Frage von Terrierfreund,

Anschuldigung mit der Behauptung Betrug begangen zu haben.

Bei einer Informationsveranstaltung eines Landesverbandes (Hundeverein) wurde mir unterstellt vorsätzlich eine Rechnung gefälscht zu haben und damit Betrug begangen. Hintergrund ist eine Rechnung eines ortsverbandes, welche als Nachweis zu einer Pokalspende dient, die der Landesverband dem Ortsverband laut Beschluss zuzustehen hat. Der Landessverband forderte einen Nachweis, welchen wir in Form der Pokalrechnung eingereicht haben, aber alle anderen Positionen auf der Rechnung unkenntlich machten. Daraufhin hat sich der Landesverband an den Pokalhersteller gewandt und mit unserer Kundennummer die Originalrechnung schicken lassen. Uns wird nun vorgeworfen, diese Rechnung gefälscht zu haben und somit Betrug begangen zu haben. Der Vorwurf des Betruges, sowie Urkundenfälschung wurde im übrigen öffentlich vor allen Mitgliedern auf der Versammlung aufgestellt und sogar erörtert.

Wie kann man sich wehren? Und mit welchen Mitteln?

Antwort von GEBurghardt,
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grundsätzlich wäre es ja einfacher gewesen, anstelle einer Sachmittelspende in Naturalien den Geldbetrag mit Zweckbindung im Verwendungszweck des Überweisungsträgers auf Konto des Begünstigten zu überweisen - dann läge der "Beleg" für die Spende in dem Kontoauszug, der als Nachweis für die Forderung nach der Spendenquittung ausgereicht hätte.

Allein der Umstand, dass nun mittels Vorlage teilweise geschwärzter Rechnung für den Pokal die Spendenquittung verlangt wird, reicht meines Erachtens nicht dafür aus, einen Betrug oder eine Urkundenfälschung zu behaupten. Denn dieser Beleg soll doch nur die Höhe des Wertes der Sachspende belegen, der sich ungeschwärzt anteilig aus der Rechnung zu erkennen ergibt. Wenn also unstreitig sein sollte, dass der Pokal selbst in tatsächlicher Hnsicht nicht nur verliehen, sondern geschenkt und damit gespendet wurde (hierfür wird es doch wohl mit Sicherheit Zeugen geben), verstehe ich das Problem nicht. Am besten wäre natürlich, dass es für die Übergabe/Entgegennahme des Pokals von Seiten des begünstigten Empfängers vorab der Spendenquittung eine "Empfangsquittung" gäbe. Das klingt zwar nach unnötiger Förmelei, macht aus buchhalterischen Gründen sinn.

Wechselsetige Vorwürfe innerhalb der Vereinsebene sind zwar lästig. Gegenvorwürfe mit Strafanzeigen wegen übler Nachrede oder Verleumdung zu verfolgen, wäre zwar denkbar, wird von den Statsanwaltschaften aber gern mangels öffentlichem Interesse nicht weiter verfolgt und hilft nicht weiter. Zivilrechtliche Ahndung kostet geld und läuft mit Unterlassungsbegehren in der Regel nur auf echtsverfolgungskosten hinaus, die der Befriedung der Sache kaum beitragen werden.

Praktisch wäre es sinnvoll, doch einmal die Gegenfrage zu stellen: Wie hält es denn der begünstigte Empfänger mit den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung und etwaiger Steuerhinterziehung, wenn er zwar Sachspenden entgegennimmt, diese Zuwendungen aber womöglich nicht ordentlich als Einnahmen verbucht ?

Antwort von tinimini,
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