Kann man Antidepressiva mit 14 Jahren bekommen?

... komplette Frage anzeigen

6 Antworten

Hallo

Ich leide selber seit Jahren an Depressionen und meine Familie kann nicht mit der Diagnose umgehen. Auch viele meiner Freunde verstehen es nicht. So hilflos man sich in dieser Situation auch fühlt, du musst akzeptieren dass Menschen, die keine psychischen Probleme haben, dies nicht verstehen können. Sie wissen nicht was in uns vorgeht, welche Gedankengänge wir haben oder wieso wir manchmal so handeln wie wir es tun.

Es ist die Akzeptanz dich so zu lieben wie du bist und die Akzeptanz die Reaktion deiner Mitmenschen zur Kenntnis zu nehmen. Aber nur weil dein Umfeld dies nicht versteht, heisst das noch lange nicht, dass niemand dich versteht. Also verschweige deine Situation nicht. Geh offen damit um und du wirst staunen wieviele Leute in der selben Lage sind.

Meine Mutter reagierte genau gleich. Es ist die Angst einer Mutter "versagt" zu haben bei der Erziehung oder dich zu beschützen. Unter den eher rauen und trockenen Worte versteckt Sie Ihre Scham.

Weitere Behandlung:

1. du musst dich von deinem Psychologen oder Psychiater verstanden fühlen. Wenn der aktuelle Therapeut nichts taugt - sofort einen neuen suchen! Sonst bringt das ganze nichts.

2. Überleg dir ganz realistisch welche Ziele du erreichen möchtest und auch erreichen kannst in deinem jetzigen Gemütszustand. Dann wirst du vielleicht selber herausfinden an welchem Punkt du bist und ob du bereit für die Prüfungen bist oder du dir eher eine Auszeit nehmen solltest.

3. Medikamente sind nicht die Grundlösung. Es ist nur eine Unterstützung und Hilfe. Ich selber nehme auch Tabletten, diese wurden aufgrund einer konkreten Diagnose auf mich eingestellt. Folge daher bitte nicht dem Mainstream und las die ein 0815 Medi geben. Viele Ärzte verschreiben "Notfalltabletten" für eine Dauereinnahme. Das ist falsch und verfehlen die Wirkung!

Mir hilft Schreiben auch sehr viel. Ich verarbeite so viele verschiedene Gedanken, Erlebnisse und Träume.

Und vergiss nicht: Es zeugt von Grösse sich einzugestehen, dass man Hilfe braucht!

Alles Gute

Bina

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Du solltest dir mal Gedanken darüber machen, was dir im Leben wichtiger erscheint. Du selbst oder irgendwelche Prüfungen?

Also selbst wenn du eine stationäre Therapie angehen würdest, würdest du zur Schule gehen und könntest vermutlich sogar die Prüfungen schreiben ggf nur sogar etwas später.

Pillen wi ADs und andere Psychopharmaka helfen nur sehr bedingt weiter. Sie unterdrücken mehr oder weniger nur Symptome. Deine Probleme musst du folglich anders lösen und das heimtückischste an ADs ist echt, dass die Probleme nach dem Absetzen noch stärker zurück kommen können.

Ich würde an deiner stelle also noch mal gründlich über die Möglichkeit mit Der Klinik nachdenken.

Zu deiner Frage: die Therapeutin darf dir nichts verschreiben. Das darf nur ein Arzt. Aber sie kann dir eine Art Schreiben anfertigen, welches du dem Arzt geben musst, so dass er dir ein Rezept ausstellen darf.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Pillen und auch Solche, gibt es leider inzwischen in fast jedem Altern :-/

Wobei Du Dir, meiner Meinung und meiner Erfahrung nach, sehr gründlich überlegen solltest, ob Du nicht doch besser einen längeren Klinikaufenthalt in Anspruch nimmst!

Klar sind Prüfungen wichtig - viel wichtiger ist allerdings, dass Du gesundheitlich wieder vollkommen stabil wirst und Deine Beschwerden nicht einfach mit Pillen unterdrückst! Gesundet würdest Du ganz sicher auch bessere Leistungen bringen....

Eigentlich kann man nur jedem erkrankten jungen Menschen raten, gleich und sofort in eine Klinik zu gehen. Selbst wenn man dann eine Klasse wiederholen muss, ist dass das kleinere Übel, weil man ja auch einen guten bis sehr guten Schulabschluss haben möchte und den bekommt man gesund ganz sicher besser hin!

Gute Besserung und alles Gute für Dich ;-)

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Also ich habe Antidepressiva mit 13 bekommen, allerdings auch pflanzliches. Ich hab davon aber nicht viel gehalten. Ich habe es zwar genommen, aber überzeugt war ich davon nicht. Eine Wirkung habe ich nun auch nicht wirklich wahrgenommen, es wurde erst besser als ich selber dazu gestanden und geredet habe. An deiner Stelle würde ich damit auch gar nicht erst anfangen, sowas braucht man nicht.... LG :)

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Sofern deine Therapeutin keine Ärztin ist, sondern Psychologin, kann sie das nicht.

Das können nur Ärzte.

Und Medikamente werden bei Jugendlichen - da idr auch nicht dafür freigegeben - nur sehr zögerlich eingesetzt. Zu recht. Außerdem versprichst du dir vermutlich zu viel davon. Die können die therapie unterstützen, aber sie machen keine Probleme weg und sorgen auch nicht für weniger Therapiebesuche.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Du kannst sie natürlich darauf ansprechen - allerdings kann eine Therapeutin dir keine Antidepressiva verschreiben, das kann nur ein Psychater.

Trotzdem kann ein Gespräch darüber sinnvoll sein, teile deine Gedanken deiner Therapeutin mit.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung