Frage von 5tesRad, 43

Arbeiten zu müssen, macht mich seelisch kaputt. Kennt das jemand?

Hallo,

also zuerst einmal will ich sagen, dass ich kein fauler Mensch bin (ein bisschen bequem vielleicht). Ich arbeite jetzt seit durchgehend ca. 12 Jahre in einer Firma (als Maschinenführer). Ich habe auch kein Problem mit meiner Arbeit. Sie ist relativ frei von körperlicher Anstrengung und auch der Stress hält sich in Grenzen. Mit meinen Kollegen komme ich auch ziemlich gut aus. Relativ guter Verdienst bei nur 35Std/Woche.

Ihr seht, ich habe eigentlich keinen Grund, mich zu beklagen. Im Gegenteil, ich weiß, dass ich eigentlich ziemlich viel Glück mit meinem Job hatte.

Aber jetzt zum Problem: Arbeiten zu gehen belastet mich mittlerweile sehr. Das ist auch nicht nur eine Phase, das geht schon seit ein paar Jahren so. Ich fühle mich einfach total unglücklich dabei. Das geht manchmal sogar soweit, dass ich Suizidgedanken habe, weil mir das alles zu viel ist und ich lieber tot wäre, als diesen Arbeitstrott noch jahrelang mitmachen zu müssen.

Ich denke nicht, dass ich es tun würde (bin da eh zu feige dafür), aber allein die Tatsache, dass ich da ernsthaft drüber nachdenke, macht mir Angst. Ich habe einfach keine Lust mehr darauf, jeden Tag 8 Stunden arbeiten zu müssen, um ein einigermaßen anständiges Leben führen zu können.

Mir ist das einfach alles zu viel irgendwie. Ich denke einfach, dass es Menschen gibt (wie mich), denen es mit Arbeit psychisch nicht gut geht. Mit diesem Zwang meine ich. Leider wird so jemand dann aber schlichtweg als faul bezeichnet werden, denke ich mal.

Genauso wie es eben Leute gibt, die sehr gerne arbeiten und denen es ohne Arbeit schlecht geht, weil sie das irgendwie brauchen, um sich nützlich zu fühlen.

Menschen sind zum Teil eben extrem unterschiedlich.

Wie seht ihr das? Geht es anderen von Euch auch so?

Antwort
von SteffiBochum, 30

Hi 5tesRad!

Also zu Anfang möchte ich erwähnen, dass das hier alles nur Vermutungen sind. Ich will dir nichts unterstellen! ☺ Aber vielleicht erkennst du dich ja in einem Teil davon wieder und es kann dir bei der Klärung der Ursache deines Dilemmas weiterhelfen. Hoffe ich zumindest! 😉

Ich denke, dass es Menschen gibt, die schon allein von ihrer Persönlichkeit her ehrgeizig und zielstrebig sind und solche, welche eher gemütlicher/bequemer sind und von vielen Leuten evtl. als "faul" bezeichnet werden könnten. Natürlich gibt es auch Menschen, die weniger Belastbar sind als andere. Das kann man an sich nicht oder nur schwer beeinflussen, denke ich. Ich glaube aber auch, dass die Art der Tätigkeit, welche man ausübt (also wie man diese sieht/empfindet oder vielleicht wie diese von der Gesellschaft bewertet wird), die Ziele welche man verfolgt und die Erholung/der Ausgleich von der Arbeit, welche/n man sich gönnt, großen Einfluss auf die Zufriedenheit und Sinngebung haben können. Und daran kann man glücklicherweise arbeiten. ☺

Ich kann mir vorstellen, dass es vielleicht daran liegen könnte, dass dich deine Arbeit nicht erfüllt, du also keinen Sinn darin erkennst, da du immer die gleichen wiederkehrenden Aufgaben erledigen musst. Auch, wenn deine Tätigkeit dir ansonsten angenehm erscheint. Es bringt dich vielleicht nur einfach nicht weiter und deine Motivation ist dir nach einer Weile abhanden gekommen. Denn jeder Mensch braucht das Gefühl einer sinnvollen Tätigkeit. Damit will ich nicht sagen, dass deine Tätigkeit sinnlos ist! Aber vielleicht kommt es dir in irgendeiner Weise so vor, da du evtl. nachhaltig nichts bewirkst. Oder du erhältst für deine Aufgabenerledigung auf der Arbeit (z.B. von deinem Chef oder den KollegInnen) oder gar für deinen Beruf in der Gesellschaft wenig Anerkennung. Du könntest ein Mensch sein, dem das nicht ausreicht. Oder deine Motivation ist dir durch die wiederkehrenden Aufgaben abhanden gekommen, sodass dir langweilig geworden ist, da sie dir anspruchslos vorkommen.

