Frage von beautyms, 96

Antidepressiva! Hilft mir!?

Zu meiner Frage... Hallo erstmal zusammen..
Ich bin weiblich und 18 Jahre alt. Ich habe sehr schlimmen Druck in der Ausbildung, besonderst durchs arbeiten. Ich muss alles erledigen und übernehmen und stehe deswegen seit langer Zeit schlimm unter Stress. Vor ungefähr 1 Jahr ist es ausgebrochen und ich bekam vom Stress eine Gastritis und schlimme Ängste und Kreislaufzusammenbrüche! Trotz allem habe ich mich zusammengerissen und 100% weitergearbeitet, weil ich meine Ausbildung beenden will! Während dessen kam ich in eine schlimme Tiefphase. Jeden Abend geweint, ich fühlte mich nicht mehr in der Welt, hatte das Gefühl ich verliere die Realität. Herzrasen und Panikattacken in der Nacht. Soodbrennen plagt mich jetzt schon seit einem Jahr, jetzt habe ich gemerkt das es vom Stress kommt. Meine engsten bekamen alles mit und zwangen mich über Monate zum Arzt zu gehen. Vor paar Wochen habe ich dann beschlossen mir Hilfe zu holen, da ich immer mehr in diese depressive Phase geschlichen bin und plötzlich konnte ich auch morgens nicht mehr aus dem Bett, fühlte mich nach der Arbeit wie gelähmt am Gesicht und hatte keine Kraft für nichts. Es wurde immer wie schlimmer. Jetzt habe ich antidepressiva bekommen (Remeron) und werde demnächst eine Therapie beginnen. Es fiel mir sehr schwer mich meinem Arzt gegenüber zu öffnen und über diese depressiven Gefühle/Beschwerden zu sprechen. Wie sieht es bei euch aus? Hat jemand Erfahrung mit dem Medikament ? Wie verlief das bei euch nach dem ihr antidepressiva verschrieben bekommen habt? Welche Nebenwirkungen hattet ihr und waren sie für euch belastend im Alltag? Bitte hilft mir! Ich kämpfe grad so schlimm gegen mein Stress und meine Tiefphasen an, ich versuche mich mit der letzten Kraft abzulenken aber ich sinke immer wie mehr, besonderst am Abend. :(

Expertenantwort
von samm1917, Community-Experte für Depression, 17

Ich bin zwar kein Arzt, doch kenne mich mit der Thematik sehr gut aus (Schwerpunktfach Psychologie und selbst betroffen). Dass was du beschreibst klingt stark nach einer Depression.

Den ersten Schritt hast du bereits getan, du hast dir Hilfe gesucht. Sich zu öffnen ist immer schwer und braucht meistens Zeit. Für das Öffnen ist oft eine längere Psychotherapie nötig. Die führt normalerweise ein Psychotherapeut/Psychologe und kein "einfacher" Arzt durch. Ein Arzt ist vor allem für medikamentöse Behandlungen geeignet (verallgemeinern sollte man dennoch nicht).

Ich empfehle dir dringend eine richtige Psychotherapie zu machen. Mit richtige Psychotherapie meine ich eine intensive Psychotherapie (z.B. analytisch) und nicht das Gespräch beim Arzt der einfach Medikamente verschreibt. Nur eine Psychotherapie kann heilen, Medikamente können "lediglich" die Symptome unterdücken (im besten Falle, was schonmal nicht schlecht ist).

Noch zu Antidepressiva. Mirtazapin (Remeron) ist ein tetrazyklisches Antidepressiva, welches vor allem sedierend wirkt. Es wird primär bei Depressionen verschrieben, welche duch starke Schlafstörungen gekennzeichnet sind. Die häufigsten Nebenwirkungen sind Gewichtszunahme, Schläfrigkeit, Mundtrockenheit und Kopfschmerzen. Eine vollständige Liste mit allen Nebenwirkungen nach wissenschaftlicher Aufteilung findest du hier: http://deprimed.de/mirtazapin/

Ich persönlich konnte durch Mirtazapin (Remeron) wieder gut schlafen, jedoch nahm ich auch ca. 10kg zu. Andere Nebenwirkungen hatte ich nicht. Die antidepressive Wirkung tritt nach ca. 2-4 Wochen ein. Bei mir jedoch wirkte das Medikament nicht wirklich antidepressiv. Dies ist ein grundlegendes Problem von Antidepressiva. Sie wirken nicht bei jedem gleich gut. Oft sind mehrere Medikamentenwechsel nötig um eines zu finden das wirklich greift.

