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Ansprechen oder ignorieren?

Frage von AshleyRecherche AshleyRecherche

Liebe Nachteulen und Eulinnen,

ich habe den Verdacht, dass mein Vater schwer krank ist und Krebs hat.

Er ist aber jemand (sein Vater war auch so), der nie zum Arzt gehen will. Auch über Probleme spricht er nicht von selber, deshalb glaube ich, dass er mir und meiner restlichen Familie verschweigt, dass er krank ist und bald sterben wird.

Ich vermute, dass er es vorzieht, ein "normales" Leben zu führen bis zum (schnellen) Ende anstatt die Normalität durch Chemo und das Mitleid anderer zu zerstören. Leider gibt er damit auch die Chance auf Heilung oder eventuell lebensverlängernden Maßnahmen auf. Ich weiss, dass es uns liebt....aber würde er dann nicht länger bei uns sein wollen?

Nun, weiss ich nicht, wie ich damit umgehen soll! Soll ich ihn darauf ansprechen oder seinem (unausgesprochenen) Wunsch nachgehen und ihm seine Routine geben? Letztens ist der Mann seiner Sekretärin an Krebs gestorben, ganz plötzlich. Das Schicksal hat ihn ziemlich mitgenommen und er weiss, wie schnell es gehen kann...

Nun, weiss ich nicht, wie ich mich verhalten soll und wäre über Vorschläge oder Erfahrungen von euch sehr dankbar! Liebe Grüße, Ashley

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Antworten (9)

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    Hilfreichste Antwort ausgezeichnet vom Fragesteller
    Antwort von ereste ereste

    Hallo Ashley, ich kann mir gut vorstellen, was in dir vorgeht und füge deinen Gedanken noch hinzu, was mir beim Lesen in den Sinn gekommen ist:

    Dass er euch liebt, kann auch zur Folge haben, dass er euch keine Sorgen machen und erst recht nicht zur Last fallen will. Wissen sollte er dazu, dass es viel schlimmer ist, Sorgen zu haben und im Ungewissen zu sein.

    Wenn er eine schlimme Krankheit haben sollte und es selber erst seit kurzem weiß, braucht er Zeit und muss das erstmal für sich verkraften.

    Vielleicht hat er sich noch gar nicht untersuchen lassen aus Angst vor einer schlimmen Diagnose - dazu sollte er wissen, dass Mut besser ist als Angst.

    Zu deiner Überlegung, dass er sich evtl. nicht behandeln lassen würde, fällt mir vor allem ein: er muss vor allem nicht leiden! Damit hilft er weder sich selbst noch der Familie.

    Du kannst eins tun:

    ihm in einem guten Moment davon erzählen, welche Sorgen und Befürchtungen du hast. Eben auch Angst davor, dass er womöglich etwas Schlimmes mit sich alleine ausmachen würde, und dass genau das dann schlimm für dich wäre, weil es einfach nicht sein muss.

    Kommentar von AshleyRecherche AshleyRecherche

    Liebe Ereste, dass die das in den Sinn gekommen ist, finde ich total passend. Dieser Gedanke ist mir auch schon gekommen, habe ihn eben nur vergessen zu erwähnen. Danke

    Kommentar von ereste eresteereste

    sind für dich schon beide Seiten deiner Wahrnehmung ganz klar? Also einmal, was du tatsächlich siehst (z.B. ist dein Vater blaß, ist er verändert, sieht man ihm Schmerzen an? usw) und dann, was deine Befürchtungen sind (z.B., dass er schwer krank sein könnte).

    Ganz wichtig ist im Moment - auf jeden Fall für dich, vielleicht auch für ihn (das wissen wir aber nicht genau), dass die Ungewissheit das Schlimme ist und dass ihr da etwas klärt.

