Frage von P22051995, 55

Anzeige Verleumdung/Üble Nachrede. Was kann ich tuen als Urheber?

Hallo zusammen, Kurz zum Fall. Ich war vor kurzem bei einem Italiener und habe mir mit Kollegen Nudeln bestellt (zum mitnehmen). der Italiener hat für ein einfaches Gericht über 30€ Pro Portion verlangt. Als ich es in die Firma brachte und wir davon einen Bissen gegessen haben, hätte ich direkt einen Zigartten Geschmack im Mund. Meine Kollegen und ich konnten uns den Preis nicht erklären und haben es deshalb zurückbringen wollen. Haben wir dann auch gemacht, haben aber nichts vom Restaurant erhalten (also keine Rückerstattung). Haben das Gericht dann dort stehen lassen ohne etwas zurück zu bekommen. Da es mir danach nicht gut ging (und den Kollegen auch) haben wir dem Vorfall dem zuständigen Gesundheitsamt gemeldet. Ich wollte dem Reataurant nichts unterstellen aber dennoch wollte ich meine Erfahrungen melden. Nun bekomme ich ein schreiben von der Staatsanwaltschaft das ich aufgrund von Verleumdung, Üble Nachrede angezeigt wurde. Das kann doch nicht wahr sein!!! Welche Rechte habe ich ? Wenn ich nicht ein mal meine Erfahrungen melden darf!! Was kann ich gegen diese Anzeige unternehmen???! Bitte um Rückmeldung. Bin sprachlos.

Antwort
von InQuestion, 27

Hallo lieber Fragensteller,

zuersteinmal: Keine Sorge! Wenn es so abgelaufen ist, wie beschrieben, dann besteht kein Grund zur Sorge!

Man kann anzeigen was und wen man will. Die Staatsanwaltschaft muss dann ermitteln, was vorgefallen ist und eventuell weitere Schritte einleiten. Solltest du jetzt als Beschuldigter im Strafverfahren/Ermittlungsverfahren vorgeladen werden um bspw. eine Aussage zu machen, dann solltest du dich vorab mit einem Anwalt abstimmen und den Termin planen (Akteneinsicht ist vorab und nur durch Anwalt möglich).

Die Meldung beim Gesundheitsamt, dass ihr nach dem Verzehr einer Speise aus der Küche des Anzeigenerstatters gesundheitliche Beschwerden hattet, ist zwar eine Tatsachenbehauptung, jedoch reicht diese nicht aus denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen oder dessen Kredit zu gefährden.

Die Meldung ist ferner sogar gerchtfertigt.

Der Anzeigenerstatter kann sich hingegen der falschen Verdächtigung nach § 164 StGB strafbar gemacht haben. Auch könnte ein Schadensersatzanspruch auf Kaufpreisrückzahlung von euch gegen ihn bestehen, da er weder den Preis erstattet, noch ein genießbares Essen geliefert hat.

Ein weitverbreiteter Irrglaube ist, dass man als Anzeigenerstatter als Opfer gesehen wird. Das ist im dem Fall eher nicht anzunehmen =)

Sollten weitere Fragen bestehen, dann rate ich dazu einen Anwalt zu konsultieren. Die Anwaltskosten trägt im Zweifel bei einer Verurteilung der Verlierer. Eine Erstberatung kostet aber nicht die Welt / oder man ist Rechtsschutzversichert.

Kommentar von P22051995 ,

Hallo, vielen Dank für die sehr detaillierte Antwort. Sehr sehr lieb von dir. Werde da gleich morgen mit meinem Anwalt sprechen... Zunächst wurde ich ja erst zu einer Anhörung eingeladen. Naja, es regt mich trotzdem etwas auf. Wird dieser Fall eigentlich in meinem Polizeilichen Führungszeugnis gespeichert???

Kommentar von InQuestion ,

Anhörung durch die Polizei oder die Staatsanwaltschaft?

Ins Führungszeugnis kommen nur Verurteilungen. In deine Polizeiakte kommt das schon. Du bist jetzt "Beschuldigter im Strafverfahren" - Das interessiert im echten Leben aber niemanden, weils keiner zu Gesicht bekommt!

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