Frage von wallenstein11, 162

Anrechnung von Einkommen auf Hartz IV?

Ich habe ja, wie bereits berichtet, einen Arbeitsvertrag unterschrieben.

Teilzeit und bräuchte Aufstockung vom Jobcenter.

Wie wird da eigentlich vorgegangen:

Wenn im Vertrag ein fester Wert stehen würde, z.B. 600,- € brutto pro Monat dann kann ich mir die Vorgehensweise ja noch erklären. 100 Euro Freibetrag plus 20% vom Rest, usw.

Aber was ist wenn im Vertrag ein Stundenlohn vereinbart wurde und eine wöchentliche Arbeitszeit sowie eine tägliche Arbeitszeit. Dann variiert doch das Monatsbrutto je nach Monatslänge.

Wie wird das dann berechnet? Da ALG 2 ja im Voraus gezahlt wird, liegt eine Lohnabrechnung ja noch nicht vor, wenn das Jobcenter überweist.

Und man muss doch am Monatsanfang seine Miete etc. bezahlen. Da ich den Job jetzt gerade anfange, möchte ich natürlich nicht riskieren, in Mietrückstand durch eine Arbeitsaufnahme zu geraten.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von isomatte, Community-Experte für Arbeitsamt, Hartz IV, Jobcenter, 162

Wenn ein fester Betrag im Arbeitsvertrag stehen würde,dann würdest du ein Gehalt bekommen,da käme es nicht auf die monatlich geleisteten Stunden an !

Hast du das nicht,dann steht in der Regel immer ein Stundenlohn und wie viele Stunden in der Woche / Monat gearbeitet werden sollen.

Dann wird ein fiktives Einkommen ermittelt und dein anrechenbares Einkommen von deinen bisherigen Leistungen abgezogen,du bekommst dann den Rest deiner Aufstockung wie gewohnt im voraus auf dein Konto überwiesen.

Du musst dann jeden Monat von deinem AG - eine Einkommensbescheinigung ausfüllen lassen,diese dann beim Jobcenter einreichen und dazu einen aktuellen Kontoauszug vorlegen bzw. eine Kopie mit abgeben,aus dem der Eingang ( Zuflussprinzip ) deines Einkommens ersichtlich ist.

Wenn du dein Einkommen immer erst im Folgemonat ( angenommen am 15) bekommst,dann hast du immer eine Lücke die du überbrücken musst,weil du ja in der Regel am Anfang des Monats deine Miete zu zahlen hast.

Dann solltest du dich mit deinem Vermieter in Verbindung setzten und da die Mietzahlung ggf.auf die Mitte des Monats verlegen lassen,dass geht bei meiner Wohnungsgesellschaft ohne Probleme.

Denn wenn du angenommen 600 € Brutto und 450 € Netto verdienen würdest bzw.das erst mal als fiktives Einkommen angenommen würde,dann läge dein Freibetrag bei 200 € pro Monat und abzüglich vom Netto würden das 250 € anrechenbares Einkommen ergeben.

Du würdest dann ja jeden Monat 250 € weniger als derzeit bekommen und wenn du dann deine Miete wie gewohnt am Anfang des Monats zahlen würdest,dann fehlen dir diese 250 € bis zum Zahltag und das könnte dann jeden Monat etwas eng werden,wenn dann zum Lebensunterhalt auch noch Fahrkosten kommen,deshalb ein Gespräch mit dem Vermieter suchen.

Kommentar von isomatte ,

Danke dir für deinen Stern !

Antwort
von nudel08, 140

Eigentlich gibt es da klare Vorschriften.

Ich gehe davon aus dass Du bisher auch Hartz IV bezogen hast und jetzt durch deine Arbeit nicht ganz rausfällst.

Dir wird ein Betrag ermittelt, den du ganz sicher weiterhin zu bekommen hast und der wird dir jeden Monat im Voraus ausbezahlt, Aber du musst jeden Monat sobald du deine Lohnabrechnung hast, diese pünktlich und unaufgefordert vorlegen, dann bekommst du eine Nachberechnung und eine ExtraZahlung. Solltest du einmal zuviel bekommen haben, wird das sofort im nächsten Monat verrechnet. Und wenn du rausfällst und zuviel bekommen hast, wird das zuviel bezahlte Geld auch zurückgefordert.

Aber das Thema Miete und andere Verpflichtungen kannst du bei deiner Sachbearbeiterin / Fallmanagerin offen ansprechen, denn diese Problematik ist dort bekannt.

Viel Erfolg!

Antwort
von sozialtusi, 141

In dem Fall musst Du monatlich Deine Abrechnung abgeben und es wird immer neu berechnet.

Da entsteht dann im ersten Monat natürlich eine Lücke, sie man zumeist erstmal aus eigenen Mitteln decken muss.

Kommentar von wallenstein11 ,

Und wenn man diese Mittel nicht hat?

Kommentar von sozialtusi ,

Ich meine, es gibt die Möglichkeit auf einen Vorschuss. Das würde ich dann einfach bei Antragstellung mal ansprechen.

Antwort
von blumenkanne, 105

es wird aus deinem arbeitsvertrag errechnet, was deine wöchentliche arbeitszeit ist und das hochgerechnet auf 30 tage. daraus errechnet sich ein durchschnittslohn. dieser wird zur berechnung deiner monatlichen berechnungen genommen. wenn du clever bist, lässt du das um 20-30 euro höher ansetzen um nicht ständig zurückzahlen zu müssen. dann schickst du einfach monatlich lohnzettel und kontoauszug als kopie ein.

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