Frage von maddy333, 58

Antidepressiva als "Lückenfüller"?

Mir geht es nun seit einiger Zeit ziemlich mies und heute hat mein Arzt meiner schlechten Laune einen Namen gegeben: Depressionen!

Ich habe nun eine Liste mit Namen und Nummern von Therapeuten bekommen, die er mir ans Herz legt. Bis ich einen Therapie Platz bekomme, kann es jedoch dauern. Deshalb habe ich übernächste Woche nochmal einen Termin bei meinem Hausarzt. Bis dahin soll ich mir Gedanken machen, in Antidepressiva für mich als Übergangslösung in Frage kommen.

Hat da wer Erfahrungen, kann mir Vor- & Nachteile, eventuell Nebenwirkungen nennen? Danke im Voraus für alle hilfreichen Antworten :)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von samm1917, Community-Experte für Depression, 14

Es kommt darauf an, wie stark deine Beschwerden sind. So hart es klingt, doch beim Thema Antidepressiva ist es eine Kosten/Nutzen-Abrechnung. Was ist schlimmer? Die Beschwerden oder die Nebenwirkungen der Medikamente? Um diese Frage zu beantworten muss man es zwangsweise ausprobieren.

Für mich waren Antidepressiva einfach das kleinere Übel. Niemand kann dir vorhersagen, wie diese Medikamente auf dich wirken, da die Wirkung von Psychopharmaka sehr individuell ist.

Hier einfach einige Fakten dazu:

  • Antidepressiva müssen täglich (also nicht nur bei Bedarf) eingenommen werden.
  • Es dauert in der Regel ca. 2-4 Wochen bis sie wirken.
  • Die Nebenwirkungen sind vor allem zu Beginn der Therapie stark ausgeprägt und lassen im Verlauf der Behandlung nach (ausg. Gewichtszunahme und Libidoverlust falls betroffen).
  • Nur 30% der Patienten reagieren ausreichend auf ihre Erstmedikation (das erste Medikament das ihnen verabreicht wird). 40 weitere Prozent reagieren erst nach diversen Umstellungen bis hin zur Einnahme ganzer Kombinationen. Ca. 30% reagieren nicht oder nur stark unzureichend auf Antidepressiva.
  • Welches Medikament man zuerst einnimmt hängt stark von der Ausprägung der Beschwerden ab. Vor allem ob man Schlafstörungen hat oder nicht. Bei Depressionen mit starken Schlafstörungen werden primär sedierende Antidepressiva (wie z.B. Mirtazapin) verordnet. Im "Normalfall", also bei Depressionen mit Antriebslosigkeit etc. werden Medikamente der sogenannten SS(N)RI-Klasse verschrieben. Bekannte davon sind z.B. (Es)Citalopram, Sertralin, Venlafaxin, Duloxetin etc.

Für mehr Infos zu Antidepressiva empfehle ich dir den Link: http://deprimed.de/home/

Grundsätzlich musst du es versuchen, wenn du die Frage nach dem kleineren Übel beantworten willst. Dies hängt jedoch wie bereits erwähnt mit deinem Gesundheitszustand zusammen.

Antwort
von marit123456, 17

Hallo Maddy,

tja, da gibt es keine universell richtige Antwort. Das liegt an jedem selbst, wie er es wahrnimmt und auch aushalten kann.

Ich persönlich bin depressiv, verweigere mich allerdings Medikamenten. Glückspillen will ich nicht. Als ich am Boden lag, hatte ich permanent schlimme Gedanken, aber dahinter war ich zu stark, um diese in die Tat umsetzen zu können. Gelitten hab ich trotzdem reichlich.

Meine Freundin hat allerdings über Antidepressiva überhaupt erst zur Ruhe finden können, um ihre ganz persönliche Krise bewältigen zu können.

Es ist auch nicht gesagt, daß die Medis, die dir der Arzt verschreibt, die entsprechenden Wirkung bei dir haben.

Es gibt seit einigen Jahren Forschungen, die versuchen herauszufinden, welche Antidepressiva bei welchen Menschen helfen. Es gab und gibt einfach zu viele Therapieversager und zu viele Medis. Dein Arzt würde also die gesamte Möglichkeit durchspielen, bis was Passendes greift. Frage dich also auch, ob du diese Behandlungsversuche mitmachen möchteste, die durchaus zahlreich sein können.

