Frage von Padik95, 62

Arbeitgeber gibt keinen Arbeitsvertrag, Urlaub, Kündigung?

Hallo, Ich habe folgende Frage. Um es kurz zu machen, ich bin ca. 6 Monate in einem festen Arbeitsverhältnis, jedoch rückt der Arbeitgeber keinen Vertrag raus. Da ich momentan im Praktikum bin und mir diese einen Nebenjob bis zur Ausbildung angeboten haben, würde ich den gerne annehmen und den alten kündigen. Da ich diesen Monat keine 450€ verdienen werde wollte ich Urlaub haben, doch dieser sei nicht bezahlt. Meine Fragen: Kann ich jederzeit kündigen, da kein Arbeitsvertrag? ( kann die Fristen ja nicht nachlesen die " vereinbart " sind ) Und ist Urlaubsgeld gesetzlich geregelt ? Würde es ja gerne im Vertrag nachlesen, geht aber nicht .. Vielen Dank für eure Hilfe.

Antwort
von Allexandra0809, 43

Es spielt keine Rolle, ob Du einen schriftlichen Arbeitsvertrag hast. Es gelten hier die gesetzlichen Bestimmungen. Somit steht Dir für ein halbes Jahr auch der anteilige Urlaub zu, also mindestens 2 Wochen.

Antwort
von torstenro, 62

Sofern du einen nur mündlichen Arbeitsvertrag hast, gelten alle Regelunfen nach BGB. Ich empfehle dir jedoch einen Fachanwalt fpr Arbeitsrecht hinzuzuziehen

Kommentar von skychecker ,

Immer diese sehr frühen Verweise auf einen Anwalt...

Zum einen ist hier noch nichts passiert, was das rechtfertigen würde.
Es macht durchaus Sinn, wenn man vor der Anwaltskeule zunächst vernünftig miteinander redet.

Weiterhin sollte man kurz überschlagen, über welche Summen man hier spricht und ob es dann überhaupt Sinn macht, einen Anwalt auf eigene Kosten einzuschalten.

Antwort
von angy2001, 49

Du hast einen mündlichen Arbeitsvertrag - 4 Wochen Kündigungsfrist zum 15. oder Monatsende und 24 Urlaub (gerechnet auf eine 6-Tage-Woche). Es greifen dann die Regelungen des BGB. Der lohn wurde gezahlt und angenommen, die Höhe kann daher auch belegt werden.

Kommentar von Padik95 ,

Ich habe eine 2-3 Tage Woche also Anspruch auf 12 Tage ? 

Und Urlaub MUSS ? Bezahlt werden ? 

Kommentar von angy2001 ,

Bei einer 5-Tage-Woche sind es 20 Tage gesetzlicher bezahlter Mindesturlaub im Jahr. Das sind 4 Wochen im Jahr. Bei der Berechnung des anteiligen Urlaubs muss man sehen, ob du eher 2 oder 3 Tage arbeitest und dann anteilig rechnen. Du hast dort 6 Monate gearbeitet und keine 12 - die Berechnung wird also nicht ganz einfach. Es gibt auch noch Sonderregelungen... alles um Bundesurlaubsgesetz geregelt.

Und ja, gesetzlicher Urlaub muss bezahlt werden vom AG.

Antwort
von BrutalNormal, 52

AG, der keinen AV rausrückt?

Kündige und verlange die Überweisung mit einem 10-fachen Stundensatz für 10-mal soviel Urlaub bitte an dein Konto auszuzahlen.

Der AG wird schon mit einem Vertrag kommen.

Kommentar von Padik95 ,

Haha wenn das mal so leicht wäre 😏

Kommentar von BrutalNormal ,

Das war überspitzt gesagt. Aber ja, es ist so leicht, denn wie will der AG ohne Vertrag etwas beweisen vor Gericht?

Er hat ja keinen AV, den du unterschrieben hast! Er ist in der Beweispflicht. Bevor dich dein schlauer AG in die Pfanne haut, hau du ihn rein, denn die Karten spielen eindeutig für dich und es nicht dein Problem, dass er das nicht weiß.

Kommentar von Familiengerd ,

Das war überspitzt gesagt. Aber ja, es ist so leicht, denn wie will der AG ohne Vertrag etwas beweisen vor Gericht?

Der Arbeitnehmer kann auch nichts beweisen!

Er ist in der Beweispflicht.

Wie kommst Du dazu? Wenn der Arbeitnehmer bei einer Klage bestimmte Bedingungen behauptet, muss er sie beweisen!

Es gelten die gesetzlichen Bestimmungen als Mindeststandards, wenn schriftlich nichts geregelt ist!

Kommentar von BrutalNormal ,

Das sehe und kenne ich wirklich anders, sowohl aus der Vorlesung, wie auch aus der Praxis.

Wie kommst du denn darauf, dass der AN beweisen muss, wie viele Urlaubstage er ausgehandelt hat oder wie hoch sein Lohn ist, wenn der AG doch keinen AV ausgehändigt hat (wozu er innerhalb eines Monats verpflichtet ist, sofern die Arbeit auch länger dauert als dieser Monat)? 

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