Frage von Dani8878, 25

Anhörung ALG I, Bezug ausgesetzt?

Hallo,

ich habe hier ein kleines Problem. Ich beziehe aktuell ALG I und II aufstockend. Jetzt ist aber die Arbeitsagentur (ALG I) an mich in Form einer Anhörung herangetreten. Hintergrund: Ich hatte im Januar eine 3 tägige Beschäftigung, gesamt 21 Stunden Arbeit. Dies habe ich auch dem Jobcenter, also der zuständigen Stelle, gemeldet und das ganze ist für das ALG 2 vom Tisch.

Da gerade in dieser Zeit ein Familienmitglied verstorben ist, habe ich die Meldung an die Agentur an sich schlicht vergessen. Durch einen Datenabgleich herausgekommen, dass ich 3 Tage lang eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hatte. Jetzt hat man die Zahlung des ALG I vorläufig eingestellt und mich gebeten dazu Stellung zu nehmen. Ich habe bereits ein Schriftstück formuliert, in dem ich die damaligen Umstände etc. erkläre und gehe in Kürze zur Agentur. ALG II Bezug sollte ja weiterlaufen, richtig? Hatte so ein Fall schon jemand, muss ich ALG I neu beantragen, gibt's Ausnahmen etc.

Danke für Tipps.

Expertenantwort
von isomatte, Community-Experte für Arbeitsamt, 14

Wenn du von beiden Leistungen beziehst,dann gelten auch beide für dich als Zuständig und du hast dich an die dementsprechenden Regelungen zu halten !

Im SGB - lll ( ALG - 1 ) Bezug darfst du pro Woche nicht auf 15 Arbeitsstunden kommen und hier liegt schon dein erstes Problem,denn dann giltst du nicht mehr als arbeitslos.

Es kann also durchaus sein das dir für diese 3 Tage dann kein ALG - 1 mehr zusteht.

Im SGB - ll ( ALG - 2 ) Bezug sieht es dann mit dem Hinzuverdienst und der Anrechnung anders aus.

Ob dir dann in dem Monat des Zuflusses ( Zuflussprinzip ) deines Lohns auf deinem Konto noch ALG - 2 zusteht oder nicht kann man so pauschal nicht sagen.

Dazu müsste man wissen was du als Aufstockung bekommen hast,was du an Brutto und Netto in den 3 Tagen verdienst hast,wie hoch dein ALG - 1 normalerweise ist,ob du in deiner Wohnung alleine lebst und was du für deine KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ) zahlen musst.

Denn alles was du im ALG - 2 Bezug über 100 € pro Monat verdienst,wird dir zu 80 % auf deine Aufstockung angerechnet ( von 100 € - 1000 € Brutto 20 % Freibetrag ) und von 1000 € - 1200 € Brutto noch mal 10 % Freibetrag.

Aber das hätte bei dir keinen Sinn,denn alles was du im SGB - lll über 165 € zuzüglich Aufwendungen wegen der Beschäftigung verdienen würdest zieht man dir vom ALG - 1 ab und auf 15 Stunden pro Woche dürftest du eh nicht kommen,da sonst keine Arbeitslosigkeit mehr vorliegen würde.

Kommentar von Dani8878 ,

Danke erstmal für dein Feedback. An meinem Fall zeigt sich mal wieder die Absurdität des deutschen Sozialsystems. Wieso einfach, wenn es auch kompliziert geht. Unnötige Fallstricke und am Ende ist man der Doofe.  
Die Tätigkeit habe ich damals dem Jobcenter mitgeteilt und den ganzen Schriftverkehr erledigt. Mein Versäumnis, gebe ich auch zu, war die Absprache mit der Arbeitsagentur. Allerdings ist damals gerade in diesen Tagen ein Elternteil verstorben und ich hatte, so leid es mir tut, was anderes im Sinn als die Arbeitsagentur. Ich habe bereits eine Stellungnahme hierzu abgegeben, wo ich alle damaligen Umständen angegeben habe und auch meiner Meinung nach durchaus § 65 Abs. 1 Nr. 2 SGB I anzuwenden ist. Wir reden hier von einem anrechenbaren Zuverdienst zum ALG I von gerade mal 10 Euro. Ich habe bereits angeboten, Leistungen in angemessener Höhe zurückzuzahlen. Mein Problem werden die 15 Arbeitsstunden, da lag ich ca. 6 Stunden darüber. Bin gespannt was dabei herauskommt.   

Kommentar von isomatte ,

Ich kann dich schon verstehen das dir dein Kopf dann wo anders stand,ich habe das vor Jahren selber durchgemacht und das in einem Monat gleich zweimal !

Es geht ja nicht alleine um deinen Hinzuverdienst im ALG - 1 Bezug,da warst du ggf. nur 10 € über deinen da erlaubten 165 € ohne Anrechnung,im ALG - 2 darfst du aber nur 100 € ohne Anrechnung verdienen.

Also langst du da schon mal min. ca. 75 € darüber und davon standen dir im ALG - 2 Bezug noch mal 20 % Freibetrag zu,also noch mal 15 € dazu.

Du hättest dann 60 € zu viel ALG - 2 Aufstockung bekommen bzw. dann 50 € zu viel,wenn dir von deinem ALG - 1 dann die überschüssigen 10 € über deinen 165 € abgezogen würden,dass würde dann ja wieder dein anrechenbares ALG - 1 verringern und deinen Bedarf bzw.deine Aufstockung erhöhen.

Dein Problem wird in der Tat das überschreiten deiner Stunden sein,dann kommt es eben darauf an ob der Todesfall als wichtiger Grund für dein Versäumen anerkannt wird oder nicht,denn beim Jobcenter hast du es ja deinen Angaben zu folge auch gemeldet,warum also nicht analog auch der Agentur für Arbeit.

Diese Frage könnte dann evtl.kommen,ist kein Vorwurf von mir.

Kommentar von Dani8878 ,

Das alles geschah innerhalb weniger Tage. 2 Tage nach Meldung an das Jobcenter hat mich mein Betreuer darauf aufmerksam gemacht, mit der Agentur wegen dem ALG 1 Rücksprache zu halten. Da ging aber schon die Beschäftigung los und die war nicht um die Ecke, dazu noch Wochenende. Ich wollte die Woche darauf die Sachlage mit der Agentur abklären aber ich kam nicht mehr dazu, da der Todesfall während der Beschäftigung eingetreten ist. In dem gesamten Prozedere ist eben diese eine Meldung bzw. Klärung schlicht vom Tisch gefallen.

Kommentar von isomatte ,

Mir musst du keine Rechenschaft ablegen,wenn du das bei der Agentur für Arbeit gemacht hast und die ein Einsehen haben,dann wird außer der Rückforderung evtl.nichts kommen !

Für ein evtl.nächstest mal,da kannst du die kostenlose Hotline unter 0800 4555500 anrufen,die sind von Mo - Fr von 8.00 - 18.00 zu erreichen.

Antwort
von Taimanka, 11

beste Adresse für diese Themen:

www.tacheles-sozialhilfe.de

Poste es dort, es kommen gute Tipps, ausgezeichnetes Fachwissen, 

bitte   v  o  r  der Anhörung machen. 

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