Frage von policeofficer2, 96

Anonyme Beerdigung aufhalten?

Hallo Leute,

mein Onkel ist gestern leider verstorben. Ich hatte zwar lange Zeit nicht so viel Kontakt mit ihm da er  ziemlich weit weg wohnte.. wir haben paar mal Telefoniert an Geburtstagen oder einfach mal so, aber trotzdem habe ich ihn sehr lieb, den er war ein sehr wichtiger bestand teil meiner Kindheit. Das letzte mal habe ich ihn gesehen als mein Opa starb (2011) da war ich 12.  Leider hat sich ende 2015 herausgestellt das er Lungenkrebs hatte.. Wir haben nur noch wenige Informationen bekommen, erst im Juni 2016 haben wir wieder was von ihm gehört. Und da hab ich erzählt bekommen das er eine Tochter hat die mittlerweile 35 ist er hatte anscheinend kein Kontakt zu ihr die letzten 20 oder mehr Jahre aber als sie erfahren hat wie es ihm geht ist sie wieder aufgetaucht. Ich wusste bis dahin garnicht das er eine Tochter hat. Nachdem mein Onkel jetzt leider verstorben ist stellt sich natürlich die Frage nach der Beerdigung. Jetzt kam raus das meine "Cousine?", seine Tochter eine Anonyme Beerdigung plant. Das finde ich garnicht gut. Mein Onkel hatte gesagt er möchte nur ein kleines Kreuz und kein großes tam tam, das verstehe ich aber er hat nichts von Anonymer Beerdigung erzählt. Ich konnte ihn nicht im Hospiz besuchen, da möchte ich wenigsten irgendwie anders trauern. Aber ganz besonders schlimm finde ich es für meine Vater (Bruder). Er wird dann nicht wissen wo sein eigener Bruder liegt und das finde ich echt unfair und traurig. Kann man da nicht irgendwie was gegen machen?  

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Antwort
von gschyd, 28

Es ist teilweise möglich auch bei der anonymen Bestattung dabei zu sein, allenfalls wird er auch in einem Gemeinschaftsgrab beigesetzt (Grabfeld als Rasenfläche gestaltet) und so hat man dennoch einen Ort um hinzugehen (ohne Kosten & Aufwand für die Grabpflege).

Sucht doch den Kontakt zu seiner Tochter und erklärt ihr, wie wichtig es Euch wäre einen Ort zu haben resp. diesen zu kennen. Drängt sie aber nicht zu einem separaten Grab - so findet ihr vielleicht doch eine gemeinsame Lösung.

Wenn ihr den Ort wirklich nicht erfahrt - kreiiert Euch einen eigenen, wo ihr hingehen könnt - zB

  • (wenn ihr einen Garten habt) einen speziellen Busch oder Baum für Euren Onkel pflanzen
  • oder (allenfalls mit seiner 2. Ehefrau) eine Baumpatenschaft übernehmen und den Baum Eurem Onkel widmen - u.a. http://www.geschenkewald.de/ oder auch http://www.baumpaten.de/konzeption/
  • z.T. können auch Park-/Sitz-Bänke (in einem öffentlichen Park, an einem Spazierweg) gespendet werden - erkundigt Euch beim Grünflächenamt
Antwort
von Artus01, 30

Mein Onkel hatte gesagt er möchte nur ein kleines Kreuz und kein großes tam tam

Man sollte die Wünsche Verstorbener nach Möglichkeit berücksichtigen, eine anonyme Bestattung steht diesem Wunsch sicher nicht entgegen.

Aber mal davon abgesehen. Du selbst hast kaum Kontakt zu ihm gehabt, willst Du die nächsten 25 Jahre das Grab pflegen? Oder will jemand die Kosten bei einer Gärtnerei übernehmen? Ansonst läuft es doch darauf hinaus daß das Grab verwildert und irgendwann von der Friedhofsverwaltung eingeebnet wird. Auf den anonymen Feldern wird wenigstens noch regelmäßig der Rasen gemäht.

