Frage von eddiepoole, 107

Arbeitet der ADAC mit Erpressern?

Ich musste wegen einem größeren Schaden den ADAC rufen. Die haben einen Abschlepplaster von Autohaus FESER geschickt. Der Mann hat mein Auto aufgeladen und zum Zielort gebracht. Dort wollte er aber erst mal bar 80 Euro Reinigungsgebühr für die Reinigung seiner Ladefläche, weil Öl ausläuft. Sein Statement: sonst darf ich das Auto nicht abladen.

Interessanterweise hatte er aber nicht das geringste Problem damit, das Auto aufzuladen trotz massiven Ölverlusts (den er schon vor dem Aufladen bekämpfen musste). Er hat mich vor dem Aufladen nicht darauf hingewiesen, dass eine Reinigungsgebühr fällig wird, für die der ADAC nicht aufkommt. Er hatte nur im Nachhinein ein Problem damit das Auto wieder abzuladen, ehe ich bezahle.

Ich habe mich später noch etwas geärgert, weil ich nicht im nachhinein noch binnen angemessener Frist Widerspruch eingelegt habe. Aber auch wenn der Zug abgefahren ist, interssiert es mich trotzdem: Wie ist sein Verhalten juristisch einzuordnen? Ist das Erpressung? Das Lustigste ist, dass er für die Quittung sogar noch eine Unterschrift von mir wollte, die ich ihm verweigert habe. (Was habe ich davon, wenn ich mit meiner Unterschrift die Zahlung bestätige?)

Ein Anruf bei ADAC hat am nächsten Tag meine Ahnungen nur bestätigt. Der Telefonist hat - wie einstudiert - runtergeleihert, dass der Fahrer ein gutes Recht darauf habe, sich die Reinigung seiner Ladefläche bezahlen zu lassen. Riecht sehr nach Massenbetrug.

Antwort
von Dommie1306, 37

Also ohne jetzt eine Gesetzesstelle zitieren zu können, denke ich, dass das keine Erpressung darstellt. Ein Abschleppunternehmen hat z.B. das Recht, die Herausgabe des Fahrzeugs zu verweigern, bis die Abschleppkosten bezahlt wurden. Könnte mir daher vorstellen, dass dies auch für Reinigungskosten zutrifft. Der ADAC hat damit sicher gar nichts zu tun;) Aber wenn sich ein Vertragspartner vom ADAC so.... "unprofessionell" verhält, wäre ein Brief mit Bitte um rechtliche Würdigung an ADAC selber nicht verkehrt...

Antwort
von noname68, 85

gehe mit diesem vorfall doch mal zu einem redakteuer einer hiesigen zeitung. nach dem riesen-skandal im letzten jahr wird sich der adac freuen, wenn die presse jetzt neue schweinereien, und sei es auch nur durch adac-partner, aufdeckt.

allerdings ist es etwas blauäugig von dir, bei einem gravierenden ölverlust nicht mit folgekosten durch das ausgelaufene öl zu rechnen, egal bei wem. dafür bist zuerst immer du verantwortlich, weil es eben dein auto ist.


Kommentar von eddiepoole ,

blauäugig war es nur zu bezahlen glaube ich. ich hätte die polizei rufen sollen. der darf mir doch nicht mein eigentum vorenthalten, um 80 euro bargeld zu erpressen. das ist schutzgelderpressung. ob 80 euro angemessen sind, ist die nächste frage. seine ladefläche war ja nicht aus velours. das meiste öl war vorher auf die strasse gelaufen, darum hat er sich sehr unzureichend gekümmert und die kosten dafür waren inklusive. aber für seine ladefläche... wir reden doch nicht von seinem esszimmer. wir reden von ein paar tropfen öl auf glatter oberfläche.

Antwort
von Gerhardraet, 77

Ich finde, daß Du weitaus übertreibst. Und von "Massenbetrug" kann da keine Rede sein. Einer, der sich ein Auto leisten kann. sollte kein Schüler sein, der von Taschengeld lebt. Daher sind die 80 Eu keine "Erpressung" sondern Zusatzaufwand.

Kommentar von eddiepoole ,

Was ist denn eine weitaus Übertreibung???

Der gute Mann hat mir mein Eigentum vorenthalten um an Geld zu kommen. Und über die 80 Euro gab es vorher keine Einigung. Damit fehlt ein wesentlicher Bestandteil eines gültigen Vertrags. Den Zusatzaufwand kann er ja verlangen, aber dann muss er es auch vorher sagen.

Kommentar von Gerhardraet ,

Das ist bei weitem nicht so simpel. Es gibt z.B. das Pfandrecht eines Vermieters am Eigentum des Mieters, wenn der nicht zahlt. Es gibt auch ein Pfandrecht der Werkstatt am Auto, wenn die Reparaturrechnung nicht bezahlt wird.

Ein komplett ölverschmierter Abschleppwagen steht durchaus mit Reinigungskosten von 80 Eu in akzeptablen Verhältnis. Es ist gar nicht so leicht, solchen Dreck fachgerecht zu entsorgen.

Erpressung ist was völlig anderes. Wenn jemand ein Kind entführt und Lösegeld verlangt, wäre das Erpressung. Sowas liegt überhaupt nicht vor - hier ist klar, daß das Geld für eine adäquate Leistung verwendet wird.

Kommentar von eddiepoole ,

okay, aber er muss doch trotzdem wissen, was er da macht wenn er ein undichtes auto auflädt. er muss er mich doch informieren, dass reinigungskosten nicht vom adac übernommen werden. wenn er das nicht getan hat und mich auch nicht gewarnt hat, dass er mir mein auto nicht wieder gibt. wie ist das juristisch einzustufen? das ist ja gerade meine frage.

(übrigens haben wir das auto nicht ausgewrungen, es ging um ein paar tropfen öl, das darf man mir ruhig glauben)

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