Das Mirtazapin antriebssteigernd wirkt (so dass man morgens besser aus dem Bett kommt) ist mir jedoch neu. Dazu würde ich dir eher ein SS(N)RI empfehlen http://deprimed.de/ssri-ssnri-sndri-nari/). Diese Medikamente werden bei Depressionen eigendlich am häufigsten verschrieben. Doch dies ist auch die Entscheidung deines Arztes.

Antwort
von TheTrueSherlock, 37

"Es fiel mir sehr schwer mich meinem Arzt gegenüber zu öffnen und über diese depressiven Gefühle/Beschwerden zu sprechen."

Nur dazu kann ich etwas sagen. Mit Antidepressiva habe ich keine Erfahrung.

Erstmal finde ich es schön, dass du eine Therapie anfangen wirst. Ich hoffe, dass steht auch schon fest und du weißt schon den ersten Termin.

Es ist anfangs sicherlich für viele schwer sich zu öffnen. Allerdings wird das mit der Zeit immer besser und du lernst dem Psychotherapeuten zu vertrauen :) Mit Antidepressiva fällt dir das vielleicht sogar leichter und du hast weniger Angst. Lass das alles mal auf dich zukommen, nimm das Antidepressiva wie empfohlen ein und schau wie die Therapie wird. Man kann sich im Voraus immer Gedanken machen und manchmal macht man sich viel zu große Sorgen, die eh nicht eintreten :)

Alles Gute! Kämpfe weiter :) "Wahre Stärke bedeutet nicht nie zu fallen, sondern immer wieder aufzustehen!"

Antwort
von Philipp59, 14

Hallo beautyms,

ich kann Dir leider zu dem Medikament (Remeron) nichts sagen. Doch ist es bei Psychopharmaka grundsätzlich so, dass nicht jedes Medikament bei jedem auch gleich wirkt. Bei dem einen wirkt dieses, bei einem anderen jenes Medikament besser. Selbst wenn jemand eine schlechte Erfahrung mit Remeron gemacht haben sollte, braucht das in Deinem Fall noch lange nicht so sein. Daher bringt Dir die Erfahrung anderer mit diesem Medikament wenig, eher im Gegenteil. Wichtig ist es, wie das Medikament auf Dich wirkt und ob Du es gut verträgst. Andernfalls müsstest Du unbedingt mit Deinem Arzt sprechen, damit er auf ein anderes Präparat umsteigt. Allerdings braucht jedes Antidepressivum auch eine gewisse Eingewöhnungszeit, in der man vermehrt mit Nebenwirkungen zu rechnen hat.

Neben der ärztlichen bzw. therapeutischen Hilfe, gibt es auch einiges, was Du selbst gegen Deine Depressionen unternehmen kannst. Wenn Du die richtigen Schritte tust, dann kann das sehr dazu beitragen, dass Du eines Tages Deine Depressionen überwinden kannst.

Einer der wichtigsten Schritte im Kampf gegen Depressionen ist, dass Du mit jemandem darüber sprichst. Ich meine, Gespräche auch außerhalb einer Therapie. Warum ist das so wichtig? Nun, niemand kann wissen, wie es in Deinem Herzen aussieht, wenn Du nicht aus Dir herausgehst und Dich jemandem mitteilst. Außerdem ist es ein Heilungsprozess, Gefühle in Worte zu kleiden, denn allein über Deine schmerzlichen Erfahrungen zu reden, kann Deinem Herzen Erleichterung bringen. Wenn Du jedoch Deine Gefühle in Dich einschließt und unterdrückst, dann leistest Du Deinen Depressionen nur Vorschub. Doch ist hier auch ein Wort zu Vorsicht angebracht: Überlege Dir ganz genau, wem gegenüber Du Dich öffnen willst. Es sollte sich auf jeden Fall um eine vertrauenswürdige, mitfühlende und verständnisvolle Person handeln, die selbst stark genug ist, Dir wirklich beizustehen.

