Frage von landevomlande, 34

Arbeiten in der Schweiz - welche Versicherungen sind 'notwendig'?

Hallo zusammen,

meine Frau wird ab 1. Juli in der Schweiz als Krankenschwester anfangen zu arbeiten. Sie pendelt aber Deutschland - Schweiz da sie nur 40% (= 8Tage) arbeitet. Wir haben uns natürlich im Web über die ganzen (und umfangreichen) Veränderungen hinsichtlich dem Versicherungsgedöns informiert. Auch über Grenzgängerbüros usw. Irgendwann blickt man aber nicht mehr durch, daher meine Fragen: - welche Krankenversicherung ist richtig? (Hintergrund: Ich bin privat und habe unsere Kids mit dabei, meine Frau bis jetzt gesetzlich). Auch mit dem Hintergrund, dass sie evtl. irgendwann wieder in Deutschland arbeiten möchte. - wie sieht es mit Berufsunfähigkeitsversicherung aus (z.Zt. haben wir eine für sie) - braucht sie auch noch die private Unfallversicherung? - wo kann ich mich am besten UNABHÄNGIG beraten lassen? Ich glaube, dass die Grenzgängerbüros immer scharf drauf sind so viel wie möglich Versicherungen zu verkaufen. Hat ein Gschmäckle für mich;-)

Wenn jemand noch sonst irgendwelche Infos hat, sehr gerne. Bin für alles dankbar. Wir stehen erst einmal vor einem Riesenberg....

Danke und Grüße, Roland

Antwort
von jottlieb, 26

Ich fange mal mit den einfachen Dingen an:

-Private Unfallversicherung braucht sie theoretisch nicht mehr, da jeder, der in der Schweiz mindestens 8 Stunden pro Woche arbeitet, in der "Nichtberufsunfallversicherung" (NBUV) versichert ist. Aber es kann natürlich sehr wohl Unterschiede bei den Leistungen geben. Besonders wenn's um Invaliditätsleistungen geht, funktioniert die NBUV anders bzw. hat keine. Das hängt auch damit zusammen, dass dies in den Bereich der IV (Invalidenversicherung) reicht, welche bei Invalidität Leistungen erbringt.

Damit wären wir dann bei der der BU-Versicherung, welche dadurch theoretisch auch überflüssig wäre, da man auch in der IV ist. Aber auch hier gilt, die Leistungen wären anders, teilweise wenig bis stark schlechter und es ist unklar, ob deine Frau bei Arbeitsaufnahme in Deutschland wieder so einfach in eine BU-Versicherung reinkäme. Daher vielleicht zumindestens den BU-Vertrag ruhen lassen, falls möglich. Und genau lesen, wie die IV funktioniert - und dann entscheiden, ob man lieber noch die BU-Versicherung beibehält, damit man besser abgesichert ist. Denn die IV entspricht eher einer generellen Arbeitsunfähigkeitsversicherung.

Krankenversicherung: Da würde ich an sich das Modell bevorzugen, wo du in der Schweiz nach Schweizer Recht (VVG oder KVG) versichert bist und für Deutschland (Zahnarzt, Pflegepflichtversicherung) noch Zusatzversicherungen hast, da das teilweise günstiger ist und der Status Privatpatient den man damit in Deutschland hat, doch auch gewisse Vorteile (nebst den Nachteilen, die du sicher auch kennst) hat.

Aber wenn sie nur 40% arbeitet, dann könnte wohl die GKV in Deutschland die deutlich günstigere Wahl sein. Für einen Vollverdiener-Grenzgänger würde sie sich oft nicht lohnen, da er den maximalen Beitrag für freiwillige Versicherung, sprich satte 600 Euro im Monat zahlen müsste.

Ich hoffe, das hilft dir schon mal weiter. Unabhängige Beratung solltest du theoretisch bei https://www.infobest.eu bekommen, aber ich weiss nicht, wie firm die sind, was konkrete Produkte angeht.

Was deine Meinung über diese Grenzgängerbüros angeht stimme ich dir vollkommen zu.

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