Anwaltsgebühren zahlen, wenn der an Stelle eines Inkassobüros in Anspruch genommen wurde?

... komplette Frage anzeigen

4 Antworten

WER zahlt die Gebühren, die der Rechtsanwalt geltend gemacht hat?

Wer die Musik bestellt bezahlt sie auch. Der Rechtsanwalt schließt einen Vertrag mit seinem Mandanten ab, nicht mit dem Gegner.

Geht der Rechtsstreit ins streitige Verfahren können RA-Gebühren als Verzugsschaden als Nebenforderung mittituliert werden und der Schuldner hat diese zu erstatten.

Gibt es Gebührensätze, die von dem Rechtsanwalt eingehalten werden müssen?

Das RVG regelt die Höchstsätze, die ggf. ein Schuldner als Verzugsschaden zu tragen hat, abhängig vom Leistungsumfang den der RA erbracht hat.

Dem RA steht es frei mit seinem Mandanten andere Honorarvereinbarungen auszuhandeln. Arbeiten auf Erfolgsbasis oder pro bono sind aber i.d.R. verboten!

Inkasso-Gebühren werden ja für gewöhnlich demjenigen aufgebrummt, der
das Inkasso-Büro und dessen Dienstleistungen in Anspruch genommen hat.

Inkassobüros arbeiten im Massengeschäft für ihre Auftraggeber entweder flat oder auf Erfolgsbasis.

Das ist der einzige Grund warum Firmen Inkassobüros nutzen. Weil sie aus eigener Sicht günstiger sind als ein Rechtsanwalt, der zwingend ein Honorar in Rechnung stellen muss, oder das gerichtliche Mahnverfahren, was auch mind. 32,- € kostet.

Ist der tätig gewordene Rechtsanwalt als Quasi-Inkasso-Büro Betreibender
anzusehen und ist hier genauso zu verfahren, als hätte denjenigen, den
die Sache betrifft, ein Inkasso-Büro angeschrieben?

Du kannst ein schnödes Masseninkassobüro nicht mit einer seriösen Anwaltskanzlei vergleichen.

Ein Rechtsanwalt ist ein Organ der Rechtspflege und berechtigt zur Vertretung des Mandanten im streitigen Verfahren. Inkassobüros sind das nicht.

Zwar gilt für beide das RVG als Gebühren-Höchstgrenze, dennoch muss man unterscheiden.

Viele Gerichte verneinen den Erstattungsanspruch für Inkassokosten gänzlich oder kürzen ihn zusammen. Bei einem Rechtsanwalt sieht das ggf. anders aus.

Ein RA, der für seinen Mandanten eine Einzelfallprüfung vornimmt, konkrete Rechtsberatung erbringt und individuelle Korrespondenz führt, kann durchaus eine 1,3 Gebühr in Rechnung stellen und diese auch gerichtlich durchsetzen.

Bei einem Inkassobüro wird die Argumentation aufgrund dessen, was ich weiter oben schrieb sehr schwierig.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

WER zahlt die Gebühren, die der Rechtsanwalt geltend gemacht hat? 

Wenn die Forderung rechtmäßig ist: der Schuldner

Gibt es Gebührensätze, die von dem Rechtsanwalt eingehalten werden müssen? 

Ja. Sie stehen im Rechtsanwaltsvergütungsgesetz. 

Ist der tätig gewordene Rechtsanwalt als Quasi-Inkasso-Büro Betreibender anzusehen 

Nein. Er ist als Rechtsanwalt anzusehen, der die Interessen seines Mandanten vertritt

und ist hier genauso zu verfahren, als hätte denjenigen, den die Sache betrifft, ein Inkasso-Büro angeschrieben?

Nein. Das Inkassobüro will nur Geld sehen und kümmert sich nicht um die rechtlichen Voraussetzungen. Es käme von der Reihenfolge her hinter dem RA. Der RA schafft die rechtlichen Voraussetzungen, das Inkassobüro treibt ein. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

der RA hat ein Mahnverfahren in Gang gesetzt, das trägt der Schuldner

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Wer die Musik bestellt, muß zahlen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von onsdag
03.10.2016, 18:11

Hallo jimpo,
danke für Ihre Antwort.
Welcher Paragraph kommt für die 'Musikbestellung' in Frage?

Mit freundlichen Grüßen,
Onsdag.

0

Was möchtest Du wissen?