Ein weiterer Schritt ist, dass Du Deinen eigenen Wert erkennst. Mangelndes Selbstwertgefühl spielt bei Depressionen eine entscheidende Rolle. Oft ist dieses aufgrund von körperlicher oder psychischer Misshandlung in der Kindheit entstanden. Auch wenn frühere negative Erlebnisse bei Dir emotionelle Narben hinterlassen haben, solltest Du daran denken, dass dies nichts an Deinem Wert als Mensch ändert. Daher solltest Du Dich um eine ausgeglichene Ansicht über Deinen wahren Wert als Person bemühen.

Es kann allerdings etwas geben, dass Dir immer wieder Dein Selbstwertgefühl raubt, wenn Du Dich nämlich wegen jedes kleinen Fehlers selbst zerfleischt. Wenn es auch Dir so ergeht, dann denke daran, dass eine solche unvernünftige Fehlersuche Deine Selbstachtung in einem erheblichen Ausmaß untergräbt. Vergiss nicht: Wir alle haben unsere Fehler und Schwächen. Doch wir haben auch Stärken. Statt sich auf eine penible Fehlersuche zu begeben, sollte man lieber an das denken, was man besonders gut kann. Vielleicht setzt Du Dich einfach mal hin und schreibst all die Stärken und positiven Eigenschaften auf, die Du an Dir entdeckst.

Es gibt noch etwas, das zu einem mangelnden Selbstwertgefühl beitragen kann. Es könnte die übertriebene Sorge sein, von anderen anerkannt zu werden und die Angst vor Ablehnung. Es mag sein, dass in der Vergangenheit Menschen zu Dir unfreundlich und gefühllos waren. Denke jedoch daran, dass Dein wahrer Wert nicht daran gemessen wird, ob Dich andere mögen oder nicht. Jeder Mensch ist auf die eine oder andere Weise wertvoll.

Ich möchte Dich auch noch auf die Hilfe aufmerksam machen, die uns die Bibel gibt. Obwohl sie kein medizinisches Fachbuch ist, gibt sie denen, die depressiv sind, Rat und spricht ihnen Mut zu. Zum Beispiel spricht sie davon dass Gott ist denen, die ihm dienen und niedergeschlagen sind so nahe ist, als sei er direkt bei "den Zerschlagenen und Bedrückten, um den Geist der Bedrückten wiederaufleben zu lassen und das Herz der Zerschlagenen neu zu beleben" (Jesaja, Kapitel 57:15, Einheitsübersetzung). Ist es nicht sehr tröstend, zu wissen, dass Gott schwermütigen Personen so nahe ist?

Vielen hilft es auch, dass sie sich zu jeder Tages- und Nachtzeit an Gott im Gebet wenden können. Das Gebet ist nicht nur eine psychologische Krücke denn aufrichtige Gebete gehen nicht einfach ins Leere. Wenn Du Dich an Gott wendest, kann er Dir helfen, besser mit entmutigenden Gefühlen und Situationen, die Dich aus dem Gleichgewicht bringen umzugehen. Die Bibel fordert uns sogar auf, Gott unser Herz auszuschütten. Das ist besonders dann sehr wertvoll, wenn man das Gefühl hat, von niemandem sonst richtig verstanden zu werden. Auch wenn Gott das, was Dich belastet, nicht mit einem Mal beseitigt, kann er Dir jedoch die nötige Kraft geben, mit allem fertig zu werden - auch mit Depressionen!

LG Philipp

Antwort
von Claudio1812, 21

Ich finde es gut, dass Du Dir Hilfe holst und eine Therapie beginnst. Das ist ein Zeichen von Stärke und nicht von Schwäche und nein - das schreibe ich nicht, um dir damit eine Freude zu machen. Es macht lediglich keinen Sinn, zu leiden, wenn man dagegen was tun kann. Antidepressiva - jemand hat das hier auch richtig geschrieben - wirken erst nach zwei bis drei Wochen, weil sich der Spiegel des Medikaments aufbauen muss. Je nach Wirkstoff kann es während dieser Zeit zu Nebenwirkungen kommen, die (leider) manchmal Angst machen können, aber ungefährlich sind und in aller Regel verschwinden, sobald das Medikament seine Wirkung entfaltet. Da heisst es schlicht: Geduld haben. Nebenwirkungen sind bei Antidepressiva oft Schwindel, Kopfschmerzen, Unwohlsein, Kribbeln usw. Das mit Deinem Sodbrennen (oft kommen Reizmagen und Reizdarm dazu) ist typisch für den Stress, den Du durchmachst. Es sind oft auch vegetative Störungen, die den Druck begleiten. Der Körper signalisiert, dass es ihm zuviel wird. Ich verstehe Deine Angst. Das Beste in solchen Situationen ist (neben den Medis): Bewegung. Verkriech dich nicht im Bett, geh abends eine halbe Stunde zügig spazieren. Und noch ein Letztes: Sei weniger streng mit Dir selber. Es ist ok, wenn du dein Studium gut beenden willst, aber der Ehrgeiz muss ja nicht immer das Maximum wollen. In zehn Jahren fragt niemand mehr nach Noten. Dann ist neben Wissen vor allem die Erfahrung wichtig und die Fähigkeit, vernetzt zu denken. Lass Dich nicht aus der Ruhe bringen. Geniess das Leben. Hey, es ist einzigartig. Es wird alles gut, Du wirst sehen :-)

