Frage von SuiGeneris20, 31

Anwaltskosten entstanden durch einen psychisch Kranken, was nun?

Der Mann um den es geht ist 83 Jahre alt und befand sich in einer stationären psychistrischen Behandlung. Ihm wurde ein hirnorganisches psychosyndrom diagnostiziert. Haus dem KH raus hat er einen Anwalt konsultiert und sich beraten lassen. Der ANwalt hatte Kenntnis über den Aufentalsort. Nun verlangt er 250 Euro Beratungskosten. In wie fern kann sich die Familie dagegen zur Wehr setzen, denn schließlich handelt es sich um einen psychisch Kranken der im verwirrten zustand die Kosten produzierte und der Anwalt das hätte ahnen müssen.

Antwort
von BrandnerKaspar, 12

Die Frage wird z.B. davon abhängen, ob der Mann im Sinne von §104 Nr.2 BGB geschäftsunfähig war. Dann wäre der Beratungsvertrag mit dem Anwalt nichtig. Der Anwalt könnte grundsätzlich nichts verlangen.

Ansonsten wird der Anwalt gute Karten haben, seinen Anspruch durchsetzten zu können (sofern der Mann ein die Pfändungsfreigrenzen übersteigendes Einkommen oder ein pfändbares Vermögen hat). Denn auch ein Betreuter kann grundsätzlich Verträge (ohne seinen Betreuer) rechtswirksam abschließen. (Das soll helfen, dass auch ein betreuter Mensch noch eigene Rechte hat und nicht wie früher - bei der Entmündigung - weitgehend rechtlos wird.)

Bedauerlicherweise nutzen manche Leute das aus. Es gibt heutzutage Anwälte, die unterbeschäftigt sind und wenig Skrupel haben, ein Nutzlosgeschäft abzurechnen.

Der Anwalt hat bei einer Erstberatung einen Spielraum. 250 Euro ist ziemlich weit oben. Man könnte argumentieren, dass angesichts seiner Kenntnis vom Zustand des Mannes und der Nutzlosigkeit seiner Beratung, er die Gebühr ganz unten, also z.B. bei 50 Euro, ansetzen muss. Da könnte man es auf eine Prozess mit dem Anwalt ankommen lassen. Vielleicht wird der Richter das auch so sehen, wie ich hier.

Antwort
von DerDudude, 7

Da muss die Familie sich überlegen, ob es Sinn macht, ihrerseits einen Anwalt hinzuzuziehen.

Da der Rechtsberater, den der ältere Herr beordert hat, scheinbar standesgemäß seine Arbeit verrichtet hat, steht ihm demnach im ersten Moment das Honorar zu.

Dass der rüstige Herr in einer psychatrischen Klinik untergebracht ist, macht vorerst keinen Unterschied. In Deutschland sollte uneingeschränkt jeder die Möglichkeit haben, sich Rechtsberatung zu holen. Ob es der 21-jährige Azubi ist, der seinen Lohn nicht erhält oder eine 83-jährige Person in Behandlung.

Natürlich könnte der hinzugezogene Anwalt hinterfragen, ob der Herr wirklich einen Grund für eine Beratung hat oder es lediglich ein Produkt seiner Verwirrtheit ist. Je nachdem um welches Thema es bei der Geschichte ging, könnte es sich für ihn sinnvoll angehört haben. Es soll gelegentlich vorkommen, dass auch ältere Personen mal einen Anwalt benötigen. Für welche Belange auch immer.

Antwort
von oxygenium, 17

der Mann ist aber nicht entmündigt oder hat eine Pflegschaft über das Amtsgericht.

Somit ist das rechtskräftig.

Antwort
von SerenaEvans, 15

Wie hätte der Anwalt das denn ahnen können? Er ist schließlich kein Arzt und nur weil man in Behandlung ist, ist man nicht Unmündig.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community