Frage von Exitus7, 38

Sollte ich lieber arbeiten oder mich weiterbilden?

Guten Tag liebe Leute. Ich habe mir gedacht, ich frage euch mal zu eurer Meinung. Zuerst einmal zu meiner Situation: 2011 habe ich erfolgreich meine schulische Ausbildung zum technischen Assistenten für Elektronik und Datentechnik abgeschlossen. Direkt im Anschluss habe ich ein halbjähriges Praktikum abgeschlossen um die Fachhochschulreife zu erwerben. Nach diesem Praktikum hat der Bertrieb mir angeboten im Angestelltenverhältnis dort weiter zu arbeiten. Dieses habe ich angenommen und nun arbeite ich seitdem fest angestellt als Elektromonteur (durch Rente eines Kollegen bin ich aber im Lager tätig). Ich verdiene angemessen an die Arbeitsbedingungen nicht so schlecht (kein Schichtdienst, wunderbare Arbeitszeiten, nette Kollegen). Angemessen an dem was ich mir mal für mein Leben vorgestellt habe ist es allerdings nicht die Erfüllung. Wir sind mit 35 Mann auch ein kleiner Betrieb, in dem es so keine Aufstiegschancen gibt. Natürlich habe ich mich mit der Zeit ans Arbeiten und auch an das Gehalt gewöhnt. Mitlerweile habe ich mich aber so geändert, dass es theoretisch und finanziell möglich wäre nächstes Jahr ein Studium oder eine andere schulische Weiterbildung in Angriff zu nehmen. Nun bin ich etwas zwiegespalten. Auf eine Weise habe ich einen "lockeren" Job, wo ich nicht viel nachdenken muss und relativ anständig verdiene. Auf andere Weise habe ich etwas Angst, dass ich es irgendwann mal bereue. Ich habe "nur" eine schulische Ausbildung, also könnte es schwer werden etwas Neues zu finden, sollte ich mal arbeitslos werden. Hinzu kommt, dass mir Technik eigentlich kaum Freude bereitet. Mein Plan ist es nächstes Jahr mein Abitur (1 Jahr) nachzuholen um dann an die Uni in Kiel gehen zu können. Ein Studium an einer FH wäre auch möglich, allerdings finde ich keinen für mich geeigneten Studiengang an einer FH in Schleswig-Holstein.

Nun die Frage: Was würdet ihr tun? Weiter arbeiten, obwohl man etwas tut was einem nicht unbedingt Spaß macht oder vorerst finanziell 2 Schritte zurück um irgendwann mal 3 nach vorne zu machen?

Antwort
von RobTop96, 38

Eine schulische Ausbildung ist meistens nicht so angesehen, wie die Ausbildung im Betrieb. Ich finde es daher wichtig, dass Du Dich durch Deinen Job auch als "praxistauglich" empfiehlst.

Wenn der Job für den Moment ok ist, wäre eine berufsbegleitende Weiterbildung doch vielleicht interessant für Dich? Dann verdienst Du weiterhin, wodurch vieles einfacher wird. Wenn Du etwas weg von Technik willst, wären die Bereiche Logistik, Fuhrparkmanagement eventuell interessant?? Da kenne ich mich jetzt nicht so genau aus. Du müsstetst Dich schlau machen.

Abitur bedeutet 1 Jahr kein Geld. Würde das bei Dir klappen? Das Abitur ist auch alles andere als einfach. Da Du vorher kein Gymnasium besucht hast, wird es für Dich umso schwerer. Ich würde diesen Weg wirklich nur gehen, wenn Du unbedingt an einer Uni studieren möchtest und schon sehr konkrete Vorstellung vom Fach und der Finanzierung des ganzen Spasses hast. Wenns auf ein FH-Studium hinausläuft, wäre das Abitur ohnehin unnötige Zeitverschwendung.

Ich habe mich nach meinem Berufsabschluss und vor meiner Familienphase intensiv neben dem Beruf weitergebildet. Habe dann den Arbeitgeber gewechselt, um die so gewonnenen Aufstiegschancen auch nutzen zu können. Job + Weiterbildung nebeneinander waren zwar stressig, aber es hat sich gelohnt.

Kommentar von Exitus7 ,

Neben dem Beruf weiterbilden war natürlich mein erster Gedanke. Allerdings besteht bei mir die Angst,dann nicht genügend Zeit und erstrecht Motivation aufzubringen. Nach 8,5std muss man sich natürlich erstmal aufraffen um noch zu lernen. Respekt an alle,die das problemlos können.

1 Jahr Kein Geld ist so nicht ganz korrekt. Durch meine 2 Jährige Ausbildung und meiner FH-Reife würde ich erlterunabhändiges Schülerbafög bekommen(Knapp 600€) bekommen.

Klar ist das Abitur nicht einfach,aber ein Gymnasium habe ich bereits besucht,sonst hätte ich ja die Fachhochschulreife nicht. Es endete halt nur mit der 12. Klasse :)

Kommentar von RobTop96 ,

Klar, es würde SchülerBaFög geben. Trotzdem wäre das ja deutlich weniger als jetzt und Du müsstest den Gürtel enger schnallen (Auto, Wohnung,..).

