Frage von trafficlight, 34

Arbeit gekündigt, KV gekündigt, Arbeitslos + -suchend gemeldet, neue Arbeit 4 Monate später- Weltreise dazwischen. Wie sieht es mit ALG I aus?

Hallo zusammen.

Bei diesem komplexen Thema wollte ich einmal meinen Einzelfall schildern und nach Eurem Rat und Eurer Meinung fragen.

Zum 01.08. habe ich gekündigt bei meinem Arbeitgeber. Fristgerecht habe ich mich arbeitslos (Begründung: suche neue Herausforderung) und arbeitssuchend beim Arbeitsamt gemeldet. Ein neues Arbeitsverhälnis wird zum 01.12. angetreten (bereits unterschrieben und dem Arbeitsamt vorgezeigt). Beide Jobs haben ein Grundeinkommen von über 55 K Euro im Jahr.

Vom Arbeitsamt habe ich eine Sperrzeit von 90 Tagen auf ALG I bekommen. Auch eine Auflistung über den Zeitplan wann ich wieviel ALG I bekomme habe ich zugestellt bekommen.

Meine freiwillige Krankenversicherung habe ich gekündigt (da ich für die 4 Monate reisen möchte) und eine Anwartschaft abgelehnt, da man dazu nicht mehr verpflichtet ist. Eine Auslandskrankenversicherung wurde abgeschlossen. Zum 01.12. möchte ich wieder in die Krankenversicherung eintreten.

Frage: Wie reagiert das Arbeitsamt auf meine Kündigung der Krankenversicherung? Wird mir der Anspruch auf ALG I aberkannt?

Danke für Euren Rat und Eure Meinung.

LG

Antwort
von peterobm, 16

Wird mir der Anspruch auf ALG I aberkannt?

aber sicher, du stehst dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfugung

Antwort
von Apolon, 12

Meine freiwillige Krankenversicherung habe ich gekündigt (da ich für die 4 Monate reisen möchte) und eine Anwartschaft abgelehnt, da man dazu nicht mehr verpflichtet ist.

Die Krankenversicherung kann man dann kündigen, wenn man sich in Deutschland beim Einwohnermeldeamt abmeldet.

Wenn man allerdings in Deutschland weiterhin mit Hauptwohnsitz gemeldet ist, ist man verpflichtet eine Krankenversicherung zu haben.

Frage: Wie reagiert das Arbeitsamt auf meine Kündigung der Krankenversicherung? Wird mir der Anspruch auf ALG I aberkannt? 

Wenn du in Deutschland nicht mehr wohnst, hast du auch keinen Anspruch auf ALG I

Antwort
von kevin1905, 13

Da du nicht zur Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt zur Verfügung stehst, kann es sein, dass du gar kein ALG I bekommst.

Auch während einer Sperrzeit besteht Pflichtversicherung in der GKV. Im ersten Monat besteht ein nachwirkender Leistunganspruch nach § 19 Abs. 2 SGB V (ob dieser für dich gilt da du freiwillig gesetzlich versichert warst, müsste ich mich selbst mal schlau machen).

Ab dem 2. Monat Sperrzeit übernimmt die Agentur deine Beiträge.

Du kannst deine Krankenversicherung nicht kündigen, so lange du in Deutschland gemeldet bist, es sei denn du weist nach, dass du woanders gesetzlich oder privat krankenversichert bist.

Antwort
von FordPrefect, 6

So komplex ist der Fall gar nicht.

Zum 01.08. habe ich gekündigt bei meinem Arbeitgeber. Fristgerecht habe
ich mich arbeitslos (Begründung: suche neue Herausforderung) und
arbeitssuchend beim Arbeitsamt gemeldet. Ein neues Arbeitsverhälnis wird
zum 01.12. angetreten (bereits unterschrieben und dem Arbeitsamt
vorgezeigt). Beide Jobs haben ein Grundeinkommen von über 55 K Euro im Jahr.

Soweit kein Problem.

Vom Arbeitsamt habe ich eine Sperrzeit von 90 Tagen auf ALG I bekommen.

Logisch, da Eigenkündigung.

Auch eine Auflistung über den Zeitplan wann ich wieviel ALG I bekomme
habe ich zugestellt bekommen.

Soweit auch noch OK. Jetzt wird es interessant:

Meine freiwillige Krankenversicherung habe ich gekündigt (da ich für die
4 Monate reisen möchte)

Die Kündigung ist rückwirkend schwebend unwirksam.

und eine Anwartschaft abgelehnt, da man dazu nicht mehr verpflichtet ist. Eine Auslandskrankenversicherung wurde abgeschlossen.

Das ist zwar für die Reise richtig, ersetzt aber keinen KV/PV Schutz, der in D eine Pflichtversicherung ist.

Zum 01.12. möchte ich wieder in die Krankenversicherung eintreten.

Das zumindest kannst du dir sparen, denn dein Versicherungsschutz ist fortlaufend. Ohne Abmeldung in D ist die Kündigung der KV/PV schlichtweg nicht möglich, sie lebt daher rückwirkend wieder auf (siehe dazu u.a. § 188 Abs 4 SGB V). Und natürlich schuldest du der KK auch die Beiträge ab 1.8. fortlaufend.

Wird mir der Anspruch auf ALG I aberkannt? 

Natürlich. Schließlich stehst du dem Arbeitsmarkt gar nicht zur Verfügung.

Antwort
von eulig, 12

eine freiwillige Versicherung kann man nur kündigen, wenn man direkt im Anschluss eine Private Vollkrankenversicherung oder eine freiwillige Versicherung bei einer anderen Krankenkasse nachweisen kann. eine Auslandskrankenversicherung gilt nicht als Vollkrankenversicherung.

hast du denn eine offizielle Kündigungsbestätigung deiner Krankenkasse? also nicht nur ein Beendigungsschreiben, sondern ein offizielle Papier auf dem Kündigungsbestätigung steht und das nicht an einen Nachweis einer Folgeversicherung gebunden ist? kann ich mir schwer vorstellen, dass du so eine erhalten hast.

ich gehe mal davon aus, dass du während deiner Weltreise deinen Hauptwohnsitz weiter in Deutschland hast. dann unterliegst du hier weiterhin der Versicherungspflicht und musst dich auch weiterhin hier in Deutschland freiwillig selbst versichern.

Anspruch auf ALG1 hast du auch nur, wenn dein Wohnsitz hier in Deutschland gemeldet ist und du dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehst. okay - über letzteres könnte man hinweg sehen, da du ja bereits einen neuen Arbeitsvertrag vorlegen konntest. aber in Deutschland bist du sicherlich weiterhin gemeldet, oder?

Antwort
von rafaelmitoma, 18

man kündigt eben nur, wenn man sofort übergangslos eine neue arbeit hat. daß du 3monate kein Arbeitslosengeld bekommst, kist gesetz, das hättest du dir früher überlegen müssen.

Antwort
von QuincyMarket, 10

Wer 4 Monate auf Reisen ist steht dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung und hat somit keinen Leistungsanspruch.. Ich verstehe nicht warum du dich überhaupt alos gemeldet hast.

Antwort
von TheAllisons, 17

Frag einfach mal nach beim Arbeitsamt, die werden dir sagen, was sie von deinen Plänen halten

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