Frage von Winterbaby2016, 88

Arbeit finden trotz Schwangerschaft möglich?

Hallo ihr Lieben, bin ungeplant schwanger geworden und haben uns für das Kind entschieden, allerdings möchte ich gerne arbeiten gehen um später wenn das Kind da ist besser über die Runden zu kommen.

Nun bin ich in der 11 Ssw. und bald wird man es sicherlich sehen, muss ich das bereits in der Bewerbung angeben? Im Vorstellungsgespräch darf ich es ja verleugnen aber ich möchte lieber mit offenen Karten spielen. Auch wenn bislang nur Absagen kommen.

Hat jemand andere Vorschläge wie man noch Geld als Schwangere verdienen kann? Werde mich nun auch am kommenden Montag mal bei einigen Zeitarbeitsfirmen erkundigen, muss ja auch nicht für lange sein.

Danke für eure Antworten

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Antwort
von Wurzelstock, 43

Das ist in der Tat ziemlich schwierig. Das Mutterschutzgesetz zielt nämlich darauf ab, die werdende und gewordene Mutter von der Arbeit zu entlasten, und nicht zur Aufbesserung des Einkommens mittels Schwangerschaft.

Kommentar von BiggerMama ,

ich gabe Dir Recht. Ich hoffe ja immernoch, dass das nicht die einzige Intension ist.

Kommentar von Wurzelstock ,

Leider doch. Ich halte dir trotzdem die Daumen. Das tue ich für jede Mama ;-)

Kommentar von Wurzelstock ,

P.S.: ...auch wenn ich mit der Redlichkeit ja eigentlich die Fragestellerin gemeint habe :-)

Antwort
von GluecklicheKuh, 52

1.) ich würde es im Vorstellungsgespräch definitiv sagen, denn sonst täuscht du deinen zukünfigen AG !

2.) ob und wieviel du später, wenn das Kind geboren ist, arbeiten willst, hängt von dir ab.

Ich persönlich würde, trotz finanziellen Einbussen, so lange wie möglich bei meinem Kind bleiben, sprich mindest bis zum 3 Lebensjahr. Wenn das Geld absolut nicht reicht, dann würde ich ab dem 4. Jahr ne Teilzeitstelle annehmen.

Alles darüber ( arbeiten ab 0 oder 1 Jahre, vollzeit ) ..finde ich, schadet dem Kind in seiner Entwicklung und der Beziehung zwischen Eltern und Kind.

Aber das muss, wie geschrieben, jeder selbst entscheiden....

PS: Dies beziehe ich auf die Situation, wenn man alleinerziehend ist. Sind zwei Elternteile vorhanden, sollte ein Elternteil so lange wie möglich zuhause bleiben ( bis 6 Jahre und länger ) ! dann spart man sich zB die Kita-belastungen.

Kommentar von BiggerMama ,

Du hast keine Ahnung. Es geht nicht um finanzielle Einbußen, sondern um Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Kommentar von SeBrTi ,

Dürfte ich fragen ob wie alt du bist und ob du Kinder hast? 

Kommentar von GluecklicheKuh ,

@SeBrTi

wenn meinst du mit deiner Frage ?

@Big mama

Wer ein Kind in die Welt setzen will, sollte vorher wissen, was ihm wichtiger ist. Karriere und die besten chancen auf den Arbeitsmarkt oder ein Kind erleben und großziehen, denn Beides geht absolut nicht, da eins von Beiden zu kurz kommt, und dass ist leider in unserer heutigen zeit immer mehr die Kinder !

Man tut dem Kind nichts Gutes, wenn man es kaum erlebt und immer zu anderen menschen schickt. Wie soll da ne Beziehung / Verbindung zu den eltern und Kindern entstehen ? 

Menschen, die behaupten, es gäbe keine Nachteile, belügen sich nur selbst, damit ihre Selbverwirklichung  ungehindert weiter voran geht, ohne ein schlechtes gewissen zu bekommen !

Kommentar von BiggerMama ,

Ich bin alt genug. Meine Kinder sind groß. Ich hatte einmal Arbeit gesucht, als ich mit kleinem Kind arbeitslos wurde (kleine Firma, Hauptauftraggeber abgesprungen, die Firma hätte mich sonst behalten). Das war nicht einfach.

Kommentar von GluecklicheKuh ,

Ich weiß, dass es nicht einfach ist, aber vorrangig sich auf Arbeit / besten chancen auf den Arbeitsmarkt sich zu fixieren, ist auch nicht das Wahre !

Es sollte alles mit den Kinder stimmen und nicht, dass die Kinder sich der Arbeit unterordnen müssen und darin sehe ich unsere aktuelle Lage.

Kinder müssen sich der Arbeit der Eltern unterordnen und die Arbeit nimmt immer mehr raum einer Familie / eines lebens ein :(

Diese Ausuferung funktioniert auch, da die Menschen auf einen hohen Standard getrimmt werden und eine Bedrohung darauf voll ausgenutzt wird.

Wer aber keinen hohen Standard möchte, da viele Sache unnötig sind, wird sich auch nicht ausbeuten lassen von dem Druck auf teufel komm raus arbeiten zu müssen, sondern kann gelassen bei seinen Kindern und Familie bleiben.

Antwort
von BiggerMama, 53

Wenn Du etwas nicht im Bewerbungsgespräch zugeben musst, bist Du auch nicht verpflichtet, so etwas in den Unterlagen anzugeben. Alles andere wäre sowieso absurd.

