Frage von ZweiEuro, 89

Arbeitgeber hat mich abgezockt, was tun?

Hallo, da ich erst 17 bin habe ich keine große Ahnung wie man sich in so einer Situation verhalten soll.

Ich trage seit 10 Monaten Zeitungen aus, vor 2 Monaten Musste ich einen neuen Vertrag unterschreiben bzw. einen aktualisierten, in dem eine feste Arbeitszeit genannt wurde (für die Bezahlung) und ich somit keine Stundenzettel mehr ausfüllen muss. Seither habe ich bis jetzt für ganze 2 Monate 30€ bekommen (anstatt 180), auf einmal wurden mir auch Rentenbeiträge abgerechnet, jedoch steht in dem neu unterzeichneten Vertrag wörtlich "Mir ist bekannt, dass der Befreiungsantrag für alle von mir zeitgleich ausgeübten geringfügig entlohnten Beschäftigungen gilt und für die Dauer der Beschäftigung bindend ist, eine Rücknahme ist NICHT möglich." Beim Erstvertrag diesen Antrag auf Befreiung ausgefüllt und nun werden mir diese Beiträge eben doch abgebucht? Kann ich nicht ganz nachvollziehen obwohl ich nach gefragt habe und mir versichert wurde, dass alles so wie vorher sein würde. Hab schon mehrere E-Mails an meine "Ansprechpartnerin" in der Firma geschrieben, dass der Lohn fehlt, dass diese Beträge auf einmal abgezogen werden usw, aber es kam nie eine Reaktion geschweige denn Antwort Ihrerseits. Aber natürlich erwartet sie, dass ich irgendwo als eine Vertretung austrage, aber nicht im Büro (automatische Antwort) ist wenn ich eine Mail schreibe um nach Details zu fragen.... Drecksladen. Hab überlegt am Samstag nicht zu verteilen, bekomme ja eh kein Geld. Meine Mutter hat dort auch schon angerufen, als erstes wurde ihr gesagt, dass Geld wäre überwiesen worden (stimmt ja nicht), dann wären angeblich die Kontodaten falsch (stimmt auch nicht) und als letztes dann das man sich darum kümmern würde. Es ist immer noch kein Geld da.

Wie gesagt ich weiß nicht was ich machen soll, hab überlegt zu einem Anwalt zu gehen.

Hat jemand eine Idee?

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Hexle2, Community-Experte für Arbeit & Arbeitsrecht, 36

Schreibt dem AG einen Brief und schickt diesen per Einwurfeinschreiben (er gilt dann als zugestellt wenn er im Briefkasten der Firma liegt).

Setzt eine Frist von 7-10 Tagen und fordert den AG darin auf den Dir zustehenden Betrag innerhalb dieser Zeit auf Dein Konto zu überweisen.

Fordert die Korrektur der Abrechnung und verweist auf den zuvor unterschriebenen "Befreiungsantrag".

Dann schreibt Ihr noch dazu dass, sollte bis zum genannten Termin das Geld nicht korrekt eingegangen sein, Klage beim Arbeitsgericht erhoben wird und Du sämtliche Zustellungen (auch als Vertretung) ab diesem Termin einstellen wirst.

Leider versuchen viele AG gerade bei Minijobs die AN über den Tisch zu ziehen. Wenn sich jemand wehrt und seine Rechte kennt wird aber oft bezahlt. 

Kommentar von ZweiEuro ,

Danke für Deine Antwort.

Wie sollte der Brief denn aussehen? Einfach schreiben: "Bitte überweisen Sie bis XY den noch ausstehenden Lohn. Falls Sie dieser Aufforderung keine Folge leisten werden wir gerichtliche Schritte einleiten und die Zustellung meinerseits wird komplett eingestellt"?

Kommentar von Hexle2 ,

"........nachdem ich nach mehreren Mails und Telefonaten meinen mir zustehenden Lohn in Höhe von........für den Zeitraum vom....bis....immer noch nicht erhalten habe, mahne ich Sie hiermit ab und fordere Sie zur Zahlung des ausstehenden Betrags auf.

Sollte bis zum.......noch kein Zahlungseingang zu verzeichnen sein, werde ich Klage beim Arbeitsgericht erheben.

