Anzeige o.ä für fouls im fußball?

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6 Antworten

Solange es nicht grob unsportlich und total absichtlich ist(Ball z.B. nicht in der Nähe) wird wahrscheinlich gar nichts passieren. Aber ja theoretisch kann man sich strafbar machen.

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Hallo!

wenn ich mal den gegner unglücklich treffe und der ball weit weg ist und er sich dabei das bein bricht oder die bänder reißen oder weiß gott was passiert, kann ich dann schlimmeres erwarten als ne rote karte? 

Sport / Fußball ist kein rechtsfreier Raum. Kann dir eine Absicht nachgewiesen werden so kann das gewertet werden wie auf der Straße. 

Schwere Körperverletzung, eine erhebliche Straftat. Alles Gute.

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Ja, wenn es über normales Verhalten hinausgeht. Wenn du bspw. den Gegner ohne Rückst umtrittst und wirklich nur auf die Beine zählst. Das Nigel de Jong Ding zum Beispiel - wenn du da jemand triffst gibts a) ne rote Karte und b) könnte derjenige über eine Anzeige nachdenken.

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Hey,

also meiner Rechtsauffassung nach richtet sich das nach der Frage einer rechtfertigenden Einwilligung (Rechtswidrigkeit).

Grundsätzlich ist keine Einwilligung in Verletzungen anzunehmen. Ausnahme hierfür sind körperbetonte Sportarten, z.B. Kampfsport oder auch Fußball. In diesen Fälle kann eine Rechtswidrigkeit (und keine rechtfertigende Einwilligung) wohl nur in Föllen schwerster Regelwirdigkeit angenommen werden ("Blutgrätsche").

1. Regelwidriges Verhalten

Beispiel: Verteidiger V bringt Stürmer S kurz vor Abschuss im Strafraum durch eine vorsätzliche "Blutgrätsche" zum Sturz. S verletzt sich hierbei schwer am Bein und Knie und kann 9 Monate nicht arbeiten. Nr. 12 des Regelwerks des DFB: Rücksichtsloses und besonders grobes Foulspiel ist verboten.

Hier liegt ein schwerwiegender Verstoß gegen die gegenseitigen akzeptierten Spielregeln vor. Eine Deliktische Haftung ist dann möglich, eine Einwilligung umfasst soetwas nicht mehr.

2. Regelkonformes Verhalten

Beispiel: Ohne Foul kommt es zur Verletzung des S, an dieser war V beteiligt.

Fußball ist ein Kampfspiel, daher ist mit solchen Verletzungen zu rechnen. Es liegt eigentlich schon kein Fahrlässigkeitsvorwurf vor, wenn der Schädiger im Rahmen des von beiden Seiten akzeptierten Regelwerks handelt.

Unzweifelhaft dürfte zudem eine Einwilligung vorliegen (nicht weiter von Relevanz).

3.Geringfügiger Regelverstoß

Beispiel: Durch unvorsätzliches Foulspiel (V wollte S den Ball abnehmen, verschätzt sich leicht fahrlässig) wird S verletzt.

Hier liegt eine "Spieltechnische Inkompetenz" vor. Bei leichten Regelverstößen "im Eifer des Gefechts" ist eine Haftung in der Regel auszuschließen. Wie das erfolgt, ist etwas umstritten.

Die Rechtsprechung wendet hierfür z.T. auch den Grundsatz "venire contra factum proprium" (§ 242 BGB) an. Nach einer anderen Auffassung liegt jedenfalls eine konkludente Einwilligung in solche Verletzungen vor. Zum Teil wird auch ein eingeschränkter Fahrlässigkeitsmaßstab vertreten, erneut unter Bezugnahme zum Regelwerk des DFB (Nr. 12 in diesen Fällen).

Ich bin selbst kein Fußballspieler und kenne das Regelwerk daher nicht so gut. Allerdings ist es auch nur eine Hilfe. Denn eine Einwilligung kann bei schweren Verstößen niemals angeneommen werden, ob das dann auch im Regelwerk des DFB so geregelt ist, dass der "Täter" eine Rote karte bekommt, ist streng genommen nicht alles entscheidend (allerdings herrscht Kohärenz, siehe oben, weshalb das Regelwerk eine Hilfe ist).

Ich hoffe ich konnte etwas helfen. Die Antwort erhebt keinerlei Anspruch auf Richtigkeit oder Vollständigkeit.

Viele Grüße, JS

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Kommentar von interfraction
20.06.2016, 13:36

danke, sehr aufschlussreiche und sachlich antwort :)

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Kommentar von SixthSCTF
02.07.2016, 08:56

Bin seit geraumer Zeit Schiedrichter, habe das aber noch nie aus der Jura-Sicht betrachtet (Thumbs-Up Dafür):

Ein paar Anmerkungen:

Das Regelwerk welches Du hier zitierst ist nicht vom DFB. Das Regelwerk ist vom IFAB.

Der DFB veranlasst eine verbindliche Übersetzung in´s Deutsche,setzt die IFAB Regeln für den Geltungsbereich des DFB in Kraft und kommentiert die Regelauslegungen.

Darüber hinaus solltest Du noch einmal Deinen Antwortteil 1 (Regelwidriges Verhalten) überprüfen.

Deutsche Gerichte befassen nur dann mit derartigen Regelverstößen, wenn es sich um eine Tätlichkeit oder Beleidigung hahndelt.

Warum das so ist solltest Du mal recherchieren, die Antwort täte mich -nachdem ich Deine Ausführungen verstanden habe- nämlich interessieren.

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Wenn du dich immer so verhältst würde ich dich gar nicht mehr spielen lassen. Fußball ist nicht dazu gedacht, andere Mitspieler absichtlich zu verletzen. Du hast den Sport wohl nicht ganz verstanden.

Es liegt am Mitspieler ob er dich für so etwas anzeigt, denke ich. Aber frag doch mal deinen Trainer.

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Kommentar von interfraction
20.06.2016, 12:15

nun ja meistens treff ich zuerst den ball und dann den gegner... verletzten will ich auf gar keinen fall wen, aber sowas kann schnell passieren. außerdem ist es meinchmal auch n taktisches foul um nen konter zu stoppen. den sport verstanden habe ich durchaus und ich denke ich mach meine sache dahin ganz gut sonst wär ich kein stammspieler. danke trzd für die antwort :)

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Auch im Fußball gilt das dt. Recht. Wenn du es mit Vorsatz oder fahrlässig machst, ist es unter Umständen Körperverletzung incl. den Ansprüchen. 

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