Frage von Xirain, 82

Ich habe meine Antidepressiva selbst abgesetzt und zicke nun die ganze Zeit rum, ist das von den Medis oder bin ich so?

Hallo,

Ich habe eine Therapie gemacht und im Juni 2015 meinen letzten Termin gehabt. (Ich hätte noch 2 Termine von der Krankenkasse bekommen, aber dann wurde ich krank und wir waren auch der Meinung es geht mir besser und man könne den Termin ja irgendwann machen. (Ich war am Ende nurnoch einmal im Viertel Jahr da) Jedoch durch die krankheit und...Eigenem Versäumnis kam es nicht mehr dazu. Nach einem halben Jahr läuft dann ja auch die genehmigung der Krankenkasse ab, meinte mein Therapeut.

Auf Jeden Fall habe ich im November angefangen eigenständig mein Antidepressiva abzusetzen, was meiner Meinung nach auch ganz gut funktioniert hat... Also ich hab jetzt keine starken Depressionserscheinungen, die ich ja schon kenne.

Aber ich bin seit dem unglaublich schnell genervt und zickig...

Und jetzt bin ich mir nicht sicher, ob das vom Absetzen der Medis kommt, oder ob ich einfach so bin???

Ich weiß es ist nicht üblich sie eigenständig abzusetzen, aber ich hatte das Gefühl Ich bin so weit...

Hat jemand mal AD's abgesetzt und hat da Erfahrung?

Antwort
von Janiela, 43

Die Ersteinnahme und die Absetzung der Medikamente sind bei Antidepressiva die eigentlich kritischen Momente, in denen Probleme mit Nebenwirkungen auftreten. Absetzen der Antidepressiva kann in Einzelfällen (abhängig vom Typ des Medikamentes) sogar zu Selbst- oder Fremdschädigung führen. Meiner Meinung nach kommt deine Genervtheit und Zickigkeit vom Absetzen der Medikamente und geht in ein bis fünf Jahren vorüber. Übersteh die Durststrecke und schau, wie es dir in einem Jahr geht.

Ich weiß, es ist nur meine Sicht der Dinge, aber ich finde es sehr gut, dass du die Medikamente abgesetzt hast und rate auch davon ab, Medikamente gegen Depressionen (oder Entzugserscheinungen) einzunehmen. Fühl dich in deiner Entscheidung bestätigt und ermutigt.

Kommentar von Xirain ,

Also kann das auch wieder weniger werden?

Zu Beginn meiner Therapie haben mir die Tabletten wirklich geholfen um wieder die Kraft zu haben etwas an meinem Leben zu ändern, aber umso mehr ich mich verändert habe (durch Therapie mehr als durch die Medis) umso eher hatte ich das Gefühl, ich will jetzt auch wieder auf eigenen Beinen stehen.

Ich hab mich bereit gefühlt dafür...
Aber in den letzten Wochen bin ich wirklich zickig und streitsüchtig fast schon...
Ansich hatte ich keine NW beim ausschleichen, außer Schwindel aber dann hab ich einfach langsamer abgesetzt.

Kommentar von Janiela ,

Ja, ich bin der Meinung, dass das wieder weniger werden kann. Was deine Streitsucht betrifft solltest du natürlich auf den Prüfstand stellen, ob du dich vielleicht in deinen Ansichten so verändert hast, dass dein Partner nicht mehr zu dir passt. Vielleicht ist aber auch alles in bester Ordnung und du bist nur sehr launenhaft, was man durch Einübung einer besseren Kommunikations- und Streitkultur abdämpfen kann. 

Der Grund, warum man die Medikamente nicht abrupt absetzt, sondern ausschleicht, ist die Neuroadaptation. Deine Nerven "bauen um", um sich an die veränderte Zellkommunikation anzupassen, die eine Folge (und Sinn und Zweck) der Medikation ist. Wenn du die Medikamente von einem auf den anderen Tag abgesetzt hättest, wäre deine Hirnchemie also völlig aus dem Gleichgewicht geraten (->Nebenwirkungen). Bei Verringerung der Dosis hatten deine Nervenzellen die Zeit, sich wieder einer anderen Hirnchemie (und damit einer veränderten Zellkommunikation) anzupassen. Manche Umbauprozesse finden recht schnell statt, andere langsamer. 

