Frage von Zauberfussel, 120

Arbeit - wie halte ich die letzten Wochen aus?

Ich kann nicht mehr.
Derzeit absolviere ich einen Freiwilligendienst. Meine Aufgaben sind eigentlich Tiere zu versorgen und die Ställe zu säubern. Gern, das wollte ich doch auch.

Am 18.03. ist endlich mein letzter Arbeitstag. Noch 5 Wochen. Die schaffe ich einfach nicht mehr.

Mein Chef ist schwer dement. Ich muss ihm oft seine Aufgaben erklären oder er gibt mir sinnlose Aufgaben (im strömenden Regen Blumen gießen).

Er weiß nicht was er tut. Ich bin völlig fertig wenn ich an meinen nächsten Arbeitstag denke. Ich wollte keinen Freiwilligendienst im Pflegebereich und jetzt muss ich das im Grunde doch machen, zusätzlich zu meiner normalen Arbeit.
Langsam schlägt es mir auch einfach auf die Gesundheit. Ich zittere ständig und bei der Arbeit wird mir oft schwindlig.
Es sagt sich so leicht, aber sein Verhalten kann ich nicht länger ertragen.
Er kann ja nichts dafür, das weiß ich.. Trotzdem ist es alles andere als schön. Ich kann einfach keinen Chef ernst nehmen der mich wirklich fragt, wie er bei einem klingelnden Telefon drangeht. In solchen Momenten habe ich das Bedürfnis ihn richtig anzupampen! Aber er kann doch nichts dafür.. Also zusammennehmen und versuchen sein Gerede zu ignorieren.

Vor 4 Wochen habe ich mir eine Liste gemacht und jeden geschafften Tag abgehakt.
Freitag nach der Arbeit habe ich diese Liste ohne Grund weinend, wütend zerrissen.
Jetzt sitze ich hier auf der Toilette rum, bin mit den Nerven am Ende und traue mich nicht raus. Eine erwachsene Frau, völlig verheult wegen dem Chef? Nein. Ich halte es aber einfach nicht mehr aus.

Trotzdem weiß ich nicht, was ich jetzt noch tun kann um die letzten Wochen zu schaffen. Ich werde verrückt hier und kann keinen klaren Gedanken fassen.

Hat jemand Rat für mich?

Antwort
von SiViHa72, 34

Hey, versuch erstmal, innerlich wieder ruhig zu werden.

Bin hier letztens schon überw en gestolpert, der probleme mit dementem Chef hatte.

Mal ehrlich: Demenz bringt Leute, die damit umgehen müssen ziemlich an ihre Grenzen. Auch liebende Angehörige unhd auch professionell pflegende sagen, dass ist ein hartes Thema, das muss man erstmal können.

Und Du bist weder Angehörige.. noch medizinischer Profi.

Super,d ass Du Dich bei der telefonaktion zurückgehalten hast.. tatsächlich wird der Mann gar nicht verstehen,w as Du dann hast.

Manchmal merken sie auch, dass irgendwas nicght passt.. und ds verunsichert sie dann total, eben weil sie merken: irgendwie..aberw as?

Langer Vorrede kurzer Sinn: es wäre verständlich, wenn Du versuchst, auszusteigen.

Was ich machenw ürde?

Zu meinen Hausarzt gehen und ihm vertrauensvoll erklären,w as los ist. Auch keine falsche Scheu: sag ihm, dass es Dir körperlich und psychsich schlecht geht dabei, dass es Dich überfordert. Beschreib solche Situationen wie die im WC.

Daraus wird nämlich klar, dass es Dich echts chlaucht und dass das gestoppt werden muss, bevor es schiefgeht (Psyche kann ja ganz wunderbar zaubern und einem ins Knie schießen).

Eine Krankschreibung?

Ja,d as ginge. Vielleicht hilft erstmal 1 Woche.. und wenn nicht, dann geht auch Krank bis Ende der Einsatzzeit.

Besser Notbremse ziehen als so richtig vor die Hunde zu gehen.

Alles GUte, halt die Ohren steif!

Und sprich mit nem Doc, okay?

Antwort
von silberwind58, 41

Kannst Du den Freiwilligendienst nicht sofort beenden? Wenn das unerträglich ist für Dich,würde ich gehen! Und ja,Dein Chef kann nichts dafür,Er bräuchte aber dringend Hilfe!

Antwort
von Hannibunnyy, 37

Ojemine. Erstmal Gute Besserung, das klingt ja schrecklich.

Natürlich wäre es sinnvoll, diese 5 Wochen noch durchzustehen, aber deine Gesundheit geht vor!

Ehrlich gesagt würde ich mich einfach so lange wie möglich vom Arzt krank schreiben lassen. Dir geht es ja wirklich nicht gut!

Hast du niemanden, dem du davon erzählen kannst? Ein anderer Vorgesetzter vielleicht?

Antwort
von Elisabethth, 38

Gibt es innerhalb der Arbeit ein Ort oder Menschen der auf deiner Seite ist/ an den/ zu dem du dich zurückziehen kannst? (Außer die Toilette)

Antwort
von Repwf, 29

Das einzige was geht ist ihn nicht mehr als Chef ernst nehmen!

