Frage von Jamaicaaa, 65

Anti-Depressiva sinnvoll?

Hey Community, vorab:

Ich hab seit meiner Geburt DIS. Bin demnach sehr oft depressiv. Daraus ergeben sich viele Schwierigkeiten, vorallem was den Sozialen Bereich angeht. Hab aber Freunde, sind halt seit 10 Jahren die gleichen. Nur merk ich wenn jemand neues den ich nicht kenne mal mit am Start ist, fühl ich mich stark unter Druck gesetzt und werde verklemmt.. (Bin aber grundsätzlich schon sehr verklemmt, aber gebe mir die größte Mühe das nach außen nicht so zu tragen, was in den Augen anderer aber wie Aroganz wirkt).

Sei's wie's will, um so besser es mir geht, desto einfacher ist es für mich auch mit Leuten umzugehen. Hab mein Leben lang Anti-Depressiva abgelehnt, nur mittlerweile bin ich an einem Punkt an dem die Häufigkeit der Suizidgedanken extrem ansteigt und immer Realitätsnaher wird. Früher war's meist nur ein Gedanke, wie einfach es wäre jetzt einfach nicht mehr hier zu sein, mittlerweile mach ich mir aber schon Gedanken wie es meine Familie am ehesten verkraften könnte. In solchen Momenten bin ich echt kurz davor mir den Gnadenstoß zu geben und von einer Brücke zu springen, oder weiß Gott was alles. Hab schon angefangen Suizidmöglichkeiten zu googeln.

Um das nochmal kurz zu erklären, ich bin zwar manchmal kurz davor es zu tun, werd es aber niemals tun da ich damit zu vielen Menschen die mir geholfen haben Schaden zufügen würde und das haben sie nicht verdient, genau so wie ich es wahrscheinlich nicht verdient habe so Jung zu sterben. Abgesehen davon sehe ich noch Potenzial und Hoffnung in meinem Leben. Das sind eben nur Phasen in denen es mir so sauschlecht geht und wie oben schon beschrieben, diese nehmen zurzeit drastisch zu. Sorry wenn ich mich wiederhole, ich will nur klarstellen dass ich bei Verstand bin und nicht Suizidgefährdet bin!

Mir geht's rein darum, soll ich nun Anti-Depressiva nehmen, jetzt, wo ich mich am Limit meines Ertragens wahrnehme? Was für Langzeitschäden würden auftreten?

Psychologen hatte ich, momentan grad Zwangspause weil der nicht über die Krankenkasse geht und bisschen unprofessionell gearbeitet hat, was ich erst nach ein paar Terminen festgestellt hab. Bin im Moment auf der Suche nach einem den mir der Staat zahlt weil ich mir das nicht selber finanzieren kann.

Hier geht's rein darum, ob es Sinnvoll ist in diesem Zustand Anti-Depressiva zu nehmen. Hab auch eine Zeit lang hardcore gekifft aber das vor 2 Monaten gelassen, nur ist das Leben viel zu hart ohne was zu rauchen. Hab mich trotzdem durchgebissen und nix mehr angerührt aber ich sehn mich schon wieder danach, mich nicht die ganze Zeit mit so einem Geistigen Abfall der sich in meinem Kopf abspielt, herumplagen zu müssen und wenn ich jetzt was hier hätte würd ich einfach wieder anfangen.... Ich brauch irgendwas um klar zu kommen und da sich Depressiva auch anbieten (auch wenn ich davon extrem wenig halte) wollte ich mal nachfragen was ihr davon haltet.

Alles 10x wiederholt, sorry bin wieder im Strudel gelandet ^^ Jetzt ihr, bitte

Antwort
von Seanna, 12

Es ist UNMÖGLICH von Geburt an eine DIS zu haben.

Einfach deshalb weil das eine komplexe chronische Traumatisierung bedingt, die zwar unter extremen Umständen schon im Mutterleib stattgefunden haben kann, die aber dann keine DIS verursachen kann, weil es (noch) keine Persönlichkeit in dem Sinne gibt, deren Entwicklung gestört werden könnte.

Setzt sich die Traumatisierung fort, könnte sich eine DIS daraus entwickeln, wenn die Traumatisierung in den entscheidenden Lebensjahren chronisch und komplex verläuft - dann hat man sie aber logischerweise nicht von Geburt an.

Außerdem bedingt eine DIS nicht zwangsläufig Depressivität.

Zu den Medikamenten: das hängt sehr von Symptomatik, Kombination, Organismus, begleitender Therapie und Lebensumständen ab.