Ich denke, dass es deiner Beziehung gut tun würde, ein Projekt zu starten, um eure Streitereien klar zu kriegen. Probiert eine bessere und faire Streitkultur aus. Man lernt das nicht über Nacht, sondern mit Übung allmählich. Toll finde ich diesen Leitfaden: http://www.beraterteam.info/beziehungstipps/beziehungsprobleme-loesen/

Wenn ihr innerhalb von drei Monaten keine Verbesserung der Situation feststellt oder wenn du dann immer noch unzufrieden bist, solltet ihr vielleicht ein paar Wochen eine Trennung auf Probe ausprobieren. Am Ende dieser Zeit würdet ihr spätestens wissen, ob euch eine Trennung eher gut tut oder euch nur unglücklicher macht.

Auch hier gilt wieder: Das ist nur meine Meinung.

Kommentar von Xirain ,

Uhm also Trennung steht garnicht im Raum...
Aber mein Freund meint ich wäre momentan so gestresst und zickig...

Er neckt mich aber ständig (seiner Meinung nach liebevoll aber irgendwann könnt ich ihn dafür an die Wand klatschen....) und...naja Kommunikation verbessern wäre glaub ich wirklich besser...

Ich frag mich halt ob ich so "empfindlich" reagiere wegen Absetzen der Medis...

Kommentar von Janiela ,

Das kannst du dich ruhig weiter fragen (ich denke: ja, wegen des Absetzens und das wird dich noch ein gutes Jahr beschäftigen) - und dabei solltest du eine große Portion Selbstironie an den Tag legen, um mit deinem kochenden Kessel umgehen zu können. Probiert das mit der Streitkultur aus und beobachtet, ob ihr Verbesserungen in kleinen Konflikten erlebt. Denkt daran, dass ihr zusammen an der Auflösung eines Problems arbeitet und nicht gegen einander, um zu gewinnen. Ihr werdet Fortschritte machen.

Antwort
von georgiaaa, 52

Ich würde davon abraten.
Ich hab es mal gemacht, habe sie aber auch nur 6 Wochen genommen. Aber selbst da wurd ich gleich nach dem absetzen krank.

Kommentar von Xirain ,

Ich hab sie 1 1/2 jahre genommen und dann schrittweise reduziert und so ging es wirklich gut und ich hatte spontan nicht das Gefühl, dass es mir schlechter geht.

Aber zBsp streite ich mich mehr mit meinem Freund...

Antwort
von Soeber, 26

Das kommt wegen der "radikalen?" Absetzung der Medikamente. Dein Körper hatte sich an sie gewöhnt nun fehlen sie und er reagiert so. Weshalb hast du sie dann allein abgesetzt? Man sollte so was nur an der Seite eines Arztes absetzten, alleine nicht. Geh lieber bald möglich zum Arzt.

Gruß

Kommentar von Xirain ,

Ich hab sie schrittweise über 2 Monate abgesetzt...also nicht "radikal"... Und Entzugserscheinungen hatte ich nur einmal wo ich zu schnell die Dosis verringert hab...

Kommentar von Soeber ,

Ja trotzdem würde ich mal zum Arzt wenn das sich nicht bessert mit deiner Laune m

Antwort
von kokomi, 43

niemals selbst absetzen, geh zum arzt

Kommentar von Xirain ,

Ist ja aber schon passiert. Ich nehme sie seit Anfang Dezember gar nicht mehr...

Antwort
von FooBar1, 29

Ich glaub das ist eher normal bei Frauen.

Antwort
von turalo, 35

Antidepressiva setzt man nicht selbständig einfach mal so eben ab.

Die werden ausgeschlichen, damit man langsam lernt, ohne auszukommen.

Du hattest das Gefühl......., ob dem tatsächlich so war, kann Dir nur ein Facharzt beantworten.

Kommentar von Xirain ,

Ich habe sie über 2 Monate ausgeschlichen da ich verschiedene Dosierungen noch da hatte vom Anfang...

Mein Facharzt (gleichzeitig mein Therapeut, weil er Psychosomatischer Mediziner und Psychotherapeut ist) war mit mir der Meinung, dass ich kaum noch therapeutische Betreuung brauch. Und ich mich melde, falls ich das Gefühl habe, es geht wieder bergab...
Dem war nicht so, ich kann jetzt mein leben trotz Hürden wieder meistern...

Also dachte ich, ich versuchs mal ohne die Tabletten...

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