Frage von Bluemchen89Jule, 66

Anpassung des Unterhaltes?

Mein Partner hat mit einer Frau ein Kind (15). Dies hat ihm die Mutter aber erst mitgeteilt als die Kleine bereits 3 war. Es gab einen Vaterschaftstest und er hat die Vaterschaft darauf hin anerkannt. Hat jeglichen Unterhaltsrückstand zurück gezahlt und zahlt auch heute noch pünktlich seinen Unterhalt an die Tochter. Mit seiner Exfrau hat er zwei gemeinsame Töchter (6 und 10). Auch hier zahlt er seit der Trennung vor drei Jahren seinen Unterhalt pünktlich und voll. Er ist bei 105% eingestuft worden. Mit diesen Kindern besteht auch normaler Umgangskontakt. Nun bekommen wir bald ein Baby. Wir sind allerdings nicht verheiratet. Aber führen ja letztendlich eine eheähnliche Gemeinschaft. Nun zu meiner eigentlichen Frage. Wird der Unterhalt für die drei anderen Kinder dann angepasst? Rechtlich gesehen ist er unserem gemeinsamen Kind, auch wenn wir nicht getrennt sind, doch unterhaltspflichtig oder? Und wie verhält sich das mit mir? Ist er mir in den Jahren in dem ich das Baby betreue auch unterhaltsverpflichtet? Wird da etwas angerechnet?
Wir werden demnächst bei einer Anwältin einen Termin machen, möchten jedoch schon mal Hintergrundwissen haben, von Leuten die es möglicherweise ähnlich haben. Hier geht es nicht darum dass er sich um den Unterhalt drücken möchte nur um da vorsichtshalber schon mal den Wind aus den Segeln zu nehmen :) Besten Dank für eure hoffentlich hilfreichen Antworten :)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von DFgen, 28

Ab der Geburt eures Kindes ist der Mann dann auch diesem unterhaltspflichtig. Dabei spielt keine Rolle, ob ihr zusammen lebt oder nicht, also ob er den Unterhalt an dich zahlt oder dieser lediglich "angerechnet" wird....

Alle vier Kinder sind dann unterhaltsrechtlich einander "gleichgestellt", egal aus welcher Beziehung sie abstammen. 

Solange Kinder minderjährig sind, hat ihr Unterhalt Vorrang vor allen anderen Verpflichtungen, sie stehen in der "Unterhaltsrangfolge" an erster Stelle.

Also erst wenn der Unterhalt für die Kinder gezahlt bzw. angerechnet ist, käme dein Unterhalt an die Reihe. Als nicht verheiratete Mutter hast du Anspruch auf "Betreuungsunterhalt", falls nach den Kindesunterhalten noch genug übrig ist vom Einkommen des Mannes. Dieser "Betreuungsunterhalt" nimmt in der Rangfolge Platz zwei ein.

  • (Hätte auch seine Ex-Frau z.B. momentan noch Anspruch auf Unterhalt an ihn, so würde ihr Anspruch dann nach hinten rücken, an die dritte Stelle der Rangfolge....
  • Wenn eines der Kinder volljährig wird und dann nicht mehr zur Schule geht oder bei der Mutter auszieht, so rutscht es vom ersten auf den vierten Platz der Rangfolge.... )

Zurück zum Kindesunterhalt: Wenn das Einkommen des Mannes ausreichend ist, auch dem vierten Kind noch den ihm zustehenden Unterhalt zu leisten (siehe "Düsseldorfer Tabelle"), ohne dass er dann unter seinen "Selbstbehalt" rutscht, so ändert sich nichts am Unterhalt für die ersten drei Kinder.

  • Der Selbstbehalt gegenüber minderjährigen Kinder liegt momentan bei 1080 Euro.

Würden aber nach Anrechnung/ Zahlung des Unterhaltes für das jüngste Kind weniger als 1080 Euro von seinem "unterhaltrelevanten Einkommen" übrig bleiben, so müsste der Unterhalt für alle Kinder neu berechnet werden.

Dann würde der Betrag oberhalb 1080 Euro auf alle vier Kinder aufgeteilt werden müssen, prozentual je nach Alter der Kinder (Altersstufe der "Düsseldorfer Tabelle"), dann würde den ersten drei Kindern weniger zustehen als bisher....

  • Gibt es allerdings "Unterhaltstitel", so müsste der Mann diese erst "abändern" lassen, um auch tatsächlich weniger Unterhalt zahlen zu dürfen.

Müsste der Unterhalt für die Kinder neu berechnet werden, würde das bedeuten, dass für deinen "Betreuungsunterhalt" nichts mehr übrig ist - diesen müsste der Mann dir nur leisten, wenn ihm nach Abzug der Kindesunterhalte noch mehr als 1200 Euro zur Verfügung stünden (das wäre dann sein Selbstbehalt beim Betreuungsunterhalt...)

Antwort
von Pudelwohl3, 37

Das Gespräch mit einer Anwältin zu suchen ist eine gute Entscheidung.

Euer Kind und Eure Situation hat Auswirkungen auf die Unterhaltsverpflichtungen.

Genaueres müsst Ihr im Detail nach Vorlage aller Unterlagen mit der Anwältin besprechen.

Antwort
von petrapetra64, 11

Dein Kind hat auch einen Unterhaltsanspruch, das ändert aber erst mal nichts am Anspruch der vorhandenen Kinder, daher wird da automatisch nichts angepasst. Allerdings könnte er durch 4 Kinder in der Düsseldorfer Tabelle eine Stufe nach oben rutschen (also 100 % statt 105) und wenn sein Netto insgesamt nicht reicht für alle 4 Kinder, dann kann es zu einer Mangelberechnung kommen, wo das Netto über dem Selbstbehalt auf alle 4 Kinder verteilt wird.

'Die Abänderung muss aber erst beantragt werden (Unterhaltsabänderungsklage), bis man weniger zahlen darf.

Du hast die ersten 3 Jahre Anspruch auf Betreuungsunterhalt, allerdings erst nach den Kindern und ob da noch was übrig bleibt zur Verteilung, das ist halt ie Frage.

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