Auf einigen Friedhöfen gibt es noch die Möglichkeit der teilanonymen Bestattung. Dort wird auf der Mitte des Feldes eine Art Obelisk aufgestellt in dem die Namen der auf diesem Feld bestatteten eingemeißelt werden. So haben Angehörige immer noch einen Ort an dem sie mal ein paar Blumen niederlegen können.

Antwort
von juergen63225, 42

Wenn er das im Testament nicht verfügt hat, kann die Tochter das wohl so regeln.

Ich finde es aber überhaupt nicht verkehrt, Trauern muss doch nicht an einen Stein oder ein Grab oder einen Ort gebunden sein. Meine Eltern sind in einem Friedwald beerdigt, ein schöner Ort und ganz unabhängig davon ob man nun ein Namenstäfelchen hat ... 

Kommentar von policeofficer2 ,

Aber ich finde man sollte wenigstens wissen wo der verstorbene liegt

Kommentar von Repwf ,

Warum ist das für dich wichtig? 

Hast du einen Glauben der sagt das der Tote für immer "dort" bleibt wo er vergraben wurde? 

Die meisten glauben doch eher das die Seele woanders hingeht, von daher wäre doch dann da eh nur eine leere, verweste "Hülle"...

Antwort
von Repwf, 46

Unfair oder nicht ist das kleinste Problem --- aber wer pflegt das Grab?

Mit "mal eben dort trauern" Sites nicht getan! 

Ich hab die Gräber der Schwiegereltern "übernommen" und hätte niemals gedacht wieviel Zeit und Geld da alleine bei der blumenpflege bei drauf geht!

Von daher kann ich jeden verstehen der das nicht möchte!

Für eure Trauer braucht ihr doch auch nicht unbedingt einen Ort wo ein paar Knochen und Würmer leben - stellt zuhause ein schönes Foto von ihm auf, eine Kerze dazu und schon habt ihr einen ganz privaten Ort zum trauern! 

Kommentar von policeofficer2 ,

Villeicht hast du recht

Antwort
von RevatiKKS, 35

Die Tochter kann das regeln wie sie möchte.

Und außerdem - niemand kann ihn irgendwo besuchen, er wird nirgendwo liegen, denn er, die Seele, hat den Körper, der jetzt nichts als eine leere Hülle ist, längst verlassen.

Antwort
von Bitterkraut, 27

Da kannst du leider gar nichts machen, die Tochter hat als direkte Nachfahrin alle Recht und auch Pflichten in Sachen Beerdigung.

Vielleicht ist es eine Geldfrage, wenn nix da ist, muß sie es aus ihrer Tasche zahlen, vielleicht hat sie kein Geld, red einach mit ihr. Sag ihr, daß dein Onkel/ihr Vater mit dir über seine Beerdigungswünsche gesprochen hat und daß du dich gern an den Kosten für eine Grabstätte beteiligen willst, fall das der Punkt ist. Daß du auch das Grab pflegen willst oder dafür aufkommen.

Eine andere Möglichkeit als ein offenes Gespräch sehe ich da nicht.

Antwort
von oppenriederhaus, 29

leider wirst Du dagegen wenig tun können, denn die Firm der Bestattung obliegt nunmal den nächsten Angehörigen . und das ist in diesem Fall die Tochter.

Möglich wäre evtl., dass Du Deiner Cousine anbietest, Dich an den Kosten zu beteiligen - aber bitte wer kommt dann für die Grabpflege auf ?

Ist ja auch ein finanzielles Problem - abgesehen davon, dass Du weit entfernt wohnst.

Kommentar von policeofficer2 ,

Ja aber die Ehefrau von meinem Opa (2.ehe) hätte die Kosten übernommen fürs erste

Kommentar von oppenriederhaus ,

sorry - aber das musst Du innerhalb der Familie klären.

Möglich wäre ja auch,  dass der Onkel zu Lebzeiten eine anonyme Bestattung gewünscht hat.

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