Spiel lieber nicht mit offenen Karten, solange es noch möglich ist! Niemand verleiht Dir dafür einen Orden. Und mal ehrlich: es ist auch unfair, jemanden wg. Schwangerschaft abzulehnen. Genau deswegen gibt es die gesetzliche Bestimmung, nach der Du eine Schwangerschaft nicht angeben musst.

Wenn Du sichtbar schwanger bist, kannst Du nur noch darauf hoffen, eine auf ein paar Tage oder Wochen befristete Stelle zu kriegen. Mit kleinem Kind wird die Jobsuche nicht viel leichter.

Oder möchtest Du nur einen Job haben, um auch nach der Geburt Anspruch auf etwas mehr Geld zu haben? Hast Du nicht mehr vor im Leben?

Kommentar von GluecklicheKuh ,

Ich finde es falsch, im Vorstellungsgespräch das mit der Schwangerschaft nicht zu sagen. Ein AG vertraut darauf, dass er mit den AN planen kann und nicht, dass dieser einige zeit später für Monate weg ist und er wieder ersatz suchen muss

Kommentar von BiggerMama ,

Ja, aber Du bist nicht der Arbeitgeber. Du kämpfst für Dich, nicht für einen imaginären Arbeitgeber. Es ist genauso unfair, einen potentiellen Arbeitnehmer wg. eines vorübergehenden Zustandes abzulehnen. Wie schon einmal gesagt gibt es die gesetzliche Bestimmung, dass Du eine Schwangerschaft nicht angeben musst, genau deshalb und zu Recht.

Kommentar von GluecklicheKuh ,

Ich sehe es anders. Ich finde, die FStellerin sollte sich ne befristete Arbeit suchen und erst nach der Geburt, wenns nötig ist, sich auf eine feste Stelle bewerben.

Kommentar von Wurzelstock ,

BiggerMama, ich war 15 Jahre lang Arbeitgeber. Dein Anliegen ist nicht nur berechtigt, sondern unübersehbar auch redlich. Das ist aber das Mutterschutzgesetz auch.

Deine und die Interessen des Mutterschutzes sind aber nicht redlich unter einen Hut zu bringen - aus dem Grund, den ich in meiner Antwort genannt habe. Deshalb versuchen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite sich gegenseitig über den Tisch zu ziehen.

Die Lohnkosten spielen für den Arbeitgeber nur eine untergeordnete Rolle, denn auf Antrag wird die Lohnfortzahlung im Mutterschutz von den Sozialversicherungen ganz oder teilweise übernommen.

Er stellt aber nicht ein, um Löhne zu zahlen, sondern um die Arbeitsleistung für seinen Betrieb um ein definiertes Maß zu vermehren. Das erhält er aber im Falle einer Schwangerschaft nicht. Denn für eine Schwangere gilt nicht mehr die betriebliche, sondern die gesetztliche Definition. Das bedeutet (in der Regel) von Anfang an: Verminderung der vorgesehenen Leistung, bis zum völligen Ausfall, und darüber hinaus; denn Fluktuation (das heißt Personalausfall /-wechsel/ -ersatz) ist ein quantifizierter Posten. Er kauft sich also nicht Leistung, sondern Arbeit.

Es ist nicht der Arbeitgeber, der in solchen Fällen den Takt schlägt, sondern das Gesetz. Wird das nicht eingehalten, weil der Arbeitgeber keine Kenntnis von der Schwangerschaft hat, dann macht sich die Arbeitnehmerin schuldig. Sie ist nämlich verpflichtet, den Arbeitnehmer in die Lage zu versetzen, das Gesetz anzuwenden.

Das fragt aber nur nach dem Schutz der Gesundheit und des Lebens für Mutter und Kind - nicht nach dem Zugewinn auf der einen oder anderen Seite. Dazu gibt es eine dritte Seite: Da die Sozialversicherungen den Lohn während des Mutterschutzes zahlt, müsste eigentlich auch die ein Interesse haben, dass der Schutz nicht zweckentfremdet wird. Die spielen nach meiner Erfahrung in anderen Bereichen ein Gentlemen's Agreement meist mit. Aber nur so lange, wie alle Beteiligten nach ihrer Pfeife tanzen. Sonst lassen sie es platzen. - Das muss nicht so sein, kann aber.

Es versteht sich, dass diese Argumentation mit einem Ei - dem
Rabulisten-Ei - bis zum Urknall widerlegbar ist ("Ei das geht alles. Da
muss er halt..."). Vielleicht gelingt es dir ja, sämtliche Hürden zur Zufriedenheit aller zu nehmen. Bezüglich der Zufriedenheit bin ich aber skeptisch. mfg


Kommentar von BiggerMama ,

Den wirklichen Grund für Deinen langen Text habe ich eher in Deinem anderen Beitrag gefunden. Wenn das Über-die Runden-Kommen dei einzige Intension wäre, wäre es tatsächlich fairer, sich einen befristeten Job zu suchen. Wir wissen aber nicht, warum die TE überhaupt keine Arbeit hat.

Ich finde, man sollte sich so verhalten, wie man sich verhalten hätte, wenn man nicht schwanger geworden wäre. Wenn man es sich in der Arbeitslosigkeit bequem gemacht hat und jetzt einen Auffangjob sucht, das fände ich unfair.

Wenn man aber sowieso schon auf Arbeitssuche war und jetzt die ungewollte Schwangerschaft die Arbeitssuche erschweren sollte, dann empfände ich eine Ablehnung wg. Schwangerschaft als unfair.

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