Sieh ihn vielleicht als "lieben Verwandten" für den und DUE TIERE du deinen Job machst!

Wenn er dich giessen schickt, sag ja, geh raus und mach SINNVOLKE Arbeit und geh wieder zu ihm und Wenn er fragen sollte, dann hast du die Blumen natürlich gegossen! 

Versuch dran zu denken das es jeden deiner bekannten auch treffen könnte und sieh es Vielkeucht als Übung!

Hakte den Tieren zuliebe durch!

Antwort
von Marakowsky, 36

Ja, wenn es nicht anders geht, geh zum Arzt und lass dich krankschreiben. Gibt es nicht auch eine Organisation, die die freiwilligendienste vergibt? An die könntest du dich auch wenden. Kopf hoch. Keiner kann dich zwingen dahin zu gehen, schon gar nicht bei einem Freiwilligen Dienst.

Kommentar von Zauberfussel ,

Nunja, ich hätte gerne einen Monat eher gekündigt.. Aber wegen der Übergangszeit für Kindergeld und Waisenrente war mir das zu kompliziert. Als ich im Dezember gekündigt habe dachte ich, dass ich es schaffen würde. Aber Dement kann ja wirklich rasend schnell Fortschreiten..

Ich habe mich direkt bei der Stelle hier beworben, da hat sonst niemand was mit zu tun. Der Vertrag wurde eben vom Bundesamt für Familie und zivilgestellschaftliche Aufgaben abgesegnet - da sind aber eben nur Leute, die Verträge unterschreiben. Sowas interessiert die wohl nicht.

Danke!

Kommentar von Marakowsky ,

Dann rate ich dir zur krankschreibung. Ehrlich, ich kenne Demenz aus der Familie, da dreht man ja schon innerlich durch und es sind keine "fremden"

Antwort
von Fairy21, 16

Hat dein Chef denn keine Angehörigen, mit denen du mal reden könntest? Damit du die letzten Wochen noch durchhälst?

Kommentar von Zauberfussel ,

Seine 80 jährige Frau die es zwar weiß, aber sehr locker damit umgeht..

Antwort
von Wonnepoppen, 27

Darf ich dich fragen, warum du diesen "Job" überhaupt angenommen hast?

Gab es nichts anderes, bzw. bei jemand anderem?

Das muß dir doch im Anfang schon aufgefallen sein, daß mit deinem Chef etwas nicht stimmt?

bist du der einzige Mitarbeiter?

Kommentar von Zauberfussel ,

Nein, als ich letzten April zum Probearbeiten da war, war alles in bester Ordnung. Er war gesund. Im August habe ich angefangen, da ist nur manchmal aufgefallen, dass er vergesslich ist. Für einen fast 80-jährigen aber wohl normal.
Dann wurde es erst schlimmer, September die Diagnose, habe es aber Unterschätzt. Im Dezember habe ich gekündigt (da Ausbildung ab April). Hätte nicht gedacht, dass es mich so fertig macht.

Kündigen kann ich nicht, habe ja die 1 -Monatige Kündigungsfrist, und da ich nur noch einen Monat habe..

Habe noch einen Kollegen, ebenfalls Freiwilligendienstler. Ihm geht das ganze aber nicht so nah. Er kann damit wohl einfach besser umgehen als ich..

Kommentar von SiViHa72 ,

Das ist oft so, man merkt erst, wenn man die Leute besser kennt, das irgendwas nicht passt.

So doof es klingt: hol Dir ggf. eine AU für den rest der zeit (ja,d as geht).. sonst bist Du nachher geistig total gar und keine 14 Tage später geht die Ausbildung los, Du bist voll gefordert.. und womöglich nicht wirklich belastbar.

Es ist keine Schwäche, wenn Du sagst,e s wird Dir zu viel- Alzheimer hat schon viele ander überfordert (das mein ich nicht negativ).

Kommentar von Wonnepoppen ,

Dann wäre auch mein Vorschlag, daß du dich für die restlichen Wochen krank schreiben läßt!

Kommentar von Zauberfussel ,

Ich werde über die AU nachdenken.

Aber was sage ich dann der Sprechstundenhilfe? Die will ja immer grob wissen was einem fehlt..

Und sicher, dass mir der Arzt glaubt?
Bin neu hier in der Stadt und war noch nie beim Arzt hier, es wäre also mein erster Besuch dort.
Klar, ich kann ihm erzählen wie es hier läuft.. Aber erzählen können Menschen viel. Es gibt bestimmt Leute, die sowas ausnutzen um lange frei zu bekommen.

Und wenn eine neue Patientin kommt und gleich lange "krank sein will"?

Kommentar von Wonnepoppen ,

Der Sprechstunden Hilfe sollte das relativ egal sein!

du willst einen Termin u. sonst  muß sie nichts wissen. 

Ich glaube in deinem Fall kommt kein Arzt darauf, daß das nicht stimmt, was du sagst, so etwas saugt sich niemand aus den Fingern!

außerdem, soooo lange ist das nun wirklich nicht. Trau dich u. versuch es, bevor du dich weiter plagst!

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