Frage von SamyGol, 103

Arbeitgeber informierte die Krankenversicherung nicht über meine Versicherungspflichtige Beschäftigung. Welche Möglichkeiten habe ich?

Hallo,

ich habe von meiner Krankenversicherung Post bekommen, dass mein Arbeitgeber ihr nicht meldete, dass ich zum 1.Dez.15 versicherungspflichtig beschäftigt bin.

Zu meinem Fall:

Ich habe im Juni 2014 angefangen, als Werkstudentin bei meinem jetzigen Arbeitgeber zu arbeiten. Als ich im November 2015 kündigen wollte, hat er mir eine Führungsposition, Vollzeitstelle, zum 01. Dez. 15 angeboten, was ich dankend annahm. Infolgedessen fragte ich bei meiner Krankenversicherung nach, ob ich oder mein Arbeitgeber das neue Arbeitsverhältnis angeben müssen. Laut der Aussage der Versicherung hat mein Arbeitgeber die Pflicht.

Nun meine Fragen:

  1. Ab wann ist man ein versicherungspflichtig Beschäftigter?
  2. Ist dadurch eine betriebliche Übung bezüglich der Gehaltshöhe entstanden, falls mir keine Beiträge die letzten sechs Monate abgezogen wurden? (So wie ich meinen Chef kenne, wird er jetzt darauf bestehen mir die komplette Summe der letzten 6 Monate auf ein Mal von meinem Juni-Gehalt abzuziehen. da möchte ich wissen, was meine Rechte und Pflichten sind.
  3. Wie soll ich nun in der Sache vorgehen?

Vielen Dank schon Mal

LG

SamyGol

Antwort
von DerHans, 58

Für die ordnungsgemäße Abführung der Sozialbeiträge HAFTET der Arbeitgeber. Du hast doch deine Gehaltsabrechnungen, aus denen hervor geht, dass die Beiträge einbehalten wurden.

Wenn keine Beiträge abgezogen wurden, hättest du das natürlich längst bemerken und monieren müssen.

Antwort
von Messkreisfehler, 59

1) Jeder Arbeitnehmer der dessen Bruttoarbeitsentgelt die Versicherungspflichtgrenze nicht übersteigt ist ein versicherugspflichtig Beschäftigter.

2) Nein, "vergessene" Krankenkassenbeiträge kannst Du nicht als betriebliche Übung ansehen, die Beiträge musst Du also nachzahlen.

3) Mit dem Arbeitgeber sprechen, dass er die ganzen Beiträge nicht auf einmal von deinem Gehalt abzieht sondern das auf ein paar Monate verteilt und somit in Vorleistung tritt, schliesslich war es sein Verschulden (gleichzeitig hättest Du es auch, spätestens bei der 1. Gehaltsabrechnung sehen müssen)

Kommentar von DerHans ,

Auch wer über der Versicherungspflichtgrenze liegt, ist immer noch Angestellter. Bis zur Grenze zahlt er auch seine Beiträge.

Es ist vollkommen unverständlich wieso ein "leitender Angestellter" nicht bemerken kann, dass keine Krankenversicherungsbeiträge entrichtet werden.

was ist mit der Arbeitslosenversicherung?

Kommentar von Messkreisfehler ,

Auch wer über der Versicherungspflichtgrenze liegt, ist immer noch Angestellter.

Wo hab ich denn was anderes behauptet?

Kommentar von RudiRatlos67 ,

@ Hans

Wer die Sozialversicherungsplichtgrenze überschreitet muß nicht zwangsläufig die Krankenkenversicherung über den Arbeitgeber abführen lassen

Kommentar von DerHans ,

Das müsste er dann aber wissen. 

Und auch den Arbeitgeberzuschuss zur privaten Krankenversicherung beanspruchen

Antwort
von Navvie, 5

Hallo SamyGol!

Aufgrund Ihrer Schilderung stellt sich mir das bezüglich Ihrer Fragen so dar:

1) Versicherungspflichtig ist eine Beschäftigung ab dem Tag der Aufnahme einer Tätigkeit. Davon ausgenommen sind kurzfristige Beschäftigungen. Eine kurzfr. Beschäftigung hatten Sie nicht (2 Mon. im Jahr o. 50 Tage) als Werkstudentin.

