Frage von Strilluskob, 74

Anspruch auf Schadensersatz wegen Diskriminierung obwohl ein Mann eingestellt wurde?

Stellenanzeige: "Wir suchen eine Chefärztin mit Führungserfahrung" Es bewarben sich 25 Frauen und 2 Männer. Mann 1 wurde eingestellt. Mann 2 klagt wegen Diskriminierung. Die Stellenanzeige wurde diskriminierend gestellt aber ein Mann wurde eingestellt. Wurde Mann 2 diskriminiert?

Antwort vom Anwalt erhalten
Anzeige

Schneller und günstiger Rat zum Arbeitsrecht. Kompetent, von geprüften Rechtsanwälten.

Experten fragen

Antwort
von Wissensdurst84, 39

Guten Tag,

Da die Stellenanzeige diskriminierend ist; kann er Schadensersatzansprüche geltend machen und zwar unabhängig davon, ob er den Job tatsächlich bekommen hätte oder nicht, oder ob die tatsächliche Einstellung diskriminierend war oder nicht.

Es kommt hier nur darauf an, ob ein Diskriminierungs-Merkmal verletzt wurde, auf mehr nicht.

Das ergibt sich aus dem Gesetz

Art 1 AGG, Art 15 II, Aer 22 AGG

Es genügt, dass jemand diskriminiert wird

Nach 22 AGG muss der Betroffene Indizien vortragen aus denen sich ergibt, dass er diskrimiert wurde

Also

 

ER wurde nicht eingestellt und die Stellenanzeige ist diskrimierend

Das genügt

Darauf muss der Arbeitgeber nachweisen, dass er den Bewerber nicht diskrimiert hat

Es kehrt sich also die Beweislast zulasten des Arbeitgebers um

Ich hoffe ich konnte helfen und meine Antwort war hilfreich für dich. Ich wünsche noch einen schönes Wochenende.

Liebe Grüße

Wissensdurst84

Antwort
von Maximilian112, 29

Die Stellenanzeige an sich hat schon den Hauch einer Diskriminierung. 

Da der AG aber entgegen seiner Anzeige einen Mann eingestellt hat wird die Anzeige im Sand verlaufen. Der AG hat ja nachgewiesen, das er nicht diskriminiert.

Auch wenn ER nicht eingestellt wurde können das 25 Frauen auch von sich behaupten. Es kann letzten Endes nur Einer/Eine (nicht das ich auch noch diskriminiere) eingestellt werden

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten