Frage von hubachu, 9

Arbeiten unter elektrische Spannung?

Hi Community,

  1. Stimmen folgende Angaben? Bis 50V AC bzw. 120V DC darf man als Laie selbst ran. Danach nur als Fachmann.
  2. Wie wird man zu so einer "elektrotechnisch unterwiesenen Person"? Ist dafür der Abschluss einer Ausbildung notwendig, oder reicht eine kurze Schulung eines Fachmanns.

Für die, die es interessiert was ich vor habe: Ich lege gerade den Antrieb eines Bootes mit einem Synchronmotor aus und würde gerne wissen ob ich selbst ran darf. Bei 50V AC für etwa 500W wird mir der Strom ein wenig zu hoch. :/

Mfg hubachu

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Expertenantwort
von Peppie85, Community-Experte für Elektronik, 9

NEIN! das gilt schon lange nicht mehr. mittlerweile werden systeme und anlagen individuell nach gefahrenlage beurteilt. so darfst du z.B. als Laie nicht an eine Akkubank einer solaranlage, auch wenn diese "NUR" eine nennspannung von 48 volt hat. die kurzschlusströme sind hier maßgeblich.

lg, Anna

Kommentar von hubachu ,

Ah ok. Das sehe ich ein, dass man das individuell abschätzen muss. Habe schon gesehen wie jemand mit einer Autobatterie geschweißt hat und die haben ja auch nicht die höchste Spannung.

Meine Quelle war folgende Seite und die Aussage eines Kollegen.

https://www.haufe.de/arbeitsschutz/arbeitsschutz-office/spannung_idesk_PI957_HI2...

Expertenantwort
von realistir, Community-Experte für Elektronik, 4

warum machen es manche so kompliziert?

Gelten die Tennis- oder Fussballregeln für dich als Privatmann, oder nur für die jeweiligen beruflichen Teilnehmer?

Klar. man versucht übergeordnet ein wenig Ordung in so manches zu bringen, das nicht einfach so im BGB geregelt werden kann.

Als technisch unterwiesene Person gilst du, wenn du die Regeln der Technik kennst und erklären kannst. Das muss nicht unbedingt eine Prüfungskommission sein. Du brauchtest auch keinen Fachmann als Ausbilder, du musst nur entsprechende Fachfragen beantworten können. Du.

Bedenkene vor allem eines. Alles ist relativ und alles ist Menschenwerk. Somit auch mancher Unsinn! Ich kenne als Fachmann sehr viele Regeln, trotzdem sind manche geradezu hirnrissig formuliert, bzw unterliegen etlichen Änderungen die man mitunter auch als Stand der Technik beschreibt.

Es gibt nichts perfektes auf der Welt!
Schon garnicht wenn irgendein Mensch seine Finger oder Gedanken da drin hatte.

Fachmänner /Fachfrauen ist nur eine Bezeichnung die aussagt, diese Personen hatten eine fachliche Ausbildung, sonst nichts.
Dies sagt nichts aus, über die Ausbildung, ob die Person es verstanden hat usw. Es ist nur von fachlicher Ausbildung die Rede, sonst nichts.

Weswegen so viele Personen dann davon ausgehen, ein Hals und Ohrenarzt sei für alles medizinische geeignet -nur mal so als Beispiel- kann ich nicht nachvollziehen.

Ähnlich wie in der Medizin gibt es auch in der Elektrotechnik unendlich viele Fachbereiche und nicht jeder Fachhandwerker oder Fachmann ist für jedes Fach geeignet.

Zurück zu dir, deiner Frage.
Wie beurteilst du deine fachlichen Kenntnisse in deinem Handlungsbereich?
Welches Grundwissen könnte hinterfragt werden, welche Tätigkeiten sind bei deinen Vorhaben nötig und welche fachlichen Voraussetzungen solltest du dafür haben?

Normalerweise muss niemand unter Spannung arbeiten. Das fängt erst bei eventueller Fehlersuche im System an. Wenn du weißt, was du zu tun hast und vor allem, was in diesem und jenem Falle nicht, kann dir kaum etwas passieren.

Risikominimierung. Was anderes sind auch die Fachausbildungen nicht! Nur redet so niemand darüber ;-)

Ich habe noch eine spezielle Frage. Woher kommen denn die 50 Volt AC und wie sieht es bezüglich "Berührungsschutz" in diesem System aus?

Kommentar von hubachu ,

Danke für die ausführliche Antwort. Hatte eigentlich knappe juristische Antworten erwartet, aber wenn hier jemand Erfahrungen in seine Antwort reinbringt und nicht alles so Schwarz und weiß darstellt, dann hilft mir das mehr.

Mit "unter Spannung" ist natürlich kein Aufbauen gemeint, da kann man die Quelle (Batterie) entfernen. Aber ich soll später das ganze testen und analysieren. 

Woher kommen denn die 50 Volt AC? Falls du nach der Technik fragst, Umrichter der an einer Batterie hängt. Falls du fragst wie ich auf den Wert komme:

https://www.haufe.de/arbeitsschutz/arbeitsschutz-office/spannung_idesk_PI957_HI2...

Bei den Tests und Analyse habe ich nicht vor, mich dem Stromkreis zu nähern wenn er unter Spannung ist. Später läuft alles über isolierte Stecker und Kabel, dass auch da Berührungsschutz gewährt wird.

Kommentar von realistir ,

erwarte vor allem keine Antworten von Leuten, die nicht selbst nachdenken, die nur stupide irgendwas wiederholen was sie glauben gelte pauschal für alles!

Viele Regeln und Gesetze werden und wurden von Menschen geschaffen, die überhaupt nichts fachliches vom jeweiligen Thema wissen. Also Juristen, Versicherungsvertreter und weltfremde Zeitgenossen sind. ;-)

Ich habe manche Referenten der Berufsgenossenschaft zu denen ich zwangsweise als Fachkraft-Lehrgangsteilnehmer teilnehmen musste in Schwierigkeiten gebracht ;-) Sagte oftmals, Ihr da vorne seid reine Theoretiker, wir Fachhandwerker die Praktiker.

Wozu lernen Fachleute eigentlich ihr Fach? Damit Sie auch unter extrem schwierigen Bedingungen noch arbeiten können, ohne ihr eigenes Leben oder Leben Anderer zu gefährden!

Zurück zu dir. Weiß nicht woher due diese Doku per Link her hast.
Aber eines steht doch gar und deutlich drin!

3 Was dürfen elektrotechnische Laien?

Folgende Tätigkeiten dürfen von elektrotechnischen Laien verrichtet werden:

Bis

50 Volt Wechselspannung bzw. 120 Volt Gleichspannung dürfen alle

Arbeiten, soweit eine Gefährdung ausgeschlossen ist, verrichtet werden.Bei allen Nennspannungen dürfen Arbeiten verrichtet werden, wenn die Stromkreise mit ausreichender Strom- oder Energiebegrenzung versehen sind und keine besonderen Gefährdungen (z. B. Explosionsgefahr) bestehen.

Bei mehr als 50 Volt Wechselspannung bzw. 120 Volt Gleichspannung dürfen die in der Durchführungsanweisung der DGUV-V 3 (bisher BGV A3) genannten Tätigkeiten nur von elektrotechnisch unterwiesenen Personen oder von der Elektrofachkraft verrichtet werden.

Mit zunehmender Spannung (gemessen in der Einheit Volt) steigt die
Gefährdung. Unter Spannung stehende Teile elektrischer Anlagen und  Betriebsmittel müssen daher gegen direktes Berühren geschützt werden.
Arbeiten unter Spannung sind im Normalfall verboten.


Kannst du aufmerksam lesen,

bemerkst du die Widersprüche solcher Sprücheklopfer?

Ganz am Anfang stand was ich an den Schluss kopierte!

Arbeiten unter Spannung sind im Normalfall verboten, auch für Elektrofachkräfte ;-)

Dann dürfen aber technisch unterwiesene Personen oder Elektrofachkraft an Spannungen größer 50 V AC und Größer 120 V DC arbeiten ;-) Und nebenher wird auf Berührungsschutz hingewiesen!

Ich zeige dir elektrische Anlagen zu einem technischen Stand, da gab es weder Berufsgenossenschaften, noch Arbeitsschutz und vor allem keine großen Maßnahmen gegen Berührungsschutz.

Solcherlei kam erst vor wenigen Jahren sinngemäß aufs Tablett ;-)

Versicherungen und Berufsgenossenschaften -was nichts anderes als Versicherungen sind- kümmerte früher sehr wenig.

Wieso die nun so fordernd sind bleibt deren Geheimnis. Ich kenne keine höheren Unfallzahlen als früher im Bereich Elektrotechnik.

Und das, obwohl im privaten Bereich mehr Leute an Elektroanlagen herum wurschteln als Fachleute.

Private Elektrobastler kennen kaum Vorschriften usw.

Fachhandwerker haben diese Vorschriften zumindest zu kennen.

Auch wenn diese teilweise übertrieben sind und nicht immer eingehalten werden können ;-)

Antwort
von CoolD000, 5

Wer genau sollte dich davon abhalten selbst ran zu gehen?...

Worauf du dich da versteifst sind regulationen die in der arbeitswelt geltend werden. 


Da gillt: Laien haben da garnicht ihre finger drinnen zu haben. Elektrisch einewiesene personen dürfen kleinere arbeiten vornehmen (Einsichern etc. einweisung, idealerweise kurs). Größere arbeiten sollten nur von fachmännern durchgeführt werden.

Im hochspannungsbereich gellten sogar sicherheitsabstände. Diese brauchen sogar extra regelmäßige kurse.


Im privaten ist das allerdings dein eigener kaffe. Mach was du willst und du dir zutraust... Risiko trägst du selbst. Bei der spannung und leistung bist du übrigens bei einem strom von 10 amphere... ab 50mA (0,05 amphere) kanns tödlich werden...ich würde ja zu einem fachmann raten..

Kommentar von hubachu ,

Danke für deine Einschätzung. 

Ganz privat ist das nicht, deswegen ist es nicht nur mein eigener kaffe. Andere sind auch daran interessiert, dass ich mich nicht grille. 

Und da ich als Student doch eher fern von Praxis bin, ist es für mich interessant was die Leute für Kurse/Schulungen unternehmen um sich geeignet für kleine Arbeiten zu fühlen.

Kommentar von CoolD000 ,

Die kurse beschäftigen sich primär mit grundkonzepten und sicherheit was ich so weiss (war leider als fachmann nur auf kursen für die hochspannungs-schaltberechtigung, kann also nur hören-sagen berichten)

Generell wohl dinge die du als student schon wissen könntest. Und lass es mich anders formulieren...gelltende bestimmungen fallen unter das arbeitnehmerschutz gesetz. Bist du kein arbeitnehmer gellten für dich keine bestimmungen zum arbeitsschutz.

Darf man noch fragen weshalb du eig "unter spannung" arbeiten willst? klemm doch vorher ab...

Kommentar von hubachu ,

Mit "unter Spannung" ist kein Aufbauen gemeint, da kann man die Quelle (Batterie) entfernen. Aber ich soll später das ganze testen und analysieren. 

Ich gehe davon aus, dass ich mit einem Betreuungsvertrag für eine Abschlussarbeit auch auf Arbeitsschutz achten muss.

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