Anspruch der Exfrau auf neuen Hausstand nach Tod?

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4 Antworten

Der Nachlass des Mannes gehört zur Hälfte den Kindern und zur anderen Hälfte seiner Witwe. Dieser Nachlass setzt sich zusammen aus 

  • seinem alleinigen Eigentum und 
  • dem Zugewinn aus seiner zweiten Ehe.

Vom alleinigen Eigentum des Mannes - also dem (bzw. dem Geldwert dessen), was er vor dieser Ehe allein besaß, bekommt

  • die Hälfte seine Witwe und 
  • die andere Hälfte seine Kinder.

Vom Zugewinn steht 

  • der Witwe ihre eigene Hälfte und die Hälfte der anderen Hälfte - also drei Viertel zu, 
  • den Kinder zusammen ein Viertel.
Die Exfrau ...... da ihrer Ansicht nach der Wert des neu gekauften Inventars (Küche, Auto, ...) anteilig den gemeinsamen minderjährigen Kindern zustehen würde.

Vor der Verteilung des Nachlasses müsste also erstmal geklärt werden, in welcher Höhe/ ob überhaupt... es einen "Zugewinn" gab. 

Nicht alles, was in einer Ehe angeschafft wurde, gehört am Ende der Ehe auch tatsächlich zum Zugewinn...., denn das "Alleineigentum" der Ehepartner muss ja erstmal "herausgerechnet" werden.....

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§ 1932
Voraus des Ehegatten

(1) Ist der überlebende Ehegatte neben Verwandten der zweiten Ordnung oder neben Großeltern gesetzlicher Erbe, so gebühren ihm außer dem Erbteil die zum ehelichen Haushalt gehörenden Gegenstände, soweit sie nicht Zubehör eines Grundstücks sind, und die Hochzeitsgeschenke als Voraus. Ist der überlebende Ehegatte neben Verwandten der ersten Ordnung gesetzlicher Erbe, so gebühren ihm diese Gegenstände, soweit er sie zur Führung eines angemessenen Haushalts benötigt.

(2) Auf den Voraus sind die für Vermächtnisse geltenden Vorschriften anzuwenden.

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Im Grundsatz hat die Exfrau Recht. Wenn man davon ausgeht, dass der Hausrat und das Auto sowie das übrige Vermögen dem verstorbenen Mann zu 1/2 gehörten, wäre dies die Erbmasse, Im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft würde von dieser Hälfte  die aktuelle Ehefrau 1/4 als Zugewinn und 1/4 als Erbteil bekommen. Der Rest wäre Erbteil der Abkömmlinge - also der Kinder (nicht der Exfrau). Die Ehefrau hat also Anspruch auf 3/4 und die Kinder teilen sich 1/4. 

Weitere Informationen dazu im BGB, Paragraffen 1931 ff.

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Kommentar von Menuett
10.11.2015, 19:08

Nö.

§ 1932
Voraus des Ehegatten

(1) Ist der überlebende Ehegatte neben Verwandten der zweiten Ordnung oder neben Großeltern gesetzlicher Erbe, so gebühren ihm außer dem Erbteil die zum ehelichen Haushalt gehörenden Gegenstände, soweit sie nicht Zubehör eines Grundstücks sind, und die Hochzeitsgeschenke als Voraus. Ist der überlebende Ehegatte neben Verwandten der ersten Ordnung gesetzlicher Erbe, so gebühren ihm diese Gegenstände, soweit er sie zur Führung eines angemessenen Haushalts benötigt.

(2) Auf den Voraus sind die für Vermächtnisse geltenden Vorschriften anzuwenden.

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Da gibt es glaube ich noch einen Paragraphen, der besagt, dass der Hausstand dem überlebenden Ehepartner gehört.

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Kommentar von miboki
10.11.2015, 18:39

Das ist der sogenannte Voraus des Ehegatten (Par. 1932 BGB). Der greift aber nur bei Erben zweiter Ordnung. Die Kinder (Abkömmlinge) des Verstorbenen sind Erben erster Ordnung. Da zählt der Hausrat mit. 

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