Beim Abi sehe ich folgendes Problem: Du würdest quasi mittendrin einsteigenund hättest mit Sicherheit einiges nachzuholen (auch wenn Du die Klasse vor einigen Jahren schon gemacht hast, es ändert sich ja ständig was und die Lehrer sind auch nicht diesselben).

Neben den 8,5 Stunden Arbeitstagen gibt es ja noch das Wochenende :-)

Ich bin in der Zeit fast gar nicht mehr losgezogen, sondern habe zuhause gelernt. Dafür musste ich unter der Wochen nix tun.

Diese Weiterbildung ist meist nicht billig. Ich musste für den Kurs, Lehrmaterial und jede Klausur bezahlen. Da kommt die Motivation fast von allein, denn jede durchgefallene Klausur kostet das eigene Geld.

Kommentar von Exitus7 ,

Richtig,einfach wird es auf keinen Fall. Aber das ist der springende Punkt. Berufsbegleitend wäre es nochmal komplizierter.Ich war sowieso ein eher durchschnittlicher Schüler,was aber defintiv an meiner Faulheit gelegen hat ;) Mitlerweile bin ich viel reifer und erwachsener. Ich denke ich habe verstanden worum es mir im Leben geht und ich weiß was es heißt für seine Ziele zu kämpfen. Erst letztes Jahr habe ich 50Kg abgespeckt,was mir gezeigt hat,dass mit dem nötigen ehrgeiz einiges möglich ist.

Dieser Schulzweig richtet sich ja quasi an Leute wie mich. Ich steige nicht in eine bereits bestehende 13. Klasse ein. Es ist neu zusammen gefürfelt aus Menschen die entweder gerade die 12. Klasse abgeschlossen haben oder auch schon mehrere Jahre arbeiten waren.

Antwort
von becks2594, 15

Weiterbildung kann deine berufliche Karriere fördern.
Viele Unternehmen sehen es gern, wenn ein zukünftiger Arbeitnehmer sich durch ein Studium weiter qualifiziert hat. Bei Bewerbungen erhöht es die Chancen, für die Stelle genommen werden. Das Gehalt muss anfangs nicht so vielversprechend sein, wird aber sicherlich bei entsprechender Arbeitsleistung nach obenhin angepasst werden. Ich würde dir also ausdrücklich dazu raten, dein Abitur zu machen und dann an eine Uni zu gehen.

Antwort
von ThePoetsWife, 35

Guten Morgen,

ich würde dir klar zu einer Weiterbildung raten.

Du bist jetzt schon nicht zufrieden mit deiner Tätigkeit, da können die Kollegen noch so nett sein - aber du musst dir auch vor Augen führen, wie viele Jahrzehnte du noch arbeiten musst.

Mach dein Abitur und studiere, du wirst es mit Sicherheit nicht bereuen.

Du bist noch jung und alle Wege stehen dir offen.

Liebe Grüße

Kommentar von Exitus7 ,

So sehe ich das grundsätzlich auch

Antwort
von LonelyBrain, 27

vorerst finanziell 2 Schritte zurück um irgendwann mal 3 nach vorne zu machen?

Immer der bessere Weg.

Eine Weiterbildung sollte man sowieso (meiner Meinung nach) so früh wie möglich machen. Dann ist man nicht so lange aus dem Lernrhythmus raus und gewöhnt sich leichter wieder daran. Umso älter umso schwerer ist dies.

Kommentar von Exitus7 ,

Ja denke mal mit 25 sollte noch alles möglich sein :)

Antwort
von aida99, 9

Du hast zwar Dein Alter nicht dazu geschrieben, aber ich nehme an, dass Du noch recht jung bist und auch irgendwie "Bock" hast, noch was anderes zu machen: Dann mach das! Du hast ja sogar schon einen Plan, mit Abitur und Studium.

Überleg Dir mal, Deine Firma geht pleite oder ist derartig in Schwierigkeiten, dass sie Dich rauswerfen müssen. Was machst Du dann, wenn Du jahrelang einen lockeren Job im Lager hattest? Das wird schwierig.

Ich würde die Situation jetzt am Schopf packen, auch, weil Du noch keine Familie hast, kein Haus abbezahlen musst etc. Später wird es immer schwerer, noch mal neu anzufangen.

Gib Dir einen Ruck! Aktuell haben wir in Deutschland eine Akademiker-Arbeitslosenrate von 2,4 Prozent, Volkswirte nennen das Vollbeschäftigung. Es kommt natürlich auch ein bisschen darauf an, WAS Du studieren willst. Auf jeden Fall viel Spaß und Erfolg damit!

Antwort
von Nirakeni, 34

Ein Ziel zu haben ist immer gut. Du bist noch jung und die Aussicht bis zur Rente einen nicht ausgefüllten Job zu machen scheint für dich demotivierend zu sein. Wichtig ist, dass du "kleine Schritte" machst, also finanziell abgesichert und ausdauernd bist.

Viel Glück!

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