Konkrete Medikamente gibt es gegen dissoziative Störungen nicht, höchstens gegen einzelne Symptome wie zb Depression, Schlafstörungen, ...

Über Nebenwirkungen oder gar Langzeitfolgen lässt sich gar nichts sagen, da das individuell unterschiedlich ist. Idr gibt es jedoch keine langfristigen Schäden. Diese sind eher bei Neuroleptika zu erwarten, zb Spätdyskinesie.

Antwort
von XY123XY123, 17

Anti-Depressiva (oder auch andere Psychopharmaka) solltest Du nur dann nehmen, wenn Du das Gefühl hast, dass es gar nicht mehr anders geht.

Wenn Du dissoziativ bist, dann bedeutet das, dass Du ein unaufgelöstes Trauma (oder auch mehrere Traumatisierungen) in Dir hast. Damit musst Du Dich beschäftigen. Schön langsam, Schritt für Schritt.

Man ist nicht von Natur aus dissoziativ.

Kommentar von Jamaicaaa ,

Ja also was denkst du, soll ich welche nehmen oder nicht?
Oben steht ja wie mein Befinden ist.

Was DIS ist weiß ich :D

Kommentar von XY123XY123 ,

Du hast geschrieben, dass Du von Geburt an dissoziativ bist. Daher gehe ich davon aus, dass Du nicht wirklich weißt, was das ist und wie es zustandekommt. Ob Du Medikamente nehmen sollst, kannst letztlich nur Du selbst wissen. Niemand außer Dir weiß, wie schlimm es ist. Deinem Schreiben nach zu schließen, sind Medikamente noch nicht notwendig. Aber wie gesagt, das ist nur meine Meinung von außen. Niemand kann in Dich hineinschauen.

Antwort
von paranomaly, 8

Vor ein paar Monaten las ich einen interessanten Artikel über einen neuen Bereich, die Epigenetik. Diesen Wissenschaftsbereich gibt es zwar noch nicht so lange, konnte aber schon herausfinden, dass Stress, ein Trauma oder auch andere Umwelteinflüsse die DNA verändern können und Krankheiten auslösen können. Die Epigenetik stellte zudem fest, dass z. B. Depressionen auch vererbbar sein können, da du schreibst dass du es seit der Geburt hat. Würde ich mich darüber mal informieren, vielleicht ist das bei dir der Fall.

Bei Erkrankungen die durch einen dieser Faktoren entstanden sind, können auch durch die Behebung beispielsweise eines vorhandenen psychischen Problems behoben werden.    

Kommentar von paranomaly ,

Man muss auch sagen, dass Epigenetik auf der gesamten Ebene arbeitet (Körper, Geist, Seele, Bewusstsein). 

Antwort
von GehOrgel, 9

Schau mal: wenn Du in den Spiegel schaust, wird Dein Gegenüber nicht zuerst lachen; Du must damit anfangen. Dann, nur dann lächelt der im Spiegel zurück.

Mach Dir gute, fröhliche Gedanken, dann kannst Du Deine Depri schnell vergessen! Es sind Deine Gedanken, und Gedanken kann man ändern!

Antwort
von Sagedrake, 16

Hey, also Antidepressiva sind ja ein starker Eingriff in deine Biochemie, ich persönlich würde dir nur dazu raten, wenn die Gedanken an Suizid wirklich die Überhand gewinnen.. Weiß nicht, ob das zu dir gut passt, aber hast du es schon mal mit einem "spirituellem" Weg versucht? Ich verlinke dir mal ein paar Videos, vielleicht hilft es dir ja irgendwie..

Kommentar von Jamaicaaa ,

Bin sehr spirituell nur die Zeiten in denen mir das Kraft gegeben hat sind leider vorbei. Anfangs als ich das kennenlernte hat mir das sehr geholfen nur wurden die Depressionen irgendwann so stark dass ich garnichts positives mehr an mich ranlassen kann

Kommentar von Sagedrake ,

Ja das mag sein, nur muss es ja nicht immer Schönmalerei bedeuten. Wenn deine Depressionen zu stark für positives werden, dann ist das so. Es ist aber auch so, dass selbst Depressionen letztendlich Teil deines Verstandes und deiner Emotionen sind... und z.B. Meditation ist eine Möglichkeit, diese beiden lärmenden Parteien zu beruhigen :)

Hier nochmal zwei Videos, sehr kurz, aber auch sehr gut und lustig :)

https://www.youtube.com/watch?v=jnIZtRRv3mk

https://www.youtube.com/watch?v=URL5xHCK1-I

Dauert fünf Minuten, sich die beiden anzugucken, würde ich echt empfehlen :)

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