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    Antwort von fabielle fabielle

    Hast Du einmal überlegt, ob Dein Vater vielleicht gesagt bekommen hat, daß es für Therapien eventuell schon zu spät sein könnte? Dies ist ja gerade bei Menschen, die sehr ungern und somit äußerst selten zum Arzt gehen oft der Fall: Meist kommt die Diagnose dann zu spät! Insofern kann ich Deinen Vater dann auch verstehen: Er will vielleicht einfach nur noch die letzten Monate genießen, statt sich Streß mit unnötigen KKH- Aufenthalten zu machen. Schreib ihm einen Brief- meines Erachtens ist Papier sehr geduldig, und es überwindet Schranken, die manchmal gesprochene Worte nicht überwinden können. Sag ihm vorallem, daß Du ihn liebst und seine Entscheidung akzeptierst, vielleicht könnt ihr anschließend reden. Ich wünsche Dir alles Gute, viel Kraft und Geduld!

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    Antwort von TanteBertha TanteBertha

    Du schreibst nicht, was Dich veranlasst zu glauben, dass Dein Vater schwer erkrankt ist und möglicherweise bald sterben wird. Es gibt Menschen, die nicht zum Arzt gehen und auch solche, die sich nicht gern mitteilen, wenn sie etwas bedrückt oder es ihnen schlecht geht. Gleich anzunehmen, der Vater sei totkrank ist schon starker Tobak. Vll. solltest Du zunächst einmal das Gespräch mit ihm suchen, in einem geeigneten Moment, und ihm von Deinen Sorgen und Gedanken erzählen. Es könnte sein, dass ihn das aufweckt und er dann doch berichtet, was ihn derzeit bedrückt. Alles Gute.

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    Antwort von Radiocafe Radiocafe

    Wie kommst du auf die Idee, dass er krank ist? Sprich mit ihm genau so wie du oben deine Beobachtungen geschildert hast. Und sage ihm, dass seine Familie das Recht hat zu wissen was mit ihm los ist, dass er aus Rücksicht auf die Familie zum Arzt gehen soll und sich therapieren lassen soll. Er soll mit offenen Karten spielen, das ist ehrlich gegenüber euch. Sprich mit ihm sehr emotional.

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    Antwort von Pinkpanter15 Pinkpanter15

    Hallo Ashley. Ich hatte genau das gleiche Problem mit meinem Vater. Ich habe ihn darauf angesprochen aber nicht direckt. Mann muss wie zuerst sein Herz erreichen (öffnen,weich machen)z.B wie: Papa du liegst uns allen sehr am Herzen und wenn du uns nicht weh tun willst dann geh bitte zum Artzt. Ich weiss natürlich nicht wie dein Vater auf solche sachen reagiert aber ich würde es versuchen. Liebe Grüsse Pinkpanter15

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    Antwort von pippi60 pippi60

    Ich würde ihn ansprechen. Aber mehr im Allgemeinen. Zum Beispiel, dass Du es schlimm finden würdest, wenn jemand unheilbar krank ist und man nicht die Gelegenheit hat, sich zu verabschieden. Und nicht immer kommt der Tod so schnell. Es kann auch Wochen und Monate dauern. Außerdem gibt es immer noch eine Chance auf Heilung. Und das würde ich in einer ruhigen Stunde mit meinem Vater besprechen. Letzten Endes mußt Du zwar seine Entscheidung respektieren, aber so was kann verdammt weh tun. Und auch dies würde ich ihm sagen!

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    Antwort von philippgee philippgee

    das ist natürlich ein sehr ernstes und schwieriges thema. aber ich glaube dass es trotzdem das beste wäre wenn du mit ihm darüber sprichst und ihm falls es sich auch bestätigt klar machst das zum arzt gehen die beste möglichkeit ist. vielleicht an einem bekannten als beispiel der schon von krebs geheilt wurde (gibt es ja leider genügend die das gleiche schon hatten)

    denn nachher (falls es wirklich zum tod kommen sollte) wünscht man sich immer man hätte mehr zeit gehabt und diese auch genutzt.

    viel glück...

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    Antwort von HeLemaire HeLemaire

    wenn's mein vater wäre könnte ich das nicht einfach ignorieren - wer weiß denn, wann der tag X ist ???
    sprich's an, gib' ihm kraft und hilf' ihm so sehr du nur kannst ... dann könnt ihr das schaffen !

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    Antwort von amdros amdros

    Hat er denn keinen Hausarzt? Kannst Du nicht mal zu ihm gehen und Deinen Verdacht äußern, ich würde es als erstes versuchen.

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