Weißt du denn noch, wann in etwa deine Unzufriedenheit bzw. das Gefühl der Überforderung mit deiner Situation, begonnen hat? Hat sich zu diesem Zeitpunkt oder kurz vorher etwas in deinem Leben geändert? Hast du vielleicht ein Hobby aufgegeben oder etwas anderes, was du als Sinngebend bezeichnen würdest, wie z.B. ein Ziel, auf welches du dich gefreut und hingearbeitet hast? Oder, dass du bzgl. einer Beförderung die Hoffnung aufgegeben hast? Oder, oder, oder, ... Das kann natürlich sehr viele Gründe haben.

Du solltest der Ursache auf alle Fälle auf den Grund gehen und überlegen, ob es wohl etwas gäbe, dass dir Freude bereiten könnte. Etwas, wofür du gerne aufstehst und wozu du dich motivieren kannst. Das könnte ein Hobby, Weiterbildungen, eine Umschulung/Studium, eine Selbstständigkeit oder ein anderes Ziel in deinem Leben sein. Mir ist bewusst, dass es nicht einfach und oftmals (vor allem finanziell) unmöglich ist, etwas Grundlegendes zu ändern. Aber vielleicht könnte ja schon ein neues Ziel oder eine neue Freizeitbeschäftigung Abhilfe schaffen. Sodass du z.B. mit einem neuen Hobby einen Ausgleich zur Arbeit schaffst, aus welchem du Kraft schöpfen und mithilfe dessen du dich erholen kannst. Oder etwas worauf du unbedingt hinarbeiten möchtest. ☺

Wäre denn ein Leben ohne eine Arbeit für dich eine Alternative? Mal ganz abgesehen von dem Finanziellen: Wie sähe dein Alltag und die Anerkennung, die dir zuteil werden würde, aus? Und würde es dich tatsächlich zufriedener und optimistischer, im Hinblick auf deine Zukunft/deinen Alltag, stimmen? Ich kann mir vorstellen, dass das Leben einem dann schnell langweilig und sinnlos vorkommen würde. Irgendwie wäre man dann ja nutzlos. Ewigkeiten auf diese Weise weiterzumachen wäre, zumindest für mich, eine noch inakzeptablere Alternative.

Falls dir die tägliche/wöchentliche Arbeitszeit (ganz unabhängig von Arbeitsinhalten, Motivation, etc.) zu viel erscheint und du dich deshalb permanent überbelastet/überfordert fühlst, kann das auf Dauer natürlich sehr schädlich sein und mir fällt keine andere Lösung ein, als die Arbeitszeit zu verkürzen, damit du auf lange Sicht keine psychischen Schäden davonträgst.

Vielleicht stellst du dir diese Fragen und denkst darüber nach. Es könnte ja helfen dem Ganzen auf den Grund zu gehen.

Falls du alleine nicht weiterkommst, kann dir ein Therapeut vielleicht bei der Ursachenforschung und Lösungsfindung weiterhelfen. Sowas kann enorm hilfreich sein.

Und gib die Hoffnung nicht auf. Es gibt immer Alternativen und Möglichkeiten. Du musst sie nur finden und am Schopfe packen! 😊😉

Ich wünsche Dir alles Gute! LG, Steffi :)

Kommentar von SteffiBochum ,

Ich las gerade in deiner anderen Frage etwas von sozialer Phobie und Depressionen. Da ist es anscheinend kein Wunder, dass du dich jeden Tag zu deiner Arbeitsstelle schleppen musst. 😞Ich würde dir eine Therapie ganz dringend ans Herz legen. Andernfalls machst du dich auf diesem Wege kaputt.

Alles Gute für dich!

Antwort
von Berlinfee15, 29

...Arbeiten zu müssen, macht mich seelisch kaputt....

