Frage von schleichi96, 121

Anzeige nach §315b StGB?

Hallo miteinander,

vor circa einem Monat haben ein paar Freunde meinerseits gemeinsam mit mir aus einer Bierlaune heraus ein Straßenschild entwendet und wurden hierbei von der Polizei aufgehalten. Nun haben wir einen Brief wegen eines Ermittlungsverfahren wegen "Gefährlichen Eingriffes in den Straßenverkehr" nach §315b StGB bekommen. Meine Frage wäre nun wie hierbei am besten Vorgegangen werden sollte und was uns hier erwartet! Natürlich war dies keinerlei Absicht und keiner von uns würde nüchtern auf so eine Idee kommen.

Vielen Dank im Vorraus!

Antwort
von rolfmartin, 13

Ohne Anwalt kommt ihr aus der Nummer nicht heraus. § 315 Abs.1  3. StGB beinhaltet,    "Wer die Sicherheit des Straßenverkehrs dadurch beeinträchtigt, dass er einen ähnlichen, ebenso gefährlichen Eingriff vornimmt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder mit Geldstrafe bestraft."    Deinem Vortrag ist nicht zu entnehmen, um welches Straßenschild es sich handelt, in wel-chem Bereich es sich befindet, und wie hoch er Alkoholspiegel zum Tatzeit-punkt war. Fakten, die im Vorfeld der Klärung bedürfen. 

Antwort
von habeebe, 70

Ich würde mir einen Anwalt hinzuziehen. Ich tippe mal auf eine Geldstrafe noch unter 90 Tagessätzen, falls du nicht schon vorbestraft bin.

Kommentar von schleichi96 ,

Nein vorbestraft ist keiner von uns!

Kann man eventuell darauf hoffen dass das Verfahren eingestellt wird?

Kommentar von habeebe ,

Ja das wäre natürlich auch möglich. (Hängt von dem/der Richter/in ab) Auf jeden Fall solltet ihr Reue zeigen und das auch wirklich ernst meinen. Eine Einstellung gegen Auflagen ist auch nicht weg zu denken.

Kommentar von schleichi96 ,

Also sollten wir deiner Meinung nach die tat zugeben und Reue zeigen?

Kommentar von habeebe ,

Ja auf alle Fälle. Das wirkt sich immer strafmildernd aus.

Kommentar von schleichi96 ,

Was würde passieren sollten wir gemeinschaftlich die Aussage verweigern?

Kommentar von wfwbinder ,

  Was würde passieren sollten wir gemeinschaftlich die Aussage verweigern?

Absolut blöde Idee, wenn ihr auf frischer Tat ertappt wurdet. 

Reumütig eingestehen, dass es eine saublöde Idee war, aus einer Bierlaune entstanden und garantiert keine Wiederholungsgefahr.

Kommentar von habeebe ,

Das würde ich nicht machen, ist aber euer gutes Recht. Ich weiß zwar nicht was passieren würde, aber strafmildernd wirkt sich das ganz sicher nicht aus.

Kommentar von habeebe ,

@wfwbinder Genau so, und nicht anders.

Antwort
von wfwbinder, 53

Ihr könnt froh sein, dass Ihr keine Absicht hattet einen Unfall zu verursachen, dann wäre nämlich § 315 b Nr. 3 maßgeblich.

Allerdingsmüsst Ihr Euch vor Augen führen, dass bei einem z. b. für die Vorfahrt relevanten Schild, die betreffende Person, die dadurch einen Unfall gehabt hätte  ebenso tot wäre, egal ob ihr es im besoffenen, oder klaren Kopf gemacht hätte. Deshlab ist die Strafe bei 315-315 b StGB auch so relativ hoch.

Vermutlich eine Geldstrafe, ausser es wäre ein Stoppschild, oder was anderes sehr relevantes. Dann eine Bewährungsstrafe.

Einstellung des Verfahrens mit viel Glück nach § 153 a StPO, also unter der Auflage zur Zahlung einer Geldauflage.

Kommentar von schleichi96 ,

Sollten wir ihrer Meinung nach die Aussage gemeinschaftlich verweigern und auf Einstellung hoffen oder es zugeben und Reue zeigen?

Kommentar von wfwbinder ,

Da auf frischer Tat ertappt, was soll Euch schweigen helfen? Es würde Euch nur als Sturheit udn Uneinsichtigkeit ausgelegt werden.

Ganz klar: einsichtig, reuig, zerknirscht über die eigene Tat.


Aussage verweigern immer nur dann, wenn es nur Indizien, oder wackelige Zeugen gibt.

Antwort
von GanMar, 50

Am besten wäre es, sich nun schnellstmöglich einen Anwalt zu suchen.

Antwort
von SirEasy, 60

Geh zu nem Anwalt, der kann dich richtig beraten und auch weitere Schritte einleiten.
Lg

Antwort
von skyfly71, 49

Wie am besten vorgegangen werden sollte, hängt davon ab, wie man auf euch gekommen ist, wie alt Du bist, welches Einkommen Du hast und ob Du Vorstrafen hast. Wenn es eine Bierlaune war - musstet ihr pusten und wenn ja, wieviel.? Und was für ein Straßenschild war es denn? Und bestreiten denn alle Freunde die Tat? Oder gibt's wenigstens einen, der das einräumt?

Reflexhaft zu einem Anwalt zu raten, ist jedenfalls grundvekehrt.

Kommentar von schleichi96 ,

Die Polizei fuhr an uns vorbei als wir gerade das Straßenschild in der Hand trugen.

Wir sind alle Studenten und sind alle 19-20 Jahre alt und sind nicht vorbestraft. Pusten mussten wir nicht aber die Polizisten haben uns das deutlich angemerkt und da wir sehr kooperativ waren uns das Schild sofort einsichtig zurück brachten mussten wir keinen Alkoholtest machen.

Wir waren das alle zusammen und möchten deshalb nicht einen allein für die tat verantwortlich machen.

Kommentar von skyfly71 ,

Ein Anwalt kostet euch deutlich mehr, als er nützen würde. Davon ist in jedem Fall abzuraten. Einen Freispruch kann er bei der Konstellation eh nicht erreichen, sondern vielleicht 100 - 200 Euros Strafrabatt erreichen. Kosten tut er dann aber 400 - 1000 Euros. Sinnvoll ist, die Tat zuzugeben und ein wenig Reue zu zeigen. Dann ist hier eine Einstellung des Verfahrens gegen eine Arbeitsauflage gemäß § 45 JGG sehr wahrscheinlich.

In jedem Fall gibt's dafür keine Vorstrafe und auch keinen Eintrag im Führungszeugnis.

Solltet ihr wider erwarten als Erwachsene behandelt werden, wäre evtl. auch noch mit einer Verfahrenseinstellung zu rechnen, höchstens aber mit einer Geldstrafe von 2 Netto-Monatseinkommen (60 Tagessätze).

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