Frage von socerer, 49

Arbeitgeber bringt mich um mein Recht und in finanzielle Not?

Ich war Elternzeitvertretung und erhalte nach Rückkehr der Mutter eine Halbtagsstelle und wurde entfristet, da die Kollegin nicht mehr Ganztags arbeiten möchte. Zeitgleich hat ein Kollege gekündigt und ich stellte einen Antrag auf Stundenerhöhung bei der Geschäftsleitung. Ich bin dienstältester mit entsprechenden Ansprüchen, was auch mein AG so sieht, daher wurden mir die Stunden zugesagt und ich wechselte freiwillig in die Schicht in der die Stelle fehlt. Nun erfahre ich 14 Tage vorher über den Aushang des Dienstplans, das ich ab Juli doch auf Halbtags komm, was mir finanziell die Beine weg haut, da im Juli neben dem Urlaubsgeld auch Tarifnachzahlungen fällig werden.

Als Begründung heißt es, mit der einen Hälfte der std überlege man eine Fachkraft anzulocken, da bislang nur eine halbe Stelle ausgeschrieben sei und man dafür noch keine Fachkraft gefunden habe die bereit wäre in unseren ländlichen Raum zu ziehen und die anderen 50% wolle man sich erstmal offen halten, da wohl eine Kollegin, die wegen der Auftragslage für 3 Monate befristet eingestellt war gerne bleiben würde und eine andere Kollegin (die lange nach mir dort anfing) mehr Stunden möchte, da es sich aufgrund ihrer Fahrzeit kaum lohne zur arbeit zu kommen und das müsste ich doch berücksichtigen..

Also spielt der AG jetzt auf Zeit und das auf Kosten meiner Brieftasche und Nerven und das will ich so nicht hinnehmen!

  1. Mir wurde die Stelle zugesagt, dafür gibt es mehr als genug Zeugen und anders als im normalen Vertragsrecht liegt zwischen AG und AN doch ein Vertrauensverhältnis vor auf das ich mich berufen kann oder? Außerdem sind wir ein Tochterunternehmen mit festgeschriebenem Mitarbeiterkontingent, dh die Stunden liegen da und sind wegen bomben Auftragslage und hohem Arbeitsaufwand auch nicht weg zu reden.

  2. Ich wollte zum 1.7. in die ver.di eintreten, da sie unsere Haustarifverträge aushandelt. Kann man so eine Beitrittserklärung nicht unter gewissen Umständen rückdatieren, um die Hilfe eines Fachanwaltes in Anspruch zu nehmen?

Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen das dies so rechtens ist was da mit mir gemacht wird, zumal es gang und gäbe ist, das bei uns arbeitszeitliche Änderungen nach einem Gespräch "mit Handschlag" besiegelt werden und die Schriftform zu einer kurzfristigen Formalität wird.

Von unserm arbeitgeberfreundlichen Betriebsrat ist jedenfalls nicht viel Hilfe zu erwarten. Auch die sind der Meinung das der AG kaum drum rum kommt mir die std zu geben und es nur eine Frage der Zeit sei, doch wenn ich eins nicht hab, dann Zeit..

Antwort
von Ernsterwin, 6

Wenn mit Hilfe des Betriebsrats keine Lösung möglich ist, reiche umgehend Klage beim Arbeitsgericht ein. Die Rechtsantragsstelle dort wird Dir helfen. Dazu brauchst Du keinen Anwalt, musst allerdings Deinen Teil der Gerichtskosten tragen, falls Du keine Rechtsschutzversicherung hast.

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