Frage von ShayaPraeyodan, 93

Anonymer Anruf von Nachbarn bei Polizei, wegen angeblicher, alkoholisierter Autofahrt... was darf die Polizei?

Zur Jahreswende kam es in meinem Freundeskreis zu folgendem Zwischenfall.... Nach einer privaten Silvesterfeier sind Freunde von mir mit zwei Pkws in den frühen Morgenstunden nach Hause gefahren. Wie ich einen Tag später erfuhr, wurde anonym die Polizei informiert, eine alkoholisierte Frau sei gefahren. Der Lebensgefährte befand sich noch vor der Haustür um die anderen Freunde zu verabschieden, während sich die Frau bereits in der Wohnung befand. Erst in diese Situation hinein, fuhr ein Streifenwagen auf den Hof und bat beide zur einer Atemalkohlkontrolle, weil sie telefonisch über eine "Alkohlfahrt" informiert worden seien. Der Lebensgefährte, der die Silvesternacht verschlafen hatte, war gefahren, seine Freundin nicht. Es war von dem Anrufer aber behauptet worden, sie sei gefahren. Ich kann es selbst bezeugen, das sie nicht die Fahrerin war. Allerdings eskalierte die Situation gänzlich, denn während meine Freundin dem Test nach anfänglicher Ablehnung dann doch zustimmte, weigerte sich ihr Freund und ging ins Haus. Freunde von ihm folgten und einer der beiden "riet" ihm für ein paar Stunden zu verschwinden. Innerhalb von Minuten, waren zwei weitere Polizeiwagen auf dem Hof und auch auf Weigerung hin, wurde das komplette Haus, sowie Garten und Hof abgesucht. Meine Freundin war panisch, und mit der Situation völlig überfordert, das sie schließlich meinte, sie sei die Fahrerin gewesen. Sie wurde auf die Wache mitgenommen, über den Atemkontrolltest der Wert ermittelt und sie wieder nach Hause geschickt. Jetzt nachdem etwas Zeit ins Land gegangen ist, frage ich mich, ob sie rein rechtlich noch etwas ändern kann? Sehr verwunderlich finde ich zudem, das nur die Beiden kontrolliert wurden, aber die Freunde im anderen Auto nicht, obwohl sie gemeinschaftlich losgefahren sind. Auch die Schnelligkeit der weiteren Einsatzfahrzeuge überrascht mich, denn dort auf dem Dorf dauert es sonst Stunden, bis eine Streife vor Ort erscheint.... Daher meine Frage, kann man im Nachhinein Widerspruch einlegen und wenn ja wie? Sie ist kein Mensch der alkoholisiert fährt und auch ihr Freund nicht.... und kann man dafür sorgen, das der Anrufer wegen falscher Verdächtigung belangt wird?

Antwort
von Akka2323, 39

Wenn jemand alkoholisiert fährt, muss die Polizei einschreiten. Es gefährdet schließlich doch und vor allem auch andere. Bei der Polizei anrufen kann jeder, der das sieht. Vor Gericht wird sich klären, wie es war und irgendjemand wird verurteilt werden.

Kommentar von ShayaPraeyodan ,

Die Polizei hat die angebliche Alkohlfahrt gar nicht gesehen... sie erschien erst, als die Fahrt beendet worden war und das Auto im Carport stand....

Expertenantwort
von furbo, Community-Experte für Polizei, 55

Wurde denn strafrechtlich etwas gegen euch unternommen, Blutprobe, Einleitung eines Strafverfahrens?

Sollte man den anonymen Anzeiger irgendwie ermitteln können, so dürfte eine Anzeige gegen ihn wegen falscher Verdächtigung sinnlos sein. Den TB des § 164 StGB kann man nur dann erfüllen, wenn man positiv weiss, dass Verdächtigte keine Tat begangen hat. Bloßes Irren ist nicht strafbewehrt. Den direkten Vorsatz wird man kaum nachweisen können. 

Sollte euch außer den Unannehmlichkeiten am Silvesterabend nichts passiert sein, würde ich die Sache abhaken, sich weiter aufregen bringt nichts.

Kommentar von ShayaPraeyodan ,

Es wurde der Atemalkohlwert ermittelt, anhand eines Aparates, der statt der Blutabnahme jetzt wohl genutzt wird. Sie wird ein hohes Bußgeld erhalten, sowie 4 Wochen Fahrverbot. Aber wie geschrieben, sie ist definitiv nicht gefahren. Es gibt genügend Zeugen.

Kommentar von furbo ,

Der Apparat nennt sich Alkomat (höchstwahrscheinlich das Alcotest 7110 Evidential von Draeger) und wird im Bußgeldverfahren als Beweismittel anerkannt. Bei dessen Anwendung sind einige Parameter zwingend einzuhalten. 

Wenn sie nicht gefahren ist, dann solltet ihr unbedingt gegen den Bußgeldbescheid Widerspruch einlegen. Wurde ihr schon ein Anhörungsbogen zugesandt?

Kommentar von ShayaPraeyodan ,

Nein, bislang noch nicht. Wir haben ihr den Rat gegeben, sich gegebenenfalls einen Anwalt zu nehmen, dem die Sachlage schildern und dann, wenn das Schreiben an sie zugesandt wird, einen Anwalt zu nehmen. Oder vielleicht besser, sogar schon im Vorfeld den Anwalt um Rat fragen. Was mich allerdings immer noch verwundert, das nicht auch der Fahrer des anderen Autos einen Test machen musste, sondern nur die Beiden.... kommt mir alles sehr fragwürdig vor....

Antwort
von Still, 33

Wie blöde ist das denn? Ein Unschuldiger wird dazu verführt sich zu verstecken und eine Unschuldige gibt an gefahren zu sein! Das alles auch noch im OWI-Bereich, da nur Atemprobe. Läßt du Finger vom Alkohol!

Antwort
von Januar07, 45

Die Freundin kann ihre Aussage zurückziehen. 

Dem Beschuldigten muß ohnehin nachgewiesen werden, daß er die Tat wirklich begangen hat.

In solch einem Falle sind Zeugen schon sehr, sehr hilfreich.

Kommentar von ShayaPraeyodan ,

Ja es gibt mehrere Zeugen...

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