Frage von Usedefault, 55

Antenne anschließen?

Hallo!

Eine Radioantenne ist ja ein Schwingkreis. Aber wie schließt man diesen Schwingkreis z. B. an eine Diode an? Beim Radio ist die ja nur einmal angeschlossen, obwohl die zweite Kondensatorplatte ja oben ist?

Also wie bringt man mit einer Antenne eine Diode zum Blinken?

Lg

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von ProfFrink, 35

Es sieht so aus als wenn Du irgendwo in der Literatur die Erklärung für eine Antenne und den prinzipiellen Vorgang des Radioempfangs erklärt bekommen hast.

Aber vom physikalischen Prinzip bis zur technischen Umsetzung ist es immer noch ein weiter Weg. Es müssen Details beachtet werden.

Ich verstehe Deine Absicht nun so, dass Du eine einfache Antenne an eine Leuchtdiode anschliessen möchtest und die soll dann blinken.

Es ist zwar richtig, dass Deine Antenne ein Schwingkreis ist. Aber um welche Empfangsfrequenz geht es Dir? Denn daran entscheidet sich schon mal die Grösse Deiner Antenne.

Das Anschlussschema ist vergleichsweise einfach. Entweder Du baust einen Spannungsdipol. Dann schliesst Du an die Anode und an die Kathode je einen Draht mit der Länge der von einem Viertel der Wellenlänge.

Oder Du baust einen Stromdipol: Dann verbindest Du einen einzigen Draht in der Länge der Wellenlänge mit seinen beiden Enden je an die Anode und Kathode Deiner LED.

Das garantiert aber noch lange nicht, dass sie leuchtet. Du musst bedenken, dass LED's auch eine Schwellspannung von etwa 0,5V haben. Das ist ein grober Klotz im Vergleich mit den Feldeffekttransistoren, die als erste aktive Bauelemente in einem normalen Radio den Empfang besorgen. Die haben eine Empfindlichkeit von etwa 0,2μV. Und die Feldstärke eines normalen Senders ist nach einigen Kilometern verschwindend gering und liegt so zwischen 10μV und 100μV.  Für den normalen Rundfunk- und Fernsehempfang reicht das dicke aus. Aber Deiner LED ist damit kein Glimmen zu entlocken. Das geht höchstens, wenn Du in unmittelbarer Nähe eines Sendemastes lebst und der müsste auch noch ordentlich Leistung produzieren.


Kommentar von Bellefraise ,

Jau, gute Antwort. Ich hatte mal ein Zimmer nur 1km entfernt von den Sendemasten der Deutschen Welle. Die haben ordentlich Leistung rausgebraten und . . .  schwer zu glauben aber es war so: es gab umschaltbare Antennenfelder und zu bestimmten Zeiten und wenn das enrsprechende Feld aktiv war, waren unbestimmbare Geräusche mit Sprachähnlichkeit aus dem Küchenschrank zu hören. Eine LED hätte da bestimmt auch gefunkelt.

Kommentar von ProfFrink ,

Dann bist Du ja bestes abgehärtet. Manche bekommen ja schon Panik, wenn ein WLAN Router sich in Schlafzimmernähe befindet.

Kommentar von Usedefault ,

Ich will einen UKW Radio bauen und will das ganze logisch ergründen.

Aber bevor ich über die Frequenz nachdenke, will ich mal irgendein durch die Antenne erwirktes Resultat sehen.

Mir wäre schon mal geholfen, wenn über einen T ein Signal auf die LED übertragen wird.

Aber bei der Antenne gibt es ja keine 2 Anschlüsse, sondern nur unten die Schlaufe.

Wie sieht ein Schaltplan aus, der die LED mit allen Wellen erregt, ohne Demodulator und alles andere?


Kommentar von ProfFrink ,

Okay, was Du vorhast nennt man in der Theorie der technischen Entwicklung den bottom-up-Ansatz. Aber es bleibt dabei, dass Deine LED viel zu anspruchsvoll ist hinsichtlich des Energiebedarfs. Da wird nichts passieren.

Wenn Du wirklich buttom-up-mässig ein Radio entwickeln willst, dann leih Dir ein Oszilloskop und schliess an den Tastkopf eine Wurfantenne an. Dann wird ein Rauschen auf dem Schirm sichtbar. Das wäre der Anfang alles Empfangens. Dann kannst Du tatsächlich mit diskreten Schwingkreisen herumexperimentieren. Wenn Du im UKW Band von 88MHz bis 108MHz was machen willst, dann musst Du erst einmal eine Menge rechnen, um einen passenden Schwingkreis zu errechnen. Musst Dich auch mit der Theorie der Impedanzanpassung befassen. Auch gekoppelte Schwingkreise müsstest Du verstehen. Auch einen empfindlichen Feldeffekttransistor als erstes zartes Verstärkerelement ist zu empfehlen.

Es kommt Dir zu Gute, dass das Zeug kaum Geld kostet. Ist alles für Cent Beträge zu bekommen. Nur das Oszilloskop ist so eine Hürde.

Kommentar von Usedefault ,

Und wie gehört die Antenne angeschlossen? Müssten da nicht 2 Pole sein?

Ein Oszilloskop zeigt die Spannungskurve an oder?

Kommentar von ProfFrink ,

Ja, richtig, der Tastkopf des Oszilloskops hat ja selbst auch einen Masseanschluss. Also wenn es ein hochohmiger Tastkopf ist, dann wird eine Spannungskurve angezeigt. Dann sollte Deine Antenne idealerweise auch ein Spannungsdipol sein. Also lambda/4 an die Masse und eine lambda/4-Leitung an die Tastkopfspitze.

Kommentar von Usedefault ,

Aber bei einem Radio gibt es keine Verbindung zur Masse, wie die Erdung? Wie funktioniert dort die Spannungserzeugung durch EM-Wellen? Werden Elektronen in der Antenne durch den Anschluss der Antenne gedrückt, wenn eine Welle auftrifft?

Kommentar von ProfFrink ,

Bei einem handelsüblichen Radio mit Stabantenne oder als einfacher Draht (Auswurfantenne) hat man tatsächlich nur eine halbe Antenne. Natürlich muss an den Eingangsschwingkreis irgendwo her ein 2. Pol genommen werden. Man verwendet einfach die "Signalerde". Das hat nichts zu tun mit der Erdungsklemme am Versorgungsstecker des Radios. Die meisten Radios haben auch kein Erdung über die Stromversorgung.

Es ist so: Der hochempfindliche HF-Teil eines Radios befindet sich entweder in einer kleinen Metallkapsel, diese stellt gleichzeitig die Signalerde bzw. das Gegengewicht zum Halbdipol der Antenne dar. Und selbst, wenn dieses kleine Gehäuse im Gehäuse fehlt, reicht die Definition einer Signalerde. Wir haben dann eben eine unsymmetrische Antenne. Die weitere HF-mässige Behandlung und Vorfilterung des Antennensignals erfolgt ja auch 'unsymmetrische' d.h. über ein Netzwerk mit Massebezug.

Entscheidend ist aber das am Fusspunkt der Antenne ein Wellenwiderstand realisiert wird der genau so gross ist wie der Wellenwiderstand des Filternetzwerkes, das das Antennensignal aufnimmt. Du musst Dich also schon mit der Theorie von stehenden Wellen befassen. Solltest wissen was Spannungsbäuche und Stromknoten sind. Auf diese Weise bist Du schon mitten drin in der Hochfrequenztechnik.

Aber für das erste reicht es für das Verständnis, wenn Du Dich im Internet oder in der Fachliteratur mit den Themen symmetrische und unsymmetrische Antennen, symmetrische und unsymmetrische Leitungen befasst. Es ist zugegebenermassen ein schwieriges aber auch ein sehr schönes Gebiet.

Antwort
von Charly7, 7

Eine LED ist ungeeignet! Sie ist viel zu träge und viel zu groß. Bei UKW wirkt die wie ein Kondensator und nix ist mit Leuchten. Lang und Mittelwelle sind mit Germanium Spitzendioden, Typ AA### zu bändigen, UKW ist schon der einzelne Draht ein Bauteil! Schau Dich mal nach Detektorempfänger um im Netz, es gibt wohl noch einige Sender zu empfangen. Diode OA### gehen übrigens auch. Mit vielSaft auf der Antenne kannst danach vielleicht die LED betreiben, sejr vielleicht. Nimm eine moderne mit 50.000 cd oder mehr, die glimmen schon im µA Bereich. Und rot wäre am besten da niedrigste Spannung.

Antwort
von weckmannu, 8

Eine Radioantenne wird mit einem Koaxkabel ans Radio angeschlossen. Dabei ist die Abschirmung ein Pol, der Mittelleiter der 2. Pool.

Um ein Radio verstehen und bauen zu können, bräuchte es einige Kenntnisse aus der Elektrotechnik.

Am besten fängt man mit einem Elektro-Baukasten an.

Billiger sind die passenden Bücher der Stadtbibliothek -das war mein Weg.

Kommentar von Usedefault ,

Das erste mal in meinem Leben versteh ich den Sinn einer Bibliothek. Danke für die Tipps!

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