Wenn dein Arzt dir schon die Möglichkeit gibt, darüber nachzudenken, dann begreife das als Chance, mit ihm darüber reden zu können und konfrontiere ihn damit, daß es kein Allheilmittel für alle gibt. Ein guter Arzt wird das positiv aufnehmen und mit dir eingehend durchsprechen.

Wie immer deine Entscheidung ausfällt, ich wünsche dir gute Besserung, gutes Gelingen und die Überwindung deiner Krise!

Antwort
von Maillewayoflife, 29

Hey Maddy,

ich habe mit dem Medikament direkt keine Erfahrungen gemacht, mit Depressionen allerdings schon.

Sachen über die ich mir Gedanken machen würde:

1. Wie schlecht geht es mir tatsächlich?

2. Geht es mir so schlecht dass ich am Liebsten gar keine Emotionen mehr haben möchte?

3. Geht es mir so schlecht dass ich mich nicht mehr auf natürliche Art und Weise für irgendetwas begeistern kann?

Wenn du es mit Sehr schlecht, Ja und Ja beantwortet hast, dann würde ich dieses Medikament in Erwägung ziehen.

Ansonsten würde ich aber alternativ einen Freund aufsuchen an den du dich wenden kannst, viel unternehmen, ein neues und interessantes Hobby finden was dich begeistern könnte, Schokolade essen, Sex haben; eben alles was dich wieder motivieren bzw. begeistern könnte.

Hoffe das hilft wenigstens ein bisschen, wünsche dir viel Glück :)

Antwort
von webheinerle, 9

Das ist das übliche Verfahren. Therapieplätze sind ein sehr rares Gut und die Übergangsphase kann lange dauern. Warum also nicht die Zeit nutzen und nach einem wirksamen Medikament suchen? Oft werden Antidepressiva auch gegeben, um den Patienten erst einmal therapiefähig zu machen. Ich würde es ausprobieren, aber mit der gebotenen Vorsicht bei nebenwirkungsreichen Medis. Gern wird zu Beginn Mirtazapin gegeben, das wirkt ziemlich zuverlässig, macht aber sehr schnell fett.

Antwort
von steka77, 13

Je nach Leidensdruck können Antidepressiva sehr förderlich sein. Es kommt aber darauf an wie deine Symptome sind. Bei vermindertem Antrieb verschreibt der Arzt dir ein anderes als bei verstärktem Antrieb. Außerdem kann auch eine gewisse Begleitsymptomatik entscheidend sein wie z.B Schmerzen, Ängste etc.. Grundsätzlich spricht nichts gegen eine medikamentöse Behandlung. Die Wirkung setzt je nach Wirkstoff jedoch erst nach zwei bis drei Wochen ein. 

Antwort
von AmyDu, 11

Also ich habs zweimal probiert:
Beim ersten mal hat es echt gut geholfen, aber ich hatte ziemlich starke Nebenwirkungen, also habe ich es abgesetzt und ein anderes ausprobiert
Beim zweiten hat es leider nichts gebracht, deshalb wurde es dann auch ziemlich früh wieder abgesetzt
Mein Arzt ist am überlegen, ob ich es nochmal ausprobieren soll. Er ist sich halt noch nicht ganz sicher, weil dadurch ja manchmal suizidgedanken verstärkt werden und das bei mir halt so ne sache ist...

Kommentar von AmyDu ,

also die nebenwirkung war halt, dass ich fast durchgängig geschlafen hab

Antwort
von paranomaly, 6

Antidepressiva bekämpfen ja nicht die Ursache, sondern  nur das Sympthom.

Meiner Meinung nach verschreiben Ärzte dass nur, um es sich möglichst einfach zu machen.

Dazu nenne ich mal ein Beispiel: Sagen wir ein Mann ist während einem Wochenende mit seinen Freunden weggefahren, die Frauen sind alle zu Hause geblieben.

Die Freundin von der Frau des Mannes erlaubt sich einen Spaß und nimmt ihr Handy und schreibt dem Mann, dass seine Frau von ihm trennen will.

Daraufhin ließt er die Nachricht und ihm wird schlecht, er bekommt häftige Magenschmerzen.

Antwort
von ixijoy, 19

das hat bei mir gar nichts gebracht weder wirkung noch nebenwirkung.

Antwort
von Darksoul933, 23

Es gibt Antidepressiva ohne nennenswerten Nebenwirkungen. Ich selbst hatte bei der bisherigen Medikation keine Probleme, bis auf Probleme mit der Libido. Abhängik macht kein Antidepressiva. Es wäre eine Lösung, fals du wirklich manisch depressiv bist. LG.

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