Frage von FreeScotland, 55

Antifa u. Islamismus?

Wie steht eigentlich die Antifa zum Thema Islamismus, Salafismus?

Die Antifa, bzw. die antifaschistische Bewegung engagiert sich bekanntermaßen gegen neonazistische, bzw. neurechte Strömungen in unserem Land. Was natürlich absolut richtig ist. Doch wie sieht es bei Islamisten, Salafisten aus? Immerhin vertreten diese auch eine faschistische Ideologie (Islamofaschismus). Bevor ein Shitstorm über mich losgetreten wird, ich kritisiere nicht den Islam, sondern dessen extremistische Auswüchse.

Antwort
von MrHilfestellung, 55

Die Antifa ist keine homogene Gruppe, was bedeutet, dass da sehr viele Meinungen zusammen kommen.

Aber grundsätzlich ist man als Antifaschist*in auch gegen den Islamismus und den Salafismus.

Es gibt aber Gruppen, bei denen das verharmlost wird und wiederrum andere Gruppen, deren Kritik am Islam sich anhört wie eine AfD-Rede. 

Der Mainstream ist aber die Ablehnung des Islamismus, genauso wie die Ablehnung anderer rechter, faschistoider bis faschistischer Ideologien.


Kommentar von FreeScotland ,

Danke für deine Antwort. Ich frage deshalb, weil ich zu diesem Thema noch keine Stellungnahme der Antifaschisten wahrgenommen habe.

Kommentar von MrHilfestellung ,

Ja wie gesagt es gibt ja auch nicht das antifaschistische Sprachrohr.

Antwort
von hutten52, 10

Mir hat ein Antifa-Mann mal gesagt: "Natürlich sind die Islamisten Faschisten. Aber es sind die härtesten Kämpfer gegen den Westen und gegen die USA , Das ist nützlich."

Antwort
von feinerle, 14

Die Antifa ist, wie Nationalsozialismus, Islamismus, Salafismus, eine extremistische Bewegung mit genau gleicher Funktionsweise, dem Alleinrechtsanspruch auf Wahrheit z.B., der Gewaltausübung, der Unterdrückung Andersdenkender, etc.

Letztlich ist das alles das Gleiche, ob da nun jemand aus Mein Kampf, dem Kapital dem Kroan oder woraus auch sonst vorliest und die jeweiligen Anhänger hauen aufeinander ein, die streiten sich nur untereinander, welches Buch jetzt das richtige wäre.

Das Gegenteil zu all diesen Strömungen heißt Freiheit.

Antwort
von voayager, 31

die Antifa ist natürlich auch gegen den Radikalislamismus, das ist doch klar

Kommentar von Maxieu ,

Mag sein. Im Innersten sogar bestimmt. Aber öffentlich?

Stell doch bitte eine offizielle Erklärung einer dieser Gruppen hier rein. In Bremen wird aus diesen Kreisen eher vor "Islamophobie" gewarnt.

Kommentar von voayager ,

zu recht, denn man muß nun mal scharf den Radikalislamismus von dem sonstigen Islamismus trennen, andernfalls wird eine Pogromstimmung ggf. erzeugt. Das sieht auch die Antifa so, daher warnt sie vor einer Islamophobie.

Kommentar von Maxieu ,

Du weißt aber hoffenlich, dass dieser Begriff aus der Propagandawerkstatt Khomeinis stammt und anfangs die meinungsterroristische Begleitmusik zu den mörderischen internationalen Aktivitäten der iranischen Machthaber war - z. B.
anlässlich der Verfolgung Salman Rushdies.

Den "sonstigen Islamismus", also die politischen Betrebungen des Islam, einen glaubenskonformen Staat zu errichten, möchtest du - als selbsterklärter Sohn der Aufklärung - gegen fundamentale Kritik in Schutz nehmen, indem du eine fein säuberliche Grenze zum auch ohne staatliche Rückendeckung offen gewaltbereiten Islamismus ziehst?

Wo siehst du z. B. in Deutschland auch nur Ansätze einer Pogromstimmung gegen türkische Erdogan-Anhänger (die man dem politischen "sonstigen Islamismus" zurechnen darf)?

Es wird immer absurder, wie sich Alt-Linke aus frömmelnder Zuwandererfreundlichkeit verrennen - ein Zeichen, dass sie inzwischen vor allem alt sind und kaum noch links!

Kommentar von voayager ,

Ich hege keinerlei Sympathien mit dem Islam, bin Atheist und von daher gegen jegliche Religion, sofern sie jenseits des stillen Privatkämmerleins ausgeübt wird und Einfluß auf andere nimmt.

Mir geht es vielmehr darum, dass zahlreiche Menschen, die nun mal Moslems sind, nicht ausgegrenzt und diskreditiert werden. Es ist nicht nur möglich, sondern es kommt auch oftmals vor, dass der Islam der Aufhänger ist, um so xenophobe Gelüste auszuleben. Darum geht es nämlich hauptsächlich. Ich nenne das mit der "Wurst nach dem Schinken" schmeißen, wenn rechtslastige Menschen vom Islam pejorativ sprechen und dabei ihr eigentlich "Geschäft" die Ausländerfeindlichkeit betreiben.

