dem Fragesteller nur abgeraten werden kann, selber zu kündigen

Das ist selbstverständlich richtig!

So, wie sich die Situation anhört, "riecht" das geradezu nach einer üblen Überlistung!

Antwort
von Menuett, 46

Auf keinen Fall. Du kannst eine Änderungskündigung unterschreiben, aber auf gar keinen Fall eine reguläre.

Antwort
von aribaole, 87

Mit einer "Änderungskündigung" kannst du leben. Eine "normale" Kündigung würde ich NICHT machen.

Kommentar von Familiengerd ,

Es bedarf keiner Kündigungen, sondern nur einer Anpassung des bestehenden Arbeitsvertrags.

Änderungskündigungen (die Kündigung mit dem Angebot der Fortführung unter den geänderten Bedingungen) gibt es nur dann, wenn ein bestehendes Arbeitsverhältnis nur noch unter den geänderten Bedingungen überhaupt fortgeführt werden kann - davon ist hier aber keine Rede.

Antwort
von turalo, 106

Ich würde  nach einer Änderungkündigung fragen

Kommentar von Michael19881 ,

Er sagt eine Kündigung des Arbeitgebers ist unschön.

Kommentar von conelke ,

Eine Kündigung durch den Arbeitnehmer, wenn der neue Vertrag noch nciht vorliegt ist noch viel "unschöner". Auf gar keinen Fall machen. Es könnte ja auch sein, dass die neue Stelle ganz plötzlich wegrationalisiert wird. Und dann? Dein Chef sagt dann nur, dass es eine interne Entscheidung war, wo er nichts gegen machen kann. Komisches Verhalten Deines AGs.

Antwort
von kenibora, 82

Wie wäre es denn, wenn er Dir zunächst einen neuen Arbeitsvertragsentwurf vorlegt??? Den alten Vertrag kannst Du ja dann kündigen??!! "Erst neuer gegen alten Vertrag, würde nicht vorher kündigen". Könnte es nicht sein dass Du mit dem neuen Vertrag nicht einverstanden wirst, sein können oder möchten?

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