Antwort
von webheinerle, 5

Im Remeron steckt Mirtazapin, das ist ein sehr wirksames Antidepressivum mit vielen Nebenwirkungen. Vor allem Gewichtszunahme. Zudem macht es sehr müde. Aus eigener Erfahrung kenne ich das Medi aber nicht, ich habe es immer abgelehnt.

Antwort
von Supermond, 29

In der Regel fangen Antidepressiva nach drei Wochen an zu wirken und entfalten ihre volle Wirkung nach 1-2 Monaten. Bis dahin muss man versuchen die Zähne zusammenbeißen. Dafür geht's einem im Nachhinein besser. Ich finde es gut, dass du dich für eine Therapie entschieden hast. Nur so wird es möglich sein, deine Probleme aufzuarbeiten und dann in den Griff zu bekommen. Mit deinem Medikament kenne ich mich nicht aus. Aber meistens haben Antidepressiva die Nebenwirkung, das man etwas zu nimmt. Das sollte aber nicht das Problem sein. Ansonsten sind sie aber in der Regel recht gut verträglich.

Antwort
von pizzaliebende, 23

Antidepressivum sollte nach ca 3 Wochen wirken. Bei mir hats einige zeit länger gedauert, dafür wirkt es aber sehr gut. Hatte auch ähnliche Beschwerden wie du, aber nach 1jähriger Therapie und nach den Medikamenten geh es jetzt wieder sehr viel besser.

Viel Glück dir weiterhin :)

Antwort
von Lukei, 9

Ich hatte auch eehr viel Stress auf der Arbeit und wurde dadurch depressiv. Ferner wurden mir im Laufe der Jahre verschiedene Antidepressiva verschrieben. Ich habe Depressionen seit dem Jahre 1993.

Diese Antidepressiva machen einem zuerst müde und mit der Zeit hören diese Nebenwirkung auf und der Körper hat sich daran gewöhnt. Auch die anderen Nebenwirkungen, wie schlechtes Sehen sind nach einigen Wochen der Einnahme nicht mehr vorhanden.

Antidepressiva wirken erst nach einigen Wochen. Erst dann beginnt man sich besser zu fühlen, man schläft wieder gut, ist ausgeglichener und nicht mehr so gestresst. Auch die Stimmung ist besser.#

Diese Medikamente müssen regelmässig eingenommen werden und in der richtigen Dosis.Sollte die Wirkung nachlassen muss man zum Arzt, der einem eine höhere Dosis verschreiben muss. Oder aber die Wirkung ist zu stark, dann auch zum Arzt und die Dosis wird verringert.

Bei mir ist es so, das ich an Gewicht zunehme, wenn ich Antidepressiva einnehme.

Antwort
von Ente222, 12

Du bist in einem schrecklichen Zustand. Ich bin mir nicht sicher, ob da ein Antidepressivum die Lösung bringen könnte.

Vielleicht hat du den falschen Beruf gewählt? So kann es doch nicht weiter gehen.

Du bist am Anfang deines Lebens und klar brauchst du eine Berufsausbildung. Aber keine, die dich so fertig macht wie gegenwärtig.

Antwort
von Goodnight, 16

Dann solltest du sofort damit aufhören andere Leute über dein Medikament und ihre Krankheit auszufragen. 

Das tut dir garantiert nicht gut.

Antwort
von Gestade3, 3

Doc

Hallo, ich glaube nicht, dass Du so ein Medikament benötigst. Frage Deinen Arzt beim nächsten Besuch mal nach "Venlafaxin".

Alles Gute

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