Ich vermute, Sie hatten eine "Geringfüg. Beschäftigung". Auch die ist nicht beitragsfrei, jedenfalls nicht für Ihren AG. Diese sind pauschal vom AG an die Kasse abzuführen. Aber nicht an Ihre Kasse, sondern an die Bundesknappschaft.

Ab 01.12.15 haben Sie eine Vollzeitstelle angenommen; eine auch für Sie beitragspflichtige Tätigkeit. Das bedeutet aber, der AG darf die Beiträge (also seine und Ihre) nicht mehr einfach an die Knappschaft oder irgendeine Kasse abführen. Als AN haben Sie ein mind. 6-wöchiges Kassenwahlrecht.

Ihre Kasse hat recht, wenn sie sagt, der AG muss die Tätigkeit melden, allerdings muss der AG dazu erstmal wissen, an welche Kasse er denn abführen soll.

2) Die Frage ist etwas kompliziert ausgedrückt, aber ich denke, ich verstehe sie. Die Beitragszahlungen werden auf den zurückliegenden Zeitraum zurück gerechnet. Darauf hat Ihr Chef überhaupt keinen Einfluss, sondern geschieht per Gesetz. Sie werden also für keinen der zurückliegenden Monate unversichert sein. Was natürlich passieren kann, ist, dass ausstehende Beiträge nachgezahlt werden müssen. Aber auch das wird nicht unter einer Pfändungsgrenze liegen.

3) Falls noch nicht geschehen, beantragen Sie bei Ihrer Kasse eine Mitgliedsbescheinigung, die Ihre Kasse an die Personalstelle Ihres AG senden soll. Die meisten Kassen machen das auch auf tel. Antrag.

Das sollte das Problem lösen. Könnte allerdings ein paar Tage dauern.

Gruß Navvie

Antwort
von eulig, 33

bist du durch die Beschäftigung denn tatsächlich noch versicherungspflichtig? oder verdienst du so viel, dass du versicherungsfrei bist? wie hoch ist dein monatliches Bruttogehalt seit dem 1.12.? wie alt bist du?

Antwort
von jofischi, 56

Versicherungspflichtig bist du, wenn du Lohn oder Gehalt bekommst. Abhängig von der Höhe, kann dieser Betrag auch 0 sein. Dein AG muss auf jeden Fall seinen Anteil bezahlen.

Unverständlich:
falls mir keine Beiträge die letzten sechs Monate abgezogen wurden?
Du hast doch einen Nachweis über deinen Lohn erhalten, dort werden die gezahlten Beiträge angegeben. Wenn du keinerlei Nachweise hast, hat dich dein AG möglicherweise schwarz beschäftigt. Dann kommen Nachzahlungen auf dich und deinen AG zu und eine saftige Strafe wegen Steuerhinterziehung und Sozialbetrug.

Kommentar von SamyGol ,

Ok, ich habe nun meine Abrechnung für Mai hervorgeholt. Mir wird nur der RV-Beitrag vom Gehalt abgezogen und kein KV-Beitrag.

Was nun? 

Kommentar von ellaluise ,

Sieht immer noch nach Werkstudententätigkeit aus.

Bist du kein Student(in) mehr?

Kommentar von SamyGol ,

Nein, ich bin keine Studentin mehr!

Kommentar von DerHans ,

Das wäre nur denkbar, wenn du von vorne herein über der Beitragsbemessungsgrenze für die Krankenversicherung gelegen hättest. Das wäre dann aber GARANTIERT auch Vertragsbestandteil deines Arbeitsvertrages gewesen. Dann stände dir ja ein Beitrag des Arbeitgebers zu deiner privaten Krankenversicherung zu.

Um die Nachzahlung kommst du auf keinen Fall herum

Antwort
von Odenwald69, 39

sorry aber das habe ich noch nicht erlebt, was ist den das für eine firma  das würde ich mir genauer anschauen.

Der sackt deine Sozialversicherungsabgaben einfach ein ohne diese abzuführen ! das geht garnicht. 

Kommentar von DerHans ,

Und was ist das für ein "leitender Angestellter" der das nicht bemerkt? Was leitet der denn? Die Putzkolonne?

Kommentar von putzfee1 ,

Selbst der Vorarbeiter einer Putzkolonne weiß so etwas, stell dir das mal vor, @DerHans. Das sind normalerweise keine geistig minderbemittelten Menschen. Dein Kommentar ist herabwürdigend und überflüssig.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community