Frage von Chrissyla21, 72

Antrag auf Pflegesatzprüfung noch 2016?

Niedersachsen: Ein Familienmitglied lebt im Pflegeheim und erhält Leistungen nach Pflegestufe 2 mit eingeschränkter Alltagskompetenz. - Nach Krankenenhausaufenthalt mit OP sowie Hirninfarkt ist Bettlägerigkeit eingetreten, die Demenz ist noch weiter ausgeprägt. Das Pflegeheim bat um Antrag auf Überprüfung der aktuellen Pflegestufe bzw. Überprüfung derselben, da sich der Pflegeaufwand erhöht hat. Um wieviel kann noch nicht beziffert werden. - Die Krankenkasse wimmelt ab. Es solle einmal ein paar Monate abgewartet werden, der Zustand könne sich ja durchaus wieder verbessern. Der MdK hätte ohnehin zurzeit keine Kapazitäten, dies zu überprüfen usw. - Ich fühle mich schlecht bzw. unzureichend, vielleicht auch wissentlich unaufrichtig beraten und kann nirgends nachvollziehbar einsehen, ob es für mich wichtig wäre, den Antrag auf höhere Pflegestufe noch in diesem Jahr - also vor der Änderung in Pflegegrade zu stellen oder ob es für die private Zuzahlung sinnvoll wäre, den Antrag erst in 2017 zu stellen.

Antwort
von Griesuh, 52

Das was die Sachbearbeiterhin hier von Stapel gelassen hat ist eine Frechheit.

Dass der MDK keine Kapazitäten habe stimmt nicht.

Was sein könnte: die Kassen haben erhebliche Probleme mit der Umstellung der Pflegestufen auf die neuen Pflegegrade , die es ab 2017 gibt. Deshalb könnte es sein, dass die Kassen die einegehenden Anträge länger liegen lassen. Denn der MDK muss seine Begutachtungen auch neu organisieren.

Dennoch: Ihr stellt umgehend den Höherstufungsantrag. Von Antragstellung bis zum Einstufungsbescheid dürfen maximal 5 Wochen liegen. Kann die Kasse und oder der MDK diese FRist nicht einhalten, so habt ihr Anspruch auf eine Entschädigung von der Kasse. Ihr könnt dann pro Woche der Überschreitung von der Pflegelkasse 70€ abverlangen:

Kommt es rückwirkend zu der Höherstufung, zahlt die Kasse auch rückwirkend den höheren Bwetrag.

Schaue hier:

http://www.betanet.de/betanet/soziales\_recht/Pflegeantrag-1372.html

oder hier:

http://pflegeberatung-aachen.de/wie-sie-die-neuerungen-der-pflegeversicherung-nu...



Kommentar von Griesuh ,

Nachtrag:

Ich wollte dich noch darauf aufmerksam machen, dass eine Begutachtung zur Einstufung keine Pflegesatzprüfung ist.

Das nennt sich einfach Einstufung in eine Pflegestufe.

Und was du meinst ist die Überprüfung der Pflegestufe, bzw. ein Höherstufungsantrag.

Hast du eine Pflegestufe und es wird privat gepflegt,  bekommst du Pflegegeld oder bei Versorgung durch  einen ambul. Pflegedienst Kombileistung, und bei Unterbringung im Pflegeheim gibt es Sachleistung, je nach Höhe der Pflegestufe.

Der Pflegesatz wird zwischen den Pfegekassen und den Pflegeeinrichtungen verhandelt und vereinbart.

Antwort
von sgaestle, 37

Hallo,

leider versuchen es die Kassen immer wieder,Geld zu sparen.Die Erhöhung einer Pflegestufe wird rückwirkend ab Antragstellung geleistet.also gäbe es bei Bewilligung auch eine Nachzahlung. Aus der Praxis kenne ich es so,dass das Pflegeheim selbst eine Erhöhung beantragen kann.Wenn du es machen musst,dann so schnell wie möglich.Meistens kommt beim 1x sowieso eine Ablehnung.Mit Widerspruch und evtl. Klage würde Dir viel Geld verloren gehen.Sollte ein Zuschuss vom Sozialamt für das Pflegeheim gezahlt werden,kann auch dieses einen Antrag auf Höherstufung stellen.Nach deiner Schilderung wäre hier schon der Härtefall fällig...

Ich wünsche Dir viel Erfolg.

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