Frage von Porphyria, 50

Anspruch auf Hartz 4 nach elternzeit/zuhause wohnen?

Ich (werde 26) habe eine drei Monate alte Tochter. Bin momentan in elternzeit und weiß dass ich danach keine Arbeit mehr habe. Ich wohne derzeit noch im Haus meines Vaters. Habe dort allerdings drei eigene Zimmer, eigenes Badezimmer und eine Küche. Ab nächsten Monat muss ich ihm Miete von 200 Euro zahlen. Besteht für mich Anspruch auf Alg 2? Ist das dann eine Bedarfs,-haushalts oder gar keine gemeinschaft? Liebe grüße.

Expertenantwort
von isomatte, Community-Experte für Hartz 4, 9

Du kannst ab deinem 25 Lebensjahr rein rechtlich gar keine BG - ( Bedarfsgemeinschaft ) mehr mit deinem Vater bilden,weil du ab da deine eigene bildest,dass hättest du auch vor deinem 25 Lebensjahr schon,wenn du da dein Kind schon gehabt hättest,dann würdest du mit deinem Kind eine BG - gebildet haben,so wie es jetzt der Fall ist !

Wenn du also mit deinem Kind alleine beim Vater lebst,dann bildest du mit deinem Kind eine BG - und ggf. eine HG - ( Haushaltsgemeinschaft ) mit deinem Vater.

In einer HG - kann das Jobcenter zwar auch eine Unterhaltsvermutung unterstellen,dass es aber dazu erst gar nicht kommt,solltest du bei der Antragstellung auf einen Blatt Papier formlos angeben,dass euch dein Vater weder jetzt noch in Zukunft wirtschaftlich wie finanziell unterstützen wird.

Was bekommst du an Elterngeld ?

Bekommst du Unterhalt für dein Kind,wenn ja wie viel,wenn nein,hast du schon Unterhaltsvorschuss beim Jugendamt beantragt ?

Was verdient der Kindsvater Netto,denn bis min. zum 3 Lebensjahr des Kindes würde auch dir der Kindsvater vorrangig zum Betreuungsunterhalt verpflichtet sein,vorrangig ist natürlich der Unterhalt fürs Kind,wenn er diesen nach seinem Einkommen zahlen würde und dann noch mehr als 1200 € Netto hätte,dann käme auch Unterhalt für dich in Betracht ?

Wurde dein Elterngeld aus einer vorherigen Beschäftigung berechnet,dann könntest du beim ALG - 2 max. 300 € an Freibetrag pro Monat abziehen,dass würde dann nicht als anrechenbares Einkommen auf euren Bedarf angerechnet.

Du hättest dann zunächst min. deinen Regelsatz von 404 € + deinen Alleinerziehenden Mehrbedarf von 36 % ( 145,44 € ) für 1 Kind unter 7 Jahren.

Dazu käme dann dein Kopfanteil der KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ) bei 200 € Warmmiete und 2 Personen würden das dann jeweils 100 € sein,die kämen dann noch zu deinem Bedarf dazu.

Der Bedarf deines Kindes besteht dann aus min. 237 € Regelsatz + dann die 100 € Kopfanteil der KDU,also dann min. 337 € pro Monat.

Davon kann man dann schon mal min. 190 € Kindergeld abziehen,es blieben dann also noch min. 147 € an Bedarf übrig,entweder werden die durch den Unterhalt des Kindsvaters voll abgedeckt oder durch den Unterhaltsvorschuss vom Jugendamt,der dann 145 € beträgt.

Es würden dann also beim Kind ggf. nur noch 2 € bis zum Bedarf fehlen oder eben gar nichts,dann würde das Kind aus deiner BG - raus sein,weil es seinen Bedarf aus eigenem Einkommen decken könnte.

Dann könnte sogar ein Überschuss des dann nicht mehr benötigten Kindergeldes auf deinen Bedarf angerechnet werden.

Also du hättest dann 404 € Regelsatz + 145,44 € Alleinerziehenden Mehrbedarf + angenommen diese 100 € Kopfanteil der KDU = min. 649,44 € an Bedarf pro Monat.

Würdest du angenommen jetzt 600 € Elterngeld bekommen,dieses auf 12 bzw.10 Monate nehmen,dann könntest du diese max. 300 € Freibetrag geltend machen,also würden nur 300 € als anrechenbares Einkommen angerechnet.

Dann stünde dir noch eine Aufstockung von hier im Beispiel min. 349,44 € zu.

Hätte dein Kind dann seinen Bedarf noch nicht ganz gedeckt,dann könntest du ggf. Kinderwohngeld beim Amt für Wohngeld beantragen,dass würde dann auch vorrangig sein.

Bringt dir aber im Endeffekt auch nichts,denn ein evtl.Überschuss deines Kindes würde seinem Kindergeld zugerechnet,diesen Überschuss würde es dann nicht mehr zur eigenen Bedarfsdeckung benötigen und er würde auf deinen Bedarf angerechnet,also dann deine Leistungen gekürzt,weil du den Überschuss vom Kindergeld für deinen Bedarf einsetzen kannst.

Wenn du wieder arbeiten gehen willst,also nach diesem Jahr Elternzeit und du die Anwartschaftszeiten für das ALG - 1 erfüllt hast,dann stünde dir auch dein ALG - 1 zu,wenn du dem Arbeitsmarkt wieder zur Verfügung stehst.

Antwort
von BlackRose10897, 29

Wenn du vor der Elternzeit gearbeitet hast, steht dir erst einmal ALG 1 zu. Hast Du dir das Elterngeld splitten lassen oder lässt du dir es für die 12 Monate (bzw 10 Monate bei Bezug von Mutterschaftsgeld) auszahlen?

Kommentar von Porphyria ,

Ich lass es mir für "12 " Monate auszahlen, da es doch sehr wenig ist. 

Kommentar von isomatte ,

Aber nur wenn sie dem Arbeitsmarkt auch zur Verfügung stehen möchte und die Anwartschaftszeiten für das ALG - 1 auch erfüllt hat !

Antwort
von Helli01, 27

Da ihr eine getrennte Haushaltsführung habt ist es keine bedarfsgemeinschaft und dir steht vollen Harz 4 inkl. Miete zu.

Das Verwandtschaftsverhältnis wird aber dass Misstrauen wecken und eventuell Kontrollbesuche zur Folge haben 

Kommentar von Porphyria ,

Danke für deine Antwort. :)

Ach, das sollte ja kein Problem sein.. denn es ist ja, wie es ist. :)

Kommentar von Helli01 ,

Kein Thema viel Erfolg dir und der kleinen

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