Korrigieren Sie bitte auch die fehlerhaften Abrechnungen bezüglich des Rentenbeitrags, da ich, wie Ihnen bekannt sein sollte, einen Befreiungsantrag gestellt habe.

Ich weise Sie auch darauf hin, dass ich sämtliche Zustellungen nach Ablauf der gestellten Frist einstellen werde, sollte die mir zustehende Zahlung nicht erfolgt sein."

Das ist mein Beispiel.

Kommentar von Hexle2 ,

Deine Kündigung (fristgerecht) kannst Du auch gleich dazu schreiben. Fristlos kannst Du erst kündigen nachdem Du abgemahnt hast und der AG nicht reagiert.

Kommentar von Hexle2 ,

Danke fürs Sternchen

Antwort
von Markus Galuschka, 23

Hallo, zwei Antworten sind bereits richtig, so würde ich Dir auch raten. Per Einwurfeinschreiben und unbedingt eine letzte Frist setzen!  Auch dann schreiben, dass Du dann ohne weiteren Hinweise rechtliche Schritte einleiten wirst bzw. Deine Eltern. Die müssen das in Deinen Namen machen, da Du noch nicht voll geschäftsfähig bist.

Zu der Antwort mit dem Anwalt. Ein Anwalt ist im ersten Schritt noch nicht nötig, da Dir beim Arbeitsgericht bei der Erstellung von der Klageschrift geholfen wird und dies ist erst mal kostenlos. Auch der Güte Termin bei Gericht ist erst mal kostenlos und es wird auch noch kein Anwalt benötigt. Du musst sowieso mit den Eltern hingehen.

Meistens zahlen dann solche Firmen wenn ein Schreiben vom Arbeitsgericht kommt, da sie genau wissen, dass es vor dem Gericht zu deren Ungunsten ausgeht.

Kommentar von ZweiEuro ,

Okay, danke für Deine Info! Kann ich da auch direkt meine (fristlose) Kündigung mit bei packen? Habe nämlich keine große Lust mehr auf dieses Theater...

Kommentar von Hexle2 ,

Fristlos geht erst nach Abmahnung

Antwort
von emil1415, 7

Hallo, nicht den Kopf hängen lassen. Es sind die ersten Erfahrungen die Du (oder besser gesagt vielleicht jeder mal gemacht hat) machen musstest. Nicht schön ist aber so.

In Deiner Angelegenheit ist bis jetzt alles richtig kommentiert worden.

Und dennoch gibt es da etwas was Du wissen solltest, von 130,00 € auf 30,00€ runter saubere "Leistung", bei einer Änderung des Vertrages, darf dieser nicht zwingend zu schlechteren Bedingungen ausgefertigt werden (Sittenwidrig) sprich das bei Gericht mit an.

Dir viel Glück aber noch mehr ERFOLG !!!

Antwort
von meinereiner100, 34

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So würd ich es machen:

Deine Erziehungsberechtigte(n) senden einen Brief per Einschreiben. (Du bist nicht geschäftstüchtig - Mails werden nicht beantwortet. Klagen kannst Du auch noch nicht.

In diesem Schreiben wird um Klärung gebeten und die ausstehende Zahlung unter Nennung einer Frist. angemahnt ( z.B eine Woche) - Wichtig: das Wort Mahnung muß dort stehen, weil Gerichte es sonst nicht als Mahnung ansehen können. (ich bitte sie mir das Geld zu überweisen ist keine Mahnung !!!)

Auch hier wäre seitens Deiner Eltern angebracht, zu schreiben, dass wenn der Lohn und eine nachvollziehbare Abrechnung ausbleiben würde, das man auch bereit wäre das  notfalls gerichtlich klären zu lassen.

Wenn Du am Samstag nicht arbeiten willst, was ich nachvollziehen kann, dann melde Dich am Freitag abend krank - nicht das man Dir von anderer Seite daraus ein Strick dreht  !!!!

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Antwort
von ErsterSchnee, 50

Warum gehst du nicht einfach "in den Laden" anstatt zum Anwalt? Du hast doch eh kein Geld, um den zu bezahlen...

Kommentar von ZweiEuro ,

Um dort hin zu kommen müsste ich 60km fahren, Anwalt könnten (und würden, wenn es sein muss) meine Eltern bezahlen

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