Anspruch Jahresurlaub bei Kündigung?

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3 Antworten

Hallo,

nach §4 BUrlG hast du erstmalig nach sechsmonatigem Bestehen den vollen Urlaubsanspruch erworben. Gemäß §6 Abs. 1 besteht der Anspruch nicht, soweit dem Arbeitnehmer für das laufende Kalenderjahr bereits von einem früheren Arbeitgeber Urlaub gewährt worden ist. Somit müsstest du, vorausgesetzt du hast dir in diesem Jahr noch keinen Urlaub genommen, Anspruch auf die vollen 30 Tage haben.
Ich hoffe ich konnte dir helfen.
Lg

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Kommentar von Moses2412
30.11.2016, 11:54

Das klingt gut! Ich werde mich mal mit unserer Personalabteilung in Verbindung setzen und schauen was die dazu sagen! 

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Kommentar von Familiengerd
30.11.2016, 13:56

Die Antwort ist im Ergebnis falsch!

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Der Jahresurlaub von 30 Arbeitstagen bezieht sich auf eine ganzjährige Beschäftigungsdauer von 12 Monaten. In Deinem Fall wird bei 7 Monaten Beschäftigungsdauer der Urlaubsanspruch anteilig erworben, also

7/12 von 30 Arbeitstagen.

Gruß, H.

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Kommentar von Familiengerd
30.11.2016, 13:56

Die Antwort ist falsch.

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habe ich nun den Anspruch auf die vollen 30 Tage Urlaub?

Aufgrund der tarifvertraglichen Regelung nach dem TVöD: Nein!

Da Dein Arbeitsverhältnis bei der Beendigung am 31.12. länger als 6 Monate bestanden hat, hast Du Anspruch auf den vollen Jahresurlaub (Bundesurlaubsgesetz BUrlG § 4 in Verbindung mit § 5).

Dieser Anspruch betrifft zunächst nur den gesetzlichen Urlaub (24 Tage bei einer 6-Tage-Woche, 20 Tage bei einer 5-Tage- Woche usw.). Der Anspruch gilt aber auch für den zusätzlich vereinbarten Urlaub (in Deinem Fall nach TVöD: 30 Tage), wenn keine anteilige Berechnung vereinbart worden ist; im Ergebnis darf dann aber der volle gesetzliche Urlaubsanspruch nicht unterschritten werden

Auf Dein Arbeitsverhältnis ist der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst TVöD anzuwenden.

Der sieht in § 26 " Erholungsurlaub" Abs. 2 Buchstabe b) vor, dass dann, wenn im Anspruchsjahr das Arbeitsverhältnis weniger als 12 Monate bestanden hat, Anspruch auf 1/12 des Jahresurlaubs für jeden vollen Beschäftigungsmonat besteht: es gibt also die anteilige Berechnung/Zwölftelung.

Dein Anspruch beträgt also - bei 7 vollen Beschäftigungsmonaten - 7/12 von 30 Tagen, also 17,5 = 18 Tage. Da das aber weniger ist als der gesetzliche Mindesturlaub beträgt Dein Urlaubsanspruch 20 Tage bei einer  5-Tage-Woche.

Du findest den Tarifvertrag übrigens hier: http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Themen/OED\_Verwaltung/Oeffentlicher\_Dienst/TVoeD/Tarifvertraege/TVoeD.pdf?\_\_blob=publicationFile

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Kommentar von Halswirbelstrom
30.11.2016, 14:06

Danke für die Begründung des 20-Tage-Urlaubsanspruches. Das sind immerhin 2 Tage mehr als 7/12 von 30 Tagen. Ich habe es leider erlebt, dass diese Klausel in einem tatsächlichen Fall nicht beachtet wurde.

MfG

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