Frage von selina722, 31

Anzeige wegen nicht zurückzahlen von Geld?

Ich habe ein paar Monate bei der Ex von meinen Vater gewohnt und musste 200€ Monatlich abgeben. Allerdings bin ich im September ausgezogen und habe ausversehen im Oktober die 200€ gezahlt. (Dauerauftrag ging nicht stoppen) Ich hab sie sofort angerufen und sie meinte ihr Konto sei nicht gedeckt.. Dannach hab ich sie nocheinmal gefragt und sie meinte nein sie zahlt mir das Geld nicht zurück weil ich noch bei ihr gemeldet bin. Allerdings habe ich ihr gesagt das ich noch für ein Monat bei ihr gemeldet bleibe da ich mich nicht wieder ummelden und dann noch einmal ummelden möchte da ich bis ich eine eigene Wohnung habe bei meiner Oma unterkomme. Was meint ihr wie soll ich Vorgehen? Gericht? Anzeige?

Antwort
von PolluxHH, 5

Anzeige wegen was?; - § 246 StGB [Unterschlagung] oder § 266 StGB [Untreue]? Die Frage ist ja, ob ein Anrecht bestand, also ob das (Unter)Mietverhältnis noch galt. Dazu mußt Du nicht in der Wohnung leben. Wenn Du nicht gekündigt hast (schriftlich!) hast Du schlechte Karten. Der Umstand, daß Du noch dort gemeldet bist, spräche auch im Anschein für einen Fortbestand des Untermietverhältnisses. Eine Strafanzeige setzte voraus, daß gerichtssicher feststünde, daß das Untermietverhältnis wirksam zum 1. Oktober gekündigt wurde und dies auch die Ex wissen mußte, also die Einbehaltung wider besseren Wissens erfolgt(e).

Die Frage ist, ob möbliert (entscheidend: vertragliche Pflicht zur Ausstattung des Wohnraums) oder unmöbliert untervermietet wurde. Bei einer unbefristeten Vermietung möblierter Räumlichkeiten in der vom Untervermieter selbst bewohnten Wohnung gilt beidseitig eine Kündigung mit Zugang spätestens am 15. eines Monats zum Folgemonat als wirksam ausgesprochen. Bei unmöblierter Vermietung gilt beidseitig eine Kündigungsfrist von 3 Monaten (genauer: bis zum dritten Werktag des Kalendermonats zum Ablauf des übernächsten Kalendermonats nach § 573c Abs.1 Satz 1 BGB).

Damit iwäre bei nicht am 15. September nachweislich zugegangener Kündigung die Kündigung nicht wirksam zum 1. Oktober erfolgt, bei unmöblierter Untervermietung bestünden sogar weitergehende Ansprüche. Damit steht sogar die Frage im Raum, ob der Mietzins nicht rechtmäßig einbehalten wird oder gar weitergehende Ansprüche bestehen.



Antwort
von blackforestlady, 13

Wenn Du einen schriftlichen Vertrag in der Hand hast, dann lässt sich was machen, ansonsten hat es keinen Sinn. Ohne Beweise kannst Du nichts ausrichten, daher kannst Du Dir die Mühe sparen. Nur alleine der Dauerauftrag ist kein Beweis für Deine Wohnsituation. 

Antwort
von Jewi14, 4

Leider wird ständig Zivilrecht mit Strafrecht brutal vermischt. Es ist hier aber eben kein Strafrecht sondern Zivilrecht. Eine Anzeige ist gar nicht möglich.

Wenn Sie nicht freiwillig zurückzahlt, kannst du ein Mahnbescheid und/oder Klage die Freundin einleiten. Das ist natürlich mit einem Prozessrisiko verbunden und du musst beweisen, dass die Zahlung nicht nur stattfand, sondern eben auch gar nicht hätte stattfinden müssen. Wenn du das nicht kannst, sollte du lieber nicht klagen.

Antwort
von Minyal, 25

Ich würde ein Mahnverfahren einleiten, also erstmal Mahnbescheid / Mahnantrag stellen.

Antwort
von DODOsBACK, 15

Wenn ihr ein (Unter-)Mietverhältnis hattet, gab es auch eine Kündigungsfrist. Die du wohl nicht eingehalten hast, sonst hättest du mehr als genug Zeit gehabt, den Dauerauftrag zu stoppen. Und "offiziell" wohnt man immer da, wo man gemeldet ist. Auch wenn man wochenlang die Oma "besucht"...

Wird schwer sein, das Gegenteil zu beweisen!

Kommentar von selina722 ,

Es gab keinen Mietvertrag und ich musste den Dauerauftrag eigentlich ohne meine richtige Zustimmung machen. Den wieso soll ich Miete zahlen wenn ich im Zimmer meines Bruders schlafe und noch dazu nie daheim war und das essen ich für alle zahlen musste und kochen..

Kommentar von DODOsBACK ,

Wenn es kein Mietverhältnis gab, hast du den Dauerauftrag wohl aus reiner Nächstenliebe eingerichtet. Dann hast du sowieso kein Recht, das Geld zurückzuverlangen...

Wenn du das Geld aber bezahlt hast, um dort zu wohnen, duschen, übernachten, deine Sachen unterzustellen usw., dann gab es ein Mietverhältnis und eine Kündigungsfrist.

Hör zur Abwechslung doch einfach mal auf, dir selbst leid zu tun - und akzeptiere, dass DU es verbockt hast!

Man kann nur aus Fehlern lernen, wenn man nicht ständig anderen die Schuld an allem gibt!

Kommentar von PolluxHH ,

Du hattest monatliche Zahlungen an die Ex ... was war als Überweisungszweck eingetragen? ... und Du hattest dort gewohnt und bist dort noch gemeldet. Mietverträge können auch mündlich bzw. konkludent geschlossen werden, damit lag ein Mietvertrag vor, der über den Anschein auch bei Zivilklage nachweisbar sein dürfte.

Dauerauftrag ohne Deine richtige Zustimmung? Das klingt nach einem Girokonto eines berufstätigen minderjährigen Jugendlichen. Hier sind Überweisungen etc. grundsätzlich immer zustimmungspflichtig durch Erziehungsberechtigte, also auch Daueraufträge. Allerdings kann nicht ein Erziehungsberechtigter ohne Deine Zustimmung einen Dauerauftrag für Dein Konto einrichten. Somit dürftest Du kaum damit durchkommen, daß es ja eigentlich nicht Dein Wille war.

Antwort
von questionAntwort, 22

Anzeige. Oder für ein kostenloses Beratungsgespräch zum Anwalt.

Kommentar von Jewi14 ,

Quatsch! Es ist überhaupt keine Straftat!!!!

Kommentar von PolluxHH ,

Na ja, für eine Anzeige bräuchte es ja nur eines zureichenden Anfangsverdachts ... aber der liegt hier wohl nicht vor, denn dann hätte das Mietverhältnis eindeutig gelöst sein müssen und die Einbehaltung der Mietzahlung wider besseren Wissens zu erfolgen haben. Wenn man den Dauerauftrag als Bedingung der Untervermietung ansähe und damit die erfolgte Fehlzahlung - ansonsten wie oben - noch als Vertragsfolge könnte man auch ggf. auf Untreue prüfen. Aber "wider besseren Wissens" ist nicht ersichtlich, sondern die Einbehaltung erfolgt ja eher unter Verweis auf einen Fortbestand des Mietverhältnisses. Damit folge ich Deiner Einschätzung, kann sie nur in der apriorisch formulierten Eindeutigkeit nicht wirklich nachvollziehen.

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