Hallo
Ganz so verwirrend ist es nicht. Es hat einen ganz kleines Körnchen Wahrheit.
Und zwar liegt der darin, wie die Juden sich sich selbst sehen, definieren und beschreiben. Und zwar als ein Volk und eine Religionsgemeinschaft in einem.
Nun ist ein Volk nicht dasselbe wie eine Rasse. Aber im 19. Jahrhundert wurde das im Rausch der neuen Wissenschaftlichkeit, die jedoch noch völlig unwisssenschaftlich war, i.d.R. so verstanden.
Und in diesem Punkt unterscheiden bzw. unterschieden sich die Juden auch nicht von ihrer Umwelt, d.h: der stinknormale Durchschnittsdeutsche glaubte an eine Blutslinie zu Hermann dem Cherusker und seinen blonden nordischen Mannen.
Der Durchschnitsjude glaubte aber ebenso an eine Abstammung von Bar-Kochva und den Einwohnern des Heiligen Landes. Du findest diese Idee auch in den typischen Klischees von Juden/Ihrem Aussehen: dunkel, dunkelhaarig, "südländicher Typ", das aber von Juden selbst ebenso kolportiert wurde und wird wie von ihrer Umwelt!
Im Grunde ist das heute immer noch so. Wenn Leute sich darpbr wundern, wie vielgestaltig das Aussehen der Bevölkerung on Israel ist oder dass sie iene blonde Jüdin kennen, erkenne ich das sofort wieder.
Und für die JUden ist die Abstammung von den antiken Bewohnern des Heuligen Landes ein Mythos geworden, den sie selbst nicht aufgeben wollen, obwohl sie selbst es am besten wissen müssten.
Auch pflegt das - ich sage mal so: auf Bildzeitungs-Niveau denkende - Israel das Klischee vom höher intelligenten Juden gerne. Und darin drückt sich ja auch ein Glaube an Vererbung und Blutlinien aus.
Das ist dann eine nicht antisemitische Ausgabe der Klischess von JUden;-)
Es ist damit nur so wie oft im Leben: Sag ein und dasselbe mit nur einem unterschiedlichen Halbsatz am Ende: "...und das finde ich gut" oder "...un das dinde ich schlecht" und Du bist der grösste Held oder der grösste Feind.
An vielen Antisemiten ist mir aufgefallen, dass sie offenbar eine Menge über Judentum wussten. AdoIf Eichmann ist ein gutes Bsp. dafür, der hätte Dozent werden und Hochschulkurse geben können.
Und darum denke ich, dass die ersten antisemitischen Autoren, die jüdische Religion und den Rassegedanken deswegen duecheinandergeworden haben, weil Religion und Volk (was wiederum damals, wie gesagt, mit biologischer Abstammung gleichgesetzt wurde) von den Juden selbst als eins gesetzt wird.
Absolut verzerrte Darstellung und Geschichtsverfälschung. Luther war einer der größten Judenhasser der Geschichte, was sein Pamplet "Von den Juden und ihren Lügen" beweist.
„Ein solch verzweifeltes, durchböstes, durchgiftetes, durchteufeltes Ding ist’s um diese Juden, so diese 1400 Jahre unsere Plage, Pestilenz und alles Unglück gewesen sind und noch sind. Summa, wir haben rechte Teufel an ihnen. Wenn ich könnte, wo würde ich ihn (den Juden) niederstrecken und in meinem Zorn mit dem Schwert durchbohren. Jawohl, sie halten uns (Christen) in unserem eigenen Land gefangen, sie lassen uns arbeiten in Nasenschweiß, Geld und Gut gewinnen, sitzen sie dieweil hinter dem Ofen, faulenzen, pompen und braten Birnen, fressen, sauffen, leben sanft und wohl von unserm erarbeiteten Gut, haben uns und unsere Güter gefangen durch ihren verfluchten Wucher, spotten dazu und speien uns an, das wir arbeiten und sie faule Juncker lassen sein sind also unsere Herren, wir ihre Knechte.“ - Martin Luther
Der einzige, der hier die Geschichte falsch darstellt und aus dem Zusammenhang reißt, bist du. Das Pamphlet von Luther ist bekannt, zum Erbrechen bekannt. Was ignoriert wird, und zwar bewusst, ist seine frühe Schrift, die ich zitiert habe. Aber Luther, der ein Genie war, wird ja nicht im Original und auch nicht im Zusammenhang gelesen. Dazu müsste man sich ja Arbeit machen.
Luther drückt sich auch in anderen Schriften nicht zimperlich aus. Diese Ausdrucksweise war in der Renaissancezeit üblich. Nicht nur in Deutschland, z. B. auch in Frankreich. Wenn man Rabelais liest, klingt es ähnlich.
Aber diese einseitige Luther-Verdammung, die alle möglichen Leute zitieren und sich weiterreichen, auch bis zum Erbrechen, muss herhalten, um das eigene Feindbild von der Kirche zu begründen.
Wieder mal absolut richtig, Sonnenschnauz. Wer immer nur Kolportiertes immer nur weiterkolportiert, kann die Details natürlich nicht kennen... lach Gruß, q.
Als gelernter Historiker mit ein paar zusätzlichen Semestern evangelischer Theologie kann ich Sonnenschnauz nur zustimmen und ihm zu seinem differenzierten und kenntnisreichen Beitrag gratulieren. Luther war zu seinen Lebzeiten schon ein Temperamentsbündel und sicher auch ein wenig cholerisch, wenn er seine Kinder windelweich geprügelt hat (Zitat: Lieber ein totes als ein ungehorsames Kind), würde er heute Ärger mit dem Jugendamt bekommen. Genauso gingen mit ihm die Pferde durch, wenn er sich klar machte, dass Jesus, sein ganz persönlicher Erlöser (monatelang hat er - sich kasteiend und mit Gott rínngend - immer wieder die Frage gestellt: "Wie bekomme ich einen gnägigen Gott") von den Juden nicht angenommen, gar gekreuzigt wurde. Dennoch, Luther würde heute vor Auschwitz erschauern. Er hat selber bei seiner Übertragung des Alten Testamentes aus dem hebräischen Originaltext die Hilfe von Rabbinern in Anspruch genommen. Es ist nun einmal so, große Persönlichkeiten haben nun einmal ihre Ecken und Kanten. Im Übrigen haben die Juden längst mit Luther ihren Frieden gemacht.
Ihr seid dermaßen von eurem Glauben geblendet, dass mir fast die Worte fehlen. Eure Kommentare gleichen den Verteidigungsargumenten eines Neonazis, der H.itler's Einstellungen und Überzeugungen, was Juden angeht, bagatellisiert. Pfui.
Historiker in Verbindung mit evangelischer Theologie? Das klingt wie ein Eierloses Omelett - Man bildet sich dann halt ein, das Ei zu schmecken.
Danke quopiam, und danke vor allem KHLange für die Flankierung. Es spricht für die protestantische Kirchengeschichtsschreibung, dass sie auch die Stellen, wo Luther über's Ziel geschossen ist, in der Weimaraner Ausgabe (und anderswo) publiziert und nicht versteckt hat. Luther bleibt großartig. Die Juden sehen heute vor allem die schon zitierte Schrift des "jungen" Luther von 1523 "Dass Jesus Christus (ein) geborener Jude sei" als die authentische(re) Aussage des Reformators an.
Leider ist ein Gespräch mit vielen Atheisten nicht möglich, da sie kein Quellenstudium treiben, Argumenten wenig oder nicht zugänglich sind und nur die ungeprüften uralten Vorwürfe wiederholen. Schade, denn von seinen Gegnern könnte man lernen.