Guten Morgen 5tesRad,

Deine Anfangsbeschreibung klingt doch nicht negativ, wobei  Trott sich anscheinend eingenistet hat. Doch eine 35Std/Woche ist immer zu bewältigen, auch dann, wenn "dunkle Wolken" Dich seit einiger Zeit begleiten.

Könnte evtl. eine Auszeit hier Abhilfe schaffen?  Vielleicht aber auch das privat Leben mehr in den Vordergrund zwingen!?

Die Vorstellung arbeitslos zu sein, wird Dich sicherlich ebenso wenig beglücken, denn zum Leben/Lebensinhalt gehören auch Verpflichtungen, die wir (die Mehrheit jedenfalls) auch mit  "stereotypen" Alltagseinsätzen bewältigen müssen.

Ein nicht ausgefülltes Leben bringt auch keinen Kick sondern einen anderen Frust dazu Unzufriedenheit u. pendelnde Langeweile.

Du solltest (D)einen inneren Kern auf postitiv (um)stellen und evtl. mal darüber nachdenken, ob Du in Deinem Job entsprechend gefordert wirst.

Vielleicht liegt hier der Knackpunkt Deiner momentanen Einstellung!?

Doch besser Arbeitstrott als arbeitssuchend.....denn eine gewisse Sicherheit gibt und leitet Impulse, die Du für deine Gegenwart/Zukunf benötigst.

Steck Deinen Kopf nicht in den Sand. Du wirst mit Sicherheit Deine "Schwäche" überwinden.

ALLES GUTE!


Antwort
von PrincipessaCS, 14

Ich könnte mir vorstellen, dass ein Wechsel des Arbeitsplatzes Dir die Eintönigkeit nimmt und wegen der neuen Herausforderungen Dir frischen Schwung gibt. Vielleicht gibt es ja in Deiner Firma ab und zu eine Möglichkeit in eine andere Abteilung zu kommen.

Wie Du so berichtest, scheint für mich der gleichbleibende Trott das Problem zu sein. Du brauchst neue Ziele und Erfahrungen um wieder Highlights zu erleben. 

Das kann auch ein neues Hobby sein, das Deine Arbeit dann in den Hintergrund schiebt. Du solltest auf jeden Fall was in der Richtung ändern sonst verblödet man nur.

Antwort
von monak664, 12

Omg mir geht es ganz genauso...immer dieser zwang das machen zu müssen und nicht das tun zu dürfen was man machen will...den dafür bräuchte man Geld...und immer diese kontrolliererei von staat und der Arbeit...ich kann dich volkommen verstehen...es macht mich auch psychisch fertig aber was sollen wir machen...um gut leben zu können brauchen wir das Geld und ich war schon mal kurz davor alles hinzuschmeißen und so weiter...hab schon mit den Gedanken gespielt ne Bank auszurauben und mein Leben zu genießen...aber ist leider Schwachsinn

Antwort
von oliversams, 43

Ja ich kenne das nur zu gut, das wachst morgens auf mit dem schlechten Gefühl im Magen und Lunge und du willst am liebsten im Bett bleiben...

Antwort
von Ille1811, 17

Hallo!

Du hast bei den Themen "Alkohol" stehen.

Kann es sein, dass du trinkst, um mit der Situation klar zu kommen?

Dann ist nicht die Arbeit, sondern der Alkohol dein Problem!

Nimm Hilfe an, um vom Alkohol loszukommen. Dann wirst du auch gern arbeiten!

Es ist keine Schande, krank zu sein - es ist aber eine Schande, nichts dagegen zu tun!

Kommentar von 5tesRad ,

Echt, ich habe Alkohol in meinen Themen stehen?

Das muss ein Versehen sein, bin ganz neu hier.

Ich habe kein Problem mit Alkohol, trinke eigentlich sehr selten was.

Antwort
von mindlessbreit, 31

ich hab mir deinen text nicht durchgelesen. aber die ausgangsfrage kann ich ganz klar mit ja beantworten

ich hab irgendwann mal ein unbestimmtes buch gelesen.... ich denk es war eines von bodo schäfer, der in der zwischenzeit wegen betrug verurteilt wurde... die kernaussage war aber wahrscheinlich nicht illegal... 

die kernaussage war... durch arbeiten wird man nicht reich

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