Frage von schokokeks0815, 39

Anklage vom Ex-Freund wegen eines "unterschlagenen Handys" - was tun?

Im Januar 2015 hat mein damaliger Lebensgefährte einen Handyvertrag abgeschlossen, indem er auch meines bezahlte und es war auch ok und so vereinbart. Im April 2015 haben wir uns getrennt. Nun verlangt er das Handy zurück - ist er im Recht? Anzumerken ist, dass er starke finanzielle Probleme hatte / hat (vermute ich) und ich ihm im Zuge unserer Beziehung auch eine Menge Geld lieh, dies aber nicht vertraglich festhielt. Ich hätte lediglich einige Zeugen die dies belegen könnten. Als wir uns trennten, schuldete er mir noch ca. 700€ und wir vereinbarten mündlich, dass er diese Summe über das Abbezahlen des Handyvertrages begleichen würde, da dieser bis Januar 2017 läuft. Ich glaubte auch daran, da wir im Guten auseinander gingen. Nun erhielt ich heute morgen einen Brief, indem mir die Unterschlagung des Handys vorgeworfen wird. Ich kann mich schriftlich dazu äußern oder schweigen oder einen Anwalt einschalten. Ich überlege jedoch ob dies überhaupt notwendig ist? Bin für jeden fachlich Rat dankbar!

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Antwort
von RechtsNotar, 17

Bitte sag auf keinen Fall bei der Polizei aus. Weder mündlich noch schriftlich. Du bist auch nicht verpflichtet überhaupt bei der Polizei zu erscheinen. Vorladung hin oder her.

Polizisten sind oft nicht neutral bei Vernehmungen. Jedes Wort bei der Polizei kann dir später ein Staatsanwalt oder Richter negativ auslegen. Also nicht zur Polizei gehen.

Du hast dadurch keinen Nachteil und bekommst keinen Negativeintrag dadurch. Die Polizei schließt die Ermittlungen dann ohne deine Aussage ab. Anschließend übergibt sie die Ermittlungsakte an die Staatsanwaltschaft.

http://www.anwalt.de/rechtstipps/pflicht-zum-erscheinen-bei-der-polizei-zur-zeug...

Hier handelt es sich nicht um eine Unterschlagung nach § 246 StGB, wie es dein Ex behauptet. 

Denn dazu müsstest du dir ein fremdes Handy rechtswidrig zugeeignet haben. Das ist zu verneinen, da es dir dein Ex freiwillig überlassen hat.

Wenn überhaupt geht es hier um eine ungerechtfertigte Schenkung. Eine rein zivilrechtliche Angelegenheit.

http://anwalt-recht-und-gesetz.de/index.php?option=com\_content&view=categor...

Das Ermittlungsverfahren wird die Staatsanwaltschaft wohl nach § 170, Absatz 2 StPO einstellen. Auch mangels öffentlichen Interesse.

https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/\_\_170.html

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