Frage von jansimue, 142

Antifaschist sein und trotzdem BWL studieren und sich für Wirtschaft interessieren?

Wenn man Antifaschist ist, wiederspricht es sich nicht, wenn man BWL studiert und sich für Wirtschaft interessiert? Als Antifaschist ist man ja auch gegen den Kapitalismus.

Antwort
von MrHilfestellung, 68

Antifaschisten sind erstmal gegen den Faschismus. Es gibt auch bürgerlichen Antifaschismus, weil gegen Nazis sind schon relativ viele in der Bevölkerung. Nicht jeder, der gegen den Faschismus ist ist linksradikal bzw. antikapitalistisch.

Außerdem interessieren sich viele Linksradikale auch für Wirtschaft, sehen diese halt aus einer anderen Perspektive.

Antwort
von rotreginak02, 81

Hallo jansimue,

hm, deine Frage würde ja im Umkehrschluss bedeuten, dass man nur als Faschist BWL (erfolgreich) studiert bzw. sich für Wirtschaft interessiert.

Da muss ich aber energisch widersprechen und dir raten, mal über den Tellerrand zu schauen und weniger in Schubladen zu denken!!! Gerade als Ökonom sollte man dies heutzutage in der globalen Welt können.

Vielleicht hilft dir auch, dich erst einmal mit den Begriffen "Antifaschist" und Kapitalismus" auseinanderzusetzen, dann kannst du dir vermutlich deine (auf mich seltsam wirkende) Frage wohl möglich selbst beantworten........

Antwort
von Lennister, 21

Antifaschist zu sein heißt erstmal nur, gegen Faschismus zu sein. Sonst aber auch nichts. Ein bestimmte politische bzw. wirtschaftspolitische Haltung ist damit zunächst nicht verbunden, außer eben, dass man kein Faschist ist.

Insofern kann ein Antifaschist ohne Probleme BWL studieren und sich für Wirtschaft interessieren. 



Als Antifaschist ist man ja auch gegen den Kapitalismus.


Äh... nein. Die Gleichsetzung von Antifaschismus und Antikapitalismus bzw. von Faschismus und Kapitalismus ist bloß ein Mythos der Ostblock-Propaganda des kalten Krieges, der dazu diente, den (kapitalistischen) Westen als faschistisch diffamieren zu können. 


Antwort
von MrMcSauerkraut, 36

Hallo jansimue,

ich vermute, Du meinst "Antikapitalist" statt "Antifaschist". Der Kapitalismus ist das vorherrschende Wirtschaftssystem vieler Länder. Man kann nach einem BWl-Studium natürlich anfangen viel Kohle zu machen.

Ich studiere etwas in Richtung Wirtschaftswissenschaften, bin allerdings ein entschiedener Gegner des Kapitalismus. Er folgt nur dem Motto "Höher, schneller, weiter" und der Egoismus ist grundlegender Bestandteil. Er ist auf Wettbewerb augelegt. Ein gutes Beispiel ist der Waffexport. Wie man sich vorstellen kann führt Waffenexport zu Krieg und Leid. Krieg und Leid spielt allerdings keine Rolle, da man mit dem Waffenexport natürlich viel Kohle machen kann.

Eventuell vertrittst du auch diese Thesen. Wenn das so ist und Du trotzdem BWL studieren willst, kann ich Dir nur raten, die Lehre  - und generell Meinungen, wie auch meine - gut zu hinterfragen und bezüglich der Wirtschaftsysteme Deine Sichtweise zu entwickeln. Mit einem BWL-Studium kann man natürlich auch in einer gemeinnützigen Organisation aktiv werden (Amnesty International etc.) Um das System, ich sage mal, zu bekämpfen, muss man es erst einmal verstehen.

Ganz nebenbei geht in einem BWL-Studium natürlich nicht nur um Wirtschaftssysteme, sondern auch Buchhaltung, Controlling etc.. Das alles ist sehr trocken und, meiner Ansicht nach, stinklangweilig. Aber ich habe glücklicherweise all diese Kurse hinter mir.

Antwort
von Hideaway, 53

Als Antifaschist ist man ja auch gegen den Kapitalismus.

In Deutschland gilt das hauptsächlich für Bewegungen in der Weimarer Republik und für die Staatsdoktrin der ehemaligen DDR, aber keineswegs generell.

Antwort
von Farbton2, 72

Du kannst trotzdem noch immer Antifaschist sein. Es ist ja nur deine eigene Weltanschauung. Außerdem sind ja BWLer oder Wirtschaftsspezialisten nicht automatisch Faschisten, nur weil sie sich für ein Fachgebiet entschieden haben, das sie studieren oder studiert haben. Also mach dir darüber wirklich keine Gedanken :D viel Erfolg im Studium!

Antwort
von Traveller24, 51

Man kann sehr wohl gegen den Faschismus sein und trotzdem BWL studieren. Genauso wie man Schalke-Fan und gleichzeitig Architekt sein kann.

Antwort
von Jewiberg, 72

Im Umkehrschluß sind also BWLer in deinen Augen Faschisten???? Wer hat dir denn den Quatsch in den Kopf gesetzt? Ein Antikapitalist der BWL studiert, das ist ein Wiederspruch.

Kommentar von jansimue ,

Aber nicht zwangsläufig, oder? Es gibt auch Antikapitalisten die BWL studieren..

Kommentar von MrHilfestellung ,

Naja. Wenn man den Kapitalismus ablehnt wird man in einem Studiengang in dem es nur um Kapital vermehren geht, weniger glücklich werden.

Kommentar von Traveller24 ,

Ich glaube, das ist zu kurz gegriffen und hat eine zu verallgemeindernde Sicht auf den Begriff Kapitalismus bzw die Wirtschaft. Das wäre so, als würde man sagen dass man nur dann Politkk studieren dürfte, wenn man CDU-Mitglied ist. Weil man kann ja nicht Politik studieren wenn man nicht auch die aktuelle Politk unterstützt.

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