Frage von Apfelmus15, 67

Apoplex-wann Diagnostik/wann ausräumung?

Hallo :) Ich arbeite im Krankenhaus auf der Geriatrie...ich frage mich warum bei vielen alten Menschen keine weiterführende Diagnostik gemacht wird Sonden einfach gesagt wird "hatte n schlaganfall". Warum wird nicht untersucht ob eine lyse oder eine ausräumung der Blutung im Hirn hilfreich wäre? Die Prognose wäre so doch in vielen Fällen besser, wenn etwas machen würde...

Andere frage: wann genau wird denn uberhaupt eine Blutung im Hirn ausgeräumt? Was ist denn dafür der ausschlaggebende Grund? Sodass der Arzt sagt, los machen wir eine ausräumung der Blutung...?

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von lamarle, 33

Es kommt auch immer drauf an, wann der Schlaganfall gewesen ist und wie lange bis zur Erstversorgung Zeit vergangen ist. Mann sollte es nicht für möglich halten, aber es kommt öfter vor als man denkt, dass alte Leute oder die Angehörigen denken "ach, das geht schon wieder weg" und auch bei bedenklichen Symptomen erst nach 1-2 Tagen dann zum Hausarzt gehen. Sogar bei Herzinfarkten und Schlaganfällen habe ich das schon erlebt.

Für eine Lyse ist es nach sechs Stunden seit dem Infarkt zu spät (egal, ob in Herz oder Hirn), bei einer Hirnblutung kommt es auf die Größe der Blutung an, auf den Ort, auf die Gesamtprognose und nicht zuletzt auf den Willen des Betroffenen - er muss der OP schließlich zustimmen.

Eine Hirnblutung kannst Du mit einem geplatzen Wasserschlauch im Garten vergleichen: Es kommt nicht nur drauf an, den Schlauch zu flicken und zu verhindern, dass weiteres Wasser ausläuft (Blutung stillen), man muss auch überlegen, ob die Blumen am anderen Gartenende schon vertrocknet sind (ob Hirngewebe abgestorben ist und wie viel). Nur wenn dort noch was zu retten ist, macht eine OP Sinn. Und jede OP hat bekanntlich Nebenwirkungen und Risiken. Wer weiß schon, ob bei einer OP, gerade bei alten, unelastischen, oft verkalkten Blutgefäßen bei der OP nicht eine neue Blutung ausgelöst wird, die alles noch verschlimmert?

Dass es an mangelndem Geld im Gesundheitswesen liegt, ist einfach mal Quatsch. Und die behauptung, dass es den Beschäftigten im Gesundheitswesen egal ist, was aus den Patienten wird, erfüllt für mich schon fast die Kriterien für "Üble Nachrede". ich kenne genug Ärzte und Schwestern, die sich auch nach jahrzehntelanger Tätigkeit noch für ihre Patienten den Allerwertesten aufreißen, was von manchen Patienten zwar für selbstverständlich angesehen wird, die aber um nichts in der Welt bereit sind, ihren Teil für eine erfolgreiche Behandlung beizutragen.

Kommentar von Apfelmus15 ,

Danke dir! 

Jetzt ist mir alles klarer! Dankeschön fur deine zeit, die du dir mit dieser langen ausführlichen Nachricht genommen hast :)

Antwort
von martinunfall, 43

man könnte jetzt sagen, dass im allgemeinen überall zu wenig oder falsches getan wird, weil zu wenig geld im gesundheitssystem ist und allen letztlich nach einer gewissen zeit im medizinbetrieb alles völlig egal ist, aber das sagt man beser nicht ...

Kommentar von lamarle ,

Kannst Du diese Behauptung belegen?

Kommentar von martinunfall ,

was heisst <<belegen>>. es ist meine bewertung nach 19 jahren dauernder prozessarbeit im fachbereich medizin. und eine kurze zusammenfassung der meinung derjenigen mediziner/innen, die ich in dieser zeit angetroffen habe. wenige ausnahmen bestätigen die regel.

Antwort
von Juni00, 8

Finde deine Frage sehr interessant,bin zwar nicht Medizinisch involviert habe allerdings auch schon so einiges darüber gehört .Deswegen habe ich mal etwas Recherchiert und hab da ein Interessanten bericht gefunden. Vielleicht beantwortet er deine Frage :

https://www.lecturio.de/magazin/hirnbultungen-extrazerebral/

Andere möglichkeit du Arbeitest im Krankenhaus frag den Neurochirurgen, soweit ich weiß geben die gerne Auskunft über ihr wissen  :).

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