Frage von Ida2016, 92

Arbeitgeber kann mir meine wöchentliche Arbeitszeit nicht zur Verfügung stellen und verlangt hierfür Minusstinden?

Hallo! Ich bin Medizinische Fachangestellte und seit 10 Jahren festangestellt. Mein Arbeitsvertag wurde seit der Einstellung nicht schriftlich angepasst. In meinem Vertrag steht eine festgesetzte wöchentliche Stundenzahl von 38,5 Std. die praxisbedingt zustande kommt. Ich bekomme ein monatliches Festgehalt. Wir fahren ein drei Schichten Modell welches im wöchentlichen Rhythmus wechselt und jede Schicht ist zeitlich so eingesetzt, dass die wöchentliche Arbeitszeit festgesetzt ist. Ich persönlich arbeite so schon seit 8 Jahren in fester Routine und bin nach Absprachen flexibel ggf auch eine andere Schicht zu übernehmen.

Nun kommt es allerdings immer öfter vor, dass einer meiner Chefs seine Sprechzeiten spontan ändert. Das heisst er gibt spontan an wenn er nachmittags nicht kommt, früher Feierabend macht, dies ist bei uns grundsetzlich möglich, da mehrere Ärzte bei uns arbeiten und somit trotzdem die Sprechstunde gewehrleistet ist. Nun kommt es aber demnach oft vor, dass die Spätschicht bspw nur bis 18:00 arbeitet, weil besagter Arzt keine Abendsprechstd.macht oder früher gehen will. Ebenfalls wenn die Termine nicht voll wurden wird Feierabend gemacht. Dies bedeutet für die Spätschicht, die eigentlich ihre reguläre Arbeitszeit bis 20:00 Uhr hätte, 2Std. Minus aufschreiben muss. Ebenfalls werden wir täglich angehalten früher zu gehen wenn nichts los ist oder zu viel Personal eingeplant wurde. Ebenfalls mit Minusstunden. Leider ist es mir aber auch nicht gestattet meine Arbeitszeit selbständig anzupassen da sonst ggf zu viel Personal auf einmal da ist. Das Resultat ist: ich habe mittlerweile in manchen Wochen bis zu 5 Minusstunden weil mein Chef von mir verlangt, dass ich gehe oder weil er seine Arbeitszeiten ändert. Ich sehe das nicht ein, da es ja nicht mein Problem ist, wenn er private Verabredungen hat und somit die Sprechzeit vorzeitig beendet. Meinem Chef ist das egal, er meint ich bekomme ja mein festes Gehalt und die Minusstunden kann ich irgendwann ja wieder einholen. Aber ist es nicht sein Problem, wenn er mir nicht meine Stundenzahl in meinem festen Schichtmodel zur Verfügung stellen kann? Er erwartet doch auch von mir das ich in der Woche zu fest ausgemachten Zeiten komme und meine wöchentliche Stundenzahl einhalte. Was passiert mit sogenannten Überstunden? Wie gesagt, ich habe täglich feste Schichten, was passiert wenn ich Montags Minusstunden mache und Mittwochs bsp.eine Stunde spontan länger arbeiten muss? Darf ich diese mir als Plus aufschreiben oder muss ich diese unglücklicherweise mit den Montsgsminusstunden verrechnen?

Bin gespannt auf Antwort.

Vielen Dank!

Antwort
von macgun, 69

Frage: hast du dieser Vorgehensweise grundsätzlich zugestimmt - oder schriftlich vereinbart, dass du nach Hause gehst, wenn "keine" Arbeit ist?

wenn nicht: dann ist das eine "Dienstfreistellung" seitens deines Chefs und er muss dir den vollen Monatsbezug zahlen - egal ob Arbeit da ist oder nicht! Wenn keine Arbeit ist, kann dein Chef allerdings darauf bestehen, dass du trotzdem im Betrieb anwesend bist (lt. Arbeitvertragsstunden)

solltest du einmal zugestimmt haben, dass du "bei schönem Wetter" einmal deine "Gutstunden" aufbrauchen wirst, dann musst du auch Minusstunden (die mit deiner Zustimmung angefallen sind) so akzeptieren und abbauen, wenn er es will!

Aber um ganz sicher zu gehen, würde ich dir empfehlen, zu deiner Arbeitsvertretung zu gehen und dich da nochmals genau zu informieren!

Gruß macgun


Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten