Ansprüche Urlaubstage nach 1,5 Jahren Krankengeld?

... komplette Frage anzeigen

3 Antworten

Vorab zur Klärung der Frage, wie viel Urlaub du überhaupt hast (nach deutschem Recht):

Deine Informationen dazu sind leider etwas konfus und ungenau: Du hast Urlaubsanspruch immer nur für ein Kalenderjahr, es gibt also keinen Urlaub für 2004/2015 oder 2015/2016, sondern nur für 2014, 2015, 2016.

Aufgrund Deiner Angaben ist also nicht zu erkennen, wie viel Urlaub Du in 2015 hattest und wie viel in 2016.

Nun zur grundsätzlichen Klärung Deiner Frage:

Urlaub, der wegen lang anhaltender Erkrankung nicht genommen werden kann, verfällt nicht für die Dauer von 15 Monaten ab Ende des jeweiligen Anspruchsjahres, Urlaub aus 2015 als nicht bis zum 31.03.2017. Restliche Urlaubsansprüche aus dem Kalenderjahr 2014 sind verfallen.

Wenn du mehr als den gesetzlichen Urlaubsanspruch hast, betrifft das den zusätzlich gewährten Urlaub nur dann, wenn arbeits- oder tarifvertraglich nichts Anderes vereinbart wurde (dass also für diesen Fall kein Anspruch auf den zusätzlichen Urlaub besteht) oder wenn es in der Formulierung des Urlaubsanspruchs keine Unterscheidung zwischen gesetzlichem und zusätzlichem Urlaub gibt. Ist einer der beiden Fälle gegeben, hast Du nur Anspruch auf den gesetzlichen Urlaub für 2015.

Für das Kalenderjahr 2016 spielt eine andere Frage ein Rolle: Hier kann Dir Dein Urlaub wegen der unterjährigen Beendigung des Arbeitsverhältnisses bei gleichzeitiger Erkrankung nicht mehr gewährt werden und muss ebenfalls ausgezahlt werden.

Da das Arbeitsverhältnis in diesem Kalenderjahr länger als 6 Monate bestanden hat, hast Du Anspruch auf den gesamten Urlaub - allerdings wieder unter den grundsätzlichen vertraglichen Voraussetzungen, die ich oben bereits genannt habe: Gibt es eine Vereinbarung zu einer anteiligen Urlaubsberechnung bei unterjährigem Ausscheiden (eine die genannte Trennung bei der Formulierung des Urlaubsanspruchs), dann darf der Urlaubsanspruch für 2016 gezwölftelt werden, also 1/12 des Jahresurlaubs für jeden vollen Monat des Beschäftigungsverhältnisses.

Der Anspruch auf den vollen gesetzlichen Mindesturlaub bleibt dabei aber bestehen, wenn die anteilige Berechnung den unterschreiten sollte.

Nimmst Du diesen Anspruch (voller Urlaub für 2016) wahr, hast Du in diesem Kalenderjahr aber keinen Anspruch mehr gegen Deinen neuen Arbeitgeber - es sei denn, der wäre dort höher als beim jetzigen, dann hättest  Du beim neuen Arbeitgeber einen anteiligen Anspruch für das restliche Kalenderjahr auf den zusätzlichen Anteil.

Wie viel Urlaub Dir tatsächlich und konkret zusteht, kann ich nicht sagen, weil ich Deinen Urlaubsanspruch nicht kenne, Deine Angaben in der Frage dazu nicht verwendbar sind und die vertraglichen Bedingungen nicht bekannt sind.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von taxxmo
25.10.2016, 17:58

Danke Familiengerd. Urlaubsanspruch war vielleicht etwas undeutlich. Daher nochmal. Resturlaub für 2015 war 15 Tage ( konnte ich nicht nehmen da ja krank ) Urlaubsanspruch für das ganze Jahr 2016 ist 30 Tage ( kann ich auch nicht nehmen da ja das ganze Jahr krank ) Ich fange nun am 02.01.2017 beim neuen AG an da ich bis zum 31.12.2016 krankgeschrieben werde., d.h. für mich das ich noch 45 Tage beim alten AG Urlaubsanspruch habe, und diese gern ausgezahlt haben möchte. 

0

die Auszahlung muss gewährt werden, wenn das Beschäftigungsverhältnis endet.

aber die Anzahl der Tage ist da schon ein umfangreicheres Thema.

für das angebrochene Jahr müssen dir die restlichen Tage ausgezahlt werden. aus dem Folgejahr wird idR nur der gesetzliche Urlaubsanspruch ausgezahlt. das wären 24 Tage. wenn dein Arbeitgeber einen Tarifvertrag hat oder Betriebsvereinbarungen, dann sind hier die genauen Formalitäten geregelt.

das wären bei dir also dann nicht 60 Tage, sondern "nur" 39 Tage.

aber wie schon geschrieben. hier müsste man wissen, was die Verträge sagen.

noch ein paar Links:

http://www.finanztip.de/urlaubsanspruch-krankheit/

https://www.gesetze-im-internet.de/burlg/__7.html

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Deine Urlaubsansprüche sind entweder verjährt oder werden teilweise vom neuen Arbeitgeber übernommen.

Die Urlaubsansprüche von 2015 sind verjährt, die Urlaubsansprüche ab März 2015 kannst Du beim neuen AG einfordern, mit einer Kündigung beim neuem AG musst Du dich dann anfreunden.

Nach 6 Wochen Krankheit zahlt der Arbeitgeber eh nichts, Urlaubsansprüche musst Du gegenüber der Krankenkasse einklagen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von eulig
23.10.2016, 15:33

warum sollten denn Urlaubsansprüche gegenüber der Krankenkasse eingeklagt werden? was hat das denn damit zu tun?

2
Kommentar von Familiengerd
23.10.2016, 17:10

Die Antwort ist insgesamt völlig falsch!

Der Fragesteller hat Anspruch auf Auszahlung des Urlaubs aus 2015 und aus 2016, wenn er ihn bei seinem aktuellen Arbeitgeber wegen der Erkrankung nicht nehmen konnte.

Das betrifft den gesamten vereinbarten Urlaub, wenn vertraglich nichts anderes geregelt ist.

Urlaub, der wegen langer Erkrankung nicht genommen werden kann, verfällt nicht für die Dauer von 15 Monaten ab Ende des jeweiligen Anspruchsjahres, Urlaub aus 2015 als nicht bis zum 31.03.2017!

Nach 6 Wochen Krankheit zahlt der Arbeitgeber eh nichts, Urlaubsansprüche musst Du gegenüber der Krankenkasse einklagen.

Das ist selbstverständlich Unsinn! Der Anspruch besteht gegenüber dem Arbeitgeber!

die Urlaubsansprüche ab März 2015 kannst Du beim neuen AG einfordern

Auch das ist falsch: Der Anspruch besteht ebenfalls gegen den aktuellen Arbeitgeber!

1

Was möchtest Du wissen?