Frage von nowka20, 66

Animation zur Klaviermechanik?

Ich möchte mich einarbeiten in den verlauf vom anschlag einer taste bis zum schwingen der seite bei einem klavier

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Bluemilk, 35

Grundsätzlich ist eine Klaviermechanik ein Hebelwerk, das die Bewegung einer Taste in die Bewegung eines Hammers übersetzt. meistens im Verhältnis von etwa 1:5, das heisst, 10 mm Tastenbewegung (Tastentiefgang) übersetzen sich in etwa 50 mm (oft 47 mm) Hammerbewegung. 

Drückt man eine Taste nieder, so beginnt der Hammer seinen Weg zur Saite. Kurz bevor dieser die Saite berührt löst er aus, das heisst, er trennt sich von dem Hebel (Stoßzunge), der ihn in Richtung Saite bewegt. die letzten (etwa 2) mm legt er sozusagen im freien Flug zurück. Das ist notwendig, denn sonst würde die Saite nicht schwingen können, da der Hammer dann gegen die Saite gedrückt bliebe. Der Hammer wird von der Saite zurückgeworfen und "gefangen". Lässt man die Taste wieder los, fallen Hammer und Stoßzunge wieder in ihre Ausgangsstellung zurück. Auf halbem Weg der Taste bzw. des Hammers hebt sich auch die Dämpfung von der Saite bzw. geht wieder zurück. 

Eine Klaviermechanik ist ein mechanisches Meisterwerk, das etwa 300 Jahre Entwicklung hinter sich hat. Seit mehr als 100 Jahren ist dieses Prinzip weitgehend ausgereift. Neuere Erfindungen in Sachen Klaviermechanik haben sich nicht durchgesetzt, da sie entweder schlechter funktionieren oder - meist - komplizierter und damit störungsanfälliger sind.

Hier eine Animation einer Pianinomechanik: http://www.piano-lang-aachen.de/KLAVIERMECHANIK-ANIMATION/KLAVIERMECHANIK-ANIMAT...

Die Flügelmechanik ist noch etwas komplizierter, da hier noch ein wichtiger Teil dazukommt, nämlich der Repetierschenkel. Im Grunde genommen funktionieren beide aber ähnlich.

Kommentar von nowka20 ,

recht vielen dank. das war sehr aufschlußreich. besonders der "freie flug" des hammers war mir ein rätsel (nun nicht mehr)

Antwort
von Tanzistleben, 35

Dann wirst du eine Lehre zum Klavierbauer machen müssen. Instrumentenbau kann man nicht einfach im Do-it-yourself Verfahren lernen. Da gehört schon ein wenig mehr dazu. Aber du kannst dich ja einmal in einer Klavierfabrik nach den Voraussetzungen und den Anforderungen  bei der Aufnahmeprüfung erkundigen. Ich weiß nicht, wo du zuhause bist, aber es gibt in Deutschlands südlichen Bundesländern und in Österreich einige sehr interessante Firmen, die auch ausbilden.

Wenn du "nur" die Theorie lernen möchtest, wende dich an eine Musikhochschule. Vielleicht lässt man dich ja als außerordentlichen Hörer an den entsprechenden Fächern teilnehmen. Bei den Pianisten wären das die Fächer "Instrumentenkunde" und "Akustik", die deine Fragen behandeln würden. Eventuell kann dir ein Einstufungsgespräch mit einem der zuständigen Professoren weiterhelfen. Du wirst allerdings erklären müssen, was du mit der Frage bezweckst.

Viel Glück und Erfolg!

Expertenantwort
von autsch31, Community-Experte für Klavier, 25

Leider verstehe ich nicht, was du mit "einarbeiten" meinst....  Willst du die Funktion der Mechanik verstehen  oder solche Teile selber nachbauen können?

Hier in der zweiten Hälfte vom Video siehst du die hochwertige "Renner-Mechanik" in Aktion:

https://www.louis-renner.com/unternehmen-video.php

Für mehr Infos besuche doch mal einen Klavierbauer in deiner Nähe.

lg mary

Kommentar von autsch31 ,
Kommentar von autsch31 ,

... und weitere Beschreibungen hier

https://de.wikipedia.org/wiki/Klaviermechanik

;) lg mary

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