Frage von aureldoku, 23

Arbeiten am Feiertag bzw danach?

Diesen Sonntag ist Feiertag. Eigentlich würde ich Sonntag Abend um 23 Uhr regulär mit meiner Nachtschicht beginnen. Um sich um die Feiertagszuschläge zu drücken weist mein Arbeitgeber mich also an erst ab Montag morgen 0:15 arbeiten zu kommen, was dann für mich zur Folge hat dass ich mein Stundensaldo belaste.

Darf so etwas sein, dass mein Arbeitgeber mir so was aufzwingt oder ist es sogar so, dass eigentlich die ganze Schicht von Sonntag 23 Uhr bis Montag morgen 6Uhr für mich aufgrund des Feiertages "ausfallen" müsste ohne dass ich einen schaden (stundenkonto) dadurch erleiden würde?

Antwort
von elektromeister, 23

Das ist aber schön, dass Dein Arbeitgeber ebenfalls keine Ahnung hat.

Feiertagszuschläge entstehen nur für 'Feiertage, die auf Werktage fallen. Die Sonntage sind mit den Sonntagszuschlägen zu berechnen. Der "verspätete" Schichtbeginn macht sich also überhaupt nicht bemerkbar.

Falls Ihr einen Betriebsrat haben solltet, ist der Beginn und das Ende der Arbeitszeit Mitbestimmungspflichtig. Das bedeute, erst wenn der BR da zugestimmt hat, darf der Schichtbeginn "verlegt" werden.

Falls kein BR vorhanden ist, hat der AG auf der Grundlage seiner Weisungsbefugnis das Recht den Schichtbeginn zu verändern. Dabei ist jedoch auch auf den §615 BGB zu achten:

Textzitat:

Vergütung bei Annahmeverzug und bei Betriebsrisiko

Kommt der Dienstberechtigte mit der Annahme der Dienste in Verzug, so kann der Verpflichtete für die infolge des Verzugs nicht geleisteten Dienste die vereinbarte Vergütung verlangen, ohne zur Nachleistung verpflichtet zu sein.



Das bedeutet: bietest Du im Rahmen des Arbeitsvertrages Deine Arbeitskraft an. (Du bist also im Betrieb) Der AG hat jedoch nichts für Dich vorbereitet oder es fehlt Strom, Heizung, Wasser. also irgendetwas, was man für die Arbeit benötigt. Dann hat der AG Dich trotzdem so zu bezahlen, als ob Du gearbeitet hättest.

Dieser § ist anzuwenden, wenn der AG nicht speziell andere Regelungen per Einzelvertrag, Betriebsvereinbarung oder Tarifvertrag anwenden darf.

Zusammengefasst: Die Verschiebung ist,
a) Ohne BR per Weisung zulässig.
b) Mit BR mit dessen Zustimmung zulässig.

Gruß Uli

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