Frage von 5564oguzkaan, 110

Anzeige ohne Zeuge?

Hallo ihr Lieben, ich hab letztens eine Person angezeigt dass sie mich aufgrund meiner Herkunft beleidigt und dazu noch den mittelfinger präsentiert und weitere Beleidigungen aufgezählt. Wir waren auf der Arbeit und haben noch keine Kameras. Es waren.keine.Kunden da also habe ich leider keine.zeugen.. Gibt es trotzdem Möglichkeiten dass sie bestraft wird? Ich habe keine Beweise aber dagegen muss doch was getan werden. Wenn ihr Tipps oder sonst was habt was mir.helfen kann bitte meldet euch..

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von TheGrow, 60

Hallo 5564oguzkaan,

für eine Verurteilung sind keine weiteren Zeugen notwendig.

In dem Strafverfahren bist Du ja nicht nur Geschädigte, sondern Du bist ja auch zugleich Zeuge.

Und wer hier meint, eine Verurteilung wäre nicht möglich, weil hier Aussage gegen Aussage steht, irrt.

Bei der Frage nach der Glaubwürdigkeit Deiner Aussage gilt:

  • dass der Richter in der Regel beim Zeugen einer Straftat keinen Grund zur Falschaussage sieht, zumal Du mit der Falschaussage gleich mehrere Straftatbestände erfüllst:
  1. Vortäuschen einer Straftat gem. 145d StGB (https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__145d.html)
  2. Falscher Verdächtigung gem. § 164 StGB (https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__164.html)
  3. Falsche uneidliche Aussage gem § 153 StGB (https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__153.html)
  4. Meineid gem. § 154 StGB (https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__154.html)
  • dass der Richter beim Angeklagten berücksichtigen muss, dass
  1. der Angeklagte Grund hat die Unwahrheit zu sagen und das
  2. der Angeklagte vor Gericht ungestraft lügen darf

Hat der Richter keine Zweifel an Deiner Aussage, bestehen logischerweise auch keine Zweifel, dass  der Angeklagte die vorgeworfene Straftat begangen hat, so dass er diesbezüglich zu verurteilen ist.

Eventuell kommt es aber gar nicht erst zu einer Gerichtsverhandlung.

Zwar halte ich es für unwahrscheinlich, dass die Staatsanwaltschaft das Verfahren wegen Geringfügigkeit einstellt, denn bei Beleidigungen mit rassistischen Hintergrund, wird in der Regel öffentliches Interesse an der Strafverfolgung bejat, was eine Einstellung wegen Geringfügigkeit ausschließt.

Allerdings kann es sein, dass die Staatsanwaltschaft das verfahren gegen Auflagen einstellt. Eine Möglichkeit wäre z.B. das der Beschuldigte an eine gemeinnützige Einrichtung paar hundert Euro zahlen muss.

Denkbar wäre auch eine Geldstrafe, die per Strafbefehl verhängt wird.

Schöne Grüße
TheGrow

Antwort
von Kathyli88, 59

Wahrscheinlich nicht.

Es würde aussage gegen aussage stehen.

Theoretisch gesehen könntest du dies einfach behaupten, obwohl es nicht stimmt. Das unterstelle ich dir nicht, aber man hat person A und person B, und jeder sagt was anderes. Woher sollte man wissen wer nun die wahrheit sagt. 

Aber wenn es dich beruhigt, ich leite einen supermarkt und mitarbeiterinnen wurden schon oft aufs übelste (auch als nazis) beschimpft, wenn sie leute beim ladendiebstahl erwischt haben. Auch nicht grade die feine art sich als sowas bezeichnen zu lassen. Zumal es nichtmal deutsche sind xD 

Da musst du einfach drüberstehen. Werde nicht beleidigend wenn diese person es wird. Habe dich unter kontrolle, zeige dass du der intelligentere bist, lass dich nicht provozieren. Das wirkt deeskalierend. 

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