Frage von JuliaSunshine1, 55

Hitlers Einzug in sein Heimatland

Wurden die Österreicher gezwungen Deutschland beizutreten oder war es freiwillig von den Österreichern?

Antwort
von rr1957, 13

der entscheidende WP Artikel dazu ist https://de.wikipedia.org/wiki/Anschlussverbot und der Vertrag von Saint-Germain.

Nach der Zerschlagung der K&K Monarchie 1919 wollte sich das verbliebene kleine "Deutsch-Österreich" dem deutschen Reich anschliessen, was sehr natürlich war, denn die Gründe, die bei der Reichs(wieder)gründung 1871 dagegen gesprochen hatten, waren mit dem Ende von K&K ja nun weggefallen (damals war ja das unlösbare Problem gewesen, dass K&K-Land aus deutschen und aus ungarischen Teilen bestand, man nannte die auch Cisleithanien und Transleithanien, und Transleithanien wollte verständlicherweise nicht ins deutsche Reich eintreten ...).

Im Versailler Vertrag wurde aber nun festgelegt, dass dieser Anschluss bzw. Beitritt zum deutschen Reich verboten ist ausser mit Zustimmung des Völkerbundes. Insofern wurde da die Selbstbestimmung des österreichichen Volkes übergangen bzw. ignoriert.

Der "Anschluss" 1938 war also ein (weiterer) Bruch des Versailler Vertrags durch Hitler, allerdings auch die Erfüllung eines 20-jährigen Mehrheitswunsches.

Was man hier nicht vergessen darf:  das (heilige römische) deutsch Reich hatte zwar keine offizielle Hauptstadt gehabt, aber Wien war rund 400 Jahre lang die Residenzstadt der deutschen Kaiser gewesen, also die inoffizielle Hauptstadt von Deutschland; das will man nicht so leicht aufgeben ...


Antwort
von AHepburn, 38

Anschluss ist ein Euphemismus (Beschönigung) für den eigentlichen Vorgang: Hitler hat Österreich damals nicht angeschlossen (klingt mehr nach freiwilligem Beitritt), sondern annektiert bzw. besetzt.

Kommentar von xolo8 ,

Ich bin mir dabei jetzt nicht ganz im Bilde, aber war es nicht so, dass man tatsächlich erstmal von einer Einnahme ausging, aber statt Gegenwehr wurde die Soldaten mit Jubel empfangen?

Kommentar von AHepburn ,

Das stimmt zwar, greift aber zu kurz. Hitler hatte natürlich geschickt Sehnsüchte der Österreicher bedient, sodass sie der Wehrmacht beim Einmarsch dann zujubelten. Tatsächlich hatte die NSDAP zuvor aber in das politische System Österreichs eigene Vertrauensleute geschleust, die dann Druck auf die Widerspenstigen ausüben konnten und letztlich erst den Weg für den Einmarsch ebneten.

Kommentar von JuliaSunshine1 ,

Bedeutet das, dass die Österreicher beim Einmarsch der Nazis auf Hitler vertrauten, also dass sie Hitler als Helfer in der Not ansahen?

Kommentar von AHepburn ,

Viele Österreicher träumten davon, wieder Teil Großdeutschlands zu sein, da kam ihnen Hitler gerade recht.

Antwort
von Mastrodonato, 30

So wie man Hitlers Vorgehen nach 1933, vor allem nach der Remilitarisierung des Rheinlandes generell beurteilen kann - er ging entschlossen vor, mit einer Mischung aus Drohung und Ignorierung von Warnungen.

Dass allerdings die Mehrheit der Österreicher für den Anschluss (faktisch war es eine Annexion) war, ist unbestritten.

Antwort
von maxim65, 26

In dem man sich den Vorgang mal historisch anschaut und sich eine Meinung dazu  bildet.

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