Im Grunde sehen fast alle Linke es so, wie ich es jetzt dargestellt habe.

Kommentar von skankhunt ,

ja ne ist klar :D .. die radikalste gruppe weit und breit ist also gegen "radikalismus" :D

Antwort
von RabbytJ, 51

Als Antifaschist ist man so gesehen gegen jegliche Art des Faschismus. Dahingehend ist es eigentlich egal, aus welcher ecke er kommt.

Expertenantwort
von atzef, Community-Experte für Politik, 48

Mich würde auch nebenbei noch interessieren, wie die Antifa zu Brustimplantaten, Tierversuchen und Zucker in der Indusrtrienahrung steht...

Die Antifa ist nunmal eine Ein-Themen-Bewegung. Die Mehrzahl ihrer Anhänger wird Islamisten und Salafisten vermutlich kritisch gegenüberstehen. Aber zum einen sind die schlicht nicht deren Thema und zum anderen ist das auch keine festgefügte Struktur mit verbindlichen Positionen für alle.

Kommentar von FreeScotland ,

Faschismus sollte aber deren Thema sein, egal aus welcher ecke er kommt.

Kommentar von atzef ,

ja. Aber es gibt keinen "Islamofaschismus". Es ist polemischer Unsinn, Auswüchse einner jahrhundertealten Religion mit einer politischen Strömung der Moderne begrifflich in Eins zu setzen. Das bringt keinnerlei Erkenntniswert, verstellt vielmehr den Blick für wesentliche Zusammenhänge und bedient nur den Polemikeifer rechtsextremiistischer Islamophober.

Kommentar von Maxieu ,

"Die Antifa ist nunmal eine Ein-Themen-Bewegung."

Ja, aber wenn du dieses Thema so sehr einengst, dann wäre die Antifa ja eine etwas arg aktivistische Historiker-Kommission, die sich mit dieser Bewegung (dem Faschismus) in Italien zwischen 1918 und 1943 beschäftigen würde.

Schon der italienische Faschismus und der deutsche Nationalsozialismus waren ja nicht identisch.

Erst recht wird es problematisch, wenn heutige "Bewegungen", die sich selbst nicht explizit auf den Faschismus oder den Nationalsozialismus berufen oder ihn sogar ausdrücklich ablehnen,
per Fremdzuschreibung dem "Faschismus" zugeordnet werden.

Es muss dann doch einige die Jahrzehnte und die Länder übergreifende Gemeinsamkeiten geben, die als Kriterien für den
"Faschismus" gelten sollen.

Alles, was mir dabei in Kopf kommt, ließe sich gut auf den extremistischen Islam anwenden, wobei der alltägliche politische Islam zu seiner "islamofaschistischen" Fraktion in etwa in einem Verhältnis stünde wie zur Weimarer Zeit der deutsche Nationalismus zu seinen radikaleren Auslegern.

Wenn die Antifa die Verhältnisse und ihren Namen ernst nähme, würde sie nicht etwa vor "Islamophobie" (also der gründlicheren Islamkritik) warnen (man stelle sich vor, sie würde vor "übertriebenem Anti-Nationalismus" warnen, weil ja Nationalismus nichts mit Faschismus zu tun habe!), sondern den politischen Islam
in seinen radikaleren Ausprägungen ins Visier nehmen.

Kommentar von atzef ,

Es stellt keine Einengung des Themas dar, wenn man nicht jede problematische und unliebsame Erscheinung aus rein polemischen Gründen als "Faschismus" tituliert.

Wenn das irgendwie sinnvoll und tatsächlich wissenschaftstheoretisch beründbar wäre, dann müsste man eher den Faschismus und seinen intellektuellen Vorläufer, den Konservatismus als islamistische bezeichnen. Schließlich ist das jja die historisch ältere Erscheinung.

Und spätestens an dieser Stelle sollte man erahnen könne, dass der Begriff "Islamfaschismus" keinerlei Erkenntnisgewinn produziert, sondern lediglich das Polemikbedürfnis islamophober Totalitaristen mit häufig eigenen rechtsextremistischen Nuancierungen bedient.

Antwort
von DieWahrheit1984, 35

Diese Frage stelle ich mir ja auch aber wenn man den Islam kritisiert wird man gleich als Nazi abgestempelt.

Meinetwegen kann man ja an irgendwelchen Scheiss glauben aber lasst bitte uns Freidenker damit in Ruhe und respektiert unsere Regeln des Zusammenlebens.L.G.


Antwort
von Korrelationsfkt, 25

Die Antifa "bekämpft" niemanden und engagieren tun sie sich auch nicht. Hier handelt es sich lediglich um eine Gruppe von gewaltbereiten Extremisten, die die Auseinandersetzung suchen.

Auf Demonstrationen geht die Gewalt meist von der Antifa aus, sie missbrauchen das Demonstrationsrecht. Ein ehemaliger Schulfreund (ohne bekannte politische Richtung) von mir, war damals bei jeder Antifa Demonstration dabei um krawall zu machen. Seine Begründung war, dass hier weniger oder überhaupt keine Strafen zu erwarten sind.

Hier finden sich sicherlich X-verschiedene politische Meinungen. Daher kann man nicht sagen, wie die Antifa zum Islam steht.

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