Frage von HannahHi, 134

Anlehnung und gewölbter Rücken?

Hey! Die Perfekte Anlehnung ist ja kurz vor der Senkrechten. Aber wie sieht es dabei mit dem Rücken aus? Für den Rücken ist es doch eher vorteilhaft wenn der Kopf unten ist?

Antwort
von LyciaKarma, 102

Anlehnung ist nicht zwangsläufig an den Zügel, sondern primär an den Sitz.  

Außerdem ist es nicht immer  vor der Senkrechten, weil manche Pferde zb enge Ganaschen haben und mit dem Kopf gar nicht so weit "einknicken" können. 

Für den Rücken ist es wichtig, dass die Hinterhand untertritt und nicht, wo der Kopf ist. 

Kommentar von HannahHi ,

Also kann jetzt ein Pferd wie ne giraffe durch die Gegend laufen, hauptsache die Hinterhand tritt unter?

Kommentar von LyciaKarma ,

Theoretisch ja, aber das geht anatomisch gar nicht. 

Wenn das Pferd gut untertritt, zieht das den Rücken quasi hoch und das sorgt dafür, dass der  Hals runter kommt. Kopf hängt an Hals, also ist der auch unten. Nennt man Spannungsbogen. 

http://equusenerges-pferdeosteotherapie.ch/wordpress/wp-content/uploads/2015/09/...

Antwort
von Isildur, 54

Hallo,

Nase unten ist nicht gleich aufgewölber Rücken. Genauso wie weit Pferd streckt Nase nach vorne, nicht gleichbedeutend mit Dehnungshaltung ist.

Das Genick des PFerdes sollte den höchsten Punkt bilden, der Nasenrücken sich kurz vor der Senkrechten befinden, dass Pferd ist dabei nur so weit aufgerichtet, wie es hinten in der Lage ist, sich in den Hanken zu beugen/zu versammeln. Ein PFerd das im Genick komplett fest ist, wird nicht locker über den Rücken gehen können, wenn dir der Nackenbereich schmerzt, kannst du auch nicht entspannt laufen. Wenn das Pferd überzäumt ist, ist eine Stellung im Genick anatomisch (schau dir mal das Skelett eines Pferdes im Genick an), gar icht mehr möglich. Wie weit unten möchest du die Nase denn noch haben? Hier: http://equivox.de/img/Ausgaben/722/8.jpg siehst du ein m.M.n. schönes Beispiel. Wenn Nacken- und Rückenband durch überzäumung "überspannt" sind, passiert mit der HH dass, was man bei Pferden die zu tief geritten beobachten kann. Die HH scheint nach hinten rauszuschieben und der hintere Teil des Rücken wirkt höher.

Ein Pferd das "wie eine Giraffe" luft, kann nicht entspannt im Genick sein, somit auch nicht locker im Rücekn. Gleichwohl ist es eigentlich das Ziel, dass das Pferd sich vorne anhebt und hinten senkt. Warum man dafür die Nase meint runterziehen zu müssen, ah sich mir noch nie so ganz erschlossen

Antwort
von Feivel93, 31

Hallo HannahHi,

je weiter das Pferd den Kopf runternimmt (und mit der Hinterhand untertritt), umso stärker spannt es sein Rückenband (wie ein Gummi). Zusätzlich trägt es sich (und den Reiter) aber auch über die Bauchmuskeln, die es rhythmisch an- und abspannt. Das nennt man "schwingen", man sagt auch "der Rücken schwingt".

Nimmt es den Kopf nun zu weit runter, wird das Gummi zu stark gespannt und das Pferd kann nicht mehr schwingen. Somit wird seine "Federung" außer Kraft gesetzt und das Pferd verschleißt schneller, weil alle Erschütterungen in die Knochen und Gelenke gehen. (Das ist wie wenn man irgendwo runterspringt und die Knie beim Landen durchdrückt.)

Da das für das Pferd unangenehm ist, wird es versuchen sein Rückenband (Gummi) zu lockern. Kann es den Kopf nicht hochnehmen (weil man es festhält), wird es alternativ die Hinterhand nach hinten rausstrecken. Damit kommt mehr Gewicht auf die Vorhand und der Verschleiß wird dort auftreten.

Daher ist ein gesundes "Mittelmaß" in der Anlehnung wichtig. Viel hilft leider nicht viel...

VLG - Feivel

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