Frage von Jonas7, 125

Anhaltende Schmerzen im Becken-/Leistenbereich (dringende Hilfe) ?

Schönen Guten Tag, mein Name ist Jonas und bin 18 Jahre alt und habe vor meiner Verletzungspause leidenschaftlich gerne Fußball gespielt.

Mich plagen seit circa schon einem Jahr starke Schmerzen im rechten Becken-/Leistenbereich.

Die genaue Lokalisierung fällt mir sehr schwer da an mehreren Stellen Schmerzen auftreten.

Ich versuche die in den angefügten Bildern deutlich zu machen. Die stärkste Schmerzensquelle ist jedoch die Leiste.

Der Schmerz tritt neben dem vorderen Darmbeinstachel (innen) vor allem in der Streckbewegung beim Laufen auf. Desweiteren habe ich Schmerzen am Oberschenkel außen auf Höhe des Darmbeinstachels/Hosenbundes und im unteren Rücken (werden sehr stark bei Sit-Ups). Angefangen hat es aber mit Schmerzen am Beckenkamm welche erst nach Belastung (Sport) anfingen und dann immer stärker wurden, bis sie alltäglich wurden.

Mir ist bewusst, dass solche Onlinediagnosen meist recht wage sind und es sehr schwer ist ohne MRT oder Behandlung zu urteilen aber ich möchte wirklich keine Option auslassen.

Ich war bereits bei mehr als 5 Orthopäden, habe MRT und Röntgenbilder aber noch keine Diagnose. Es ist mittlerweile echt frustrierend und ich weiß wirklich nicht mehr weiter. Ich hoffe wirklich sehr, dass mir hier jemand helfen kann.

MfG Jonas

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von AngJuli, 71

Hey!

Du hast Recht, Onlinediagnosen sind schwierig, aber andererseits rennt man mit Beschwerden oft jahrelang von Arzt zu Arzt, und die finden auch nicht die Ursache.
Sehr oft hilft es, einfach jemanden zu finden, der etwas Ähnliches hat.
Und das bin in deinem Falle ich.

Was du beschreibst, kann eine ganz einfach Muskelverspannung sein. Die kann man mit keinem bildgebenden Verfahren sehen und die meisten Orthopäden kommen einfach nicht auf soetwas. Wenn man Schmerzen hat, muss etwas "kaputt" sein, und das kann man sehen, ist deren Vorstellung.

Bei dir könnte sich der Musculus Iliopsoas verkrampfen. Dann kann man gerade die Streckbewegung des Beines nicht mehr schmerzfrei ausführen. Vielleicht sind auch weitere Beckenmuskeln betroffen. Durch diese zieht der Ischiasnerv, der das gesamte Bein versorgt. Wenn der durch die Muskelkontraktion gequetscht wird, kommt es zu den ausstrahlenden Schmerzen zum Beispiel im Rücken.

Diese körperliche Veränderung kann mit deiner Verletzung zusammenhängen. Ich weiß ja nicht, was das war, aber es reicht schon, dass man stolpert. Dann spannen sich alle Muskeln an, um einen Sturz zu verhindern und werden danach manchmal einfach nicht wieder richtig locker.

Ich rate dir, geh zu einem Physiotherapeuten, der Osteopathie oder Manuelle Therapie anbietet. Der untersucht dich mit den Händen und kann feststellen, wo Muskeln verhärtet sind. Die Behandlung ist schonend und oft so effektiv, dass es einem sofort danach deutlich besser geht.
Wenn du dich dann weiter locker bewegst, können die Muskeln endlich wieder regelrecht arbeiten und entspannen sich dadurch noch mehr.
Rezept für solch eine Therapie kann ein Orthopäde ausstellen. Wenn das keiner will, bezahl die erste Stunde privat. Die Chance ist wirklich sehr groß, dass dir dadurch geholfen wird. Und wenn da so ist, hast du dem Arzt gegenüber ein gutes Argument, dir doch ein Rezept auszustellen.

Gute Besserung!

Kommentar von Jonas7 ,

Hi, vielen Dank für die schnelle und ausführliche Antwort.

Ja das mit dem von Arzt zu Arzt laufen kenne ich leider nur zu gut.

Ich war vorher immer davon ausgegangen, dass solche Physiotherapeuten immer erst eine Diagnose eines Orthopäden brauchen um mich überhaupt erst behandeln zu können. Deswegen habe ich händeringend nach einer Diagnose gesucht.

Ich werde mich morgen auf jeden Fall erstmal um einen Termin bei einem Physio kümmern.

Du hast mir aber Hoffnung gemacht, dass es sich nicht um etwas Dramatisches handelt :)

Vielen Dank !   

Kommentar von AngJuli ,

Schön, dass ich dir helfen konnte!

Nein, Physiotherapeuten sind selbst Fachleute, und zwar auf Gebieten, von denen wiederum Ärzte nur bedingt Ahnung haben. Ich habe selbst mal 10 Semester Medizin studiert und weiß, dass auch Ärzte nur dann wirklich gut sind, wenn sie wissen, was sie nicht können und einem anderen Fachgebiet überlassen sollten.

Antwort
von SireToby, 44

Es ist ja schon viel gesagt worden-aber ich versuche mich trotzdem noch mal:

-könntest Du mal ein Röntgenbild von der Hüfte oder besser von Deinem Becken posten?

-hat jemand an eine Meralgia parästhetika gedacht? (falls nicht, einfach mal googeln und schauen, ob´s passt)

-hat jemand mal in die Hüfte ein örtliches Betäubungsmittel gespritzt, um zwischen Gelenkschmerzen und anderen Schmerzen zu differenzieren?

-ist eine Leistenhernie ausgeschlossen worden?

Vielleicht ist das ja alles gelaufen, aber ich gehe lieber auf Nummer sicher :-)

Grüße und gute Besserung aus der Orthopädischen Klinik Hessisch Lichtenau, Tobias Radebold

Kommentar von Jonas7 ,

Danke erstmal für ihre Hilfe !

Von den Orthopäden wurden außer Bewegungs- und Rotationstests nichts gemacht.

Die folgenden Links sind Versuche das Röntgenbild (ist schon älter) abzufotografieren:

http://www.bilder-upload.eu/show.php?file=4b1faa-1472594219.jpg

http://www.bilder-upload.eu/show.php?file=2eb304-1472594298.jpg

http://www.bilder-upload.eu/show.php?file=b07608-1472594301.jpg

- Der Orthopäde aus Dortmund (Dr. Büscher, ehm. BVB Teamarzt) hat sich das Röntgenbild ein paar Sekunden angeschaut und eine Beckenverwringung und ein damit verbundenen Beckenschiefstand diagnostiziert, einmal kurz eingerenkt und mir versichert es wär jetzt alles wieder i.O.

- An die Meralgia parästhetika glaube ich eher nicht aber ich kann mich auch irren.

Vielen Dank,

Jonas Funke

Antwort
von KaeteK, 56

Warst du mal bei einem Osteopathen? Hör dich mal in deiner Gegend um. Kann sein, dass deine Kasse Kosten übernimmt...

Gute Besserung und gibt nicht auf...lg

Kommentar von Jonas7 ,

Hi. danke für deine schnelle Antwort. 

Nein bis jetzt nur Orthopäden. Ich bin davon ausgegangen, dass ein Osteopath/ Physiotherapeut erst eine Diagnose bekommen muss um mich behandeln zu können ?

Kommentar von Zazscha ,

Du kannst aber auch einfach deinen Hausarzt fragen, ob er dir Physiotherapie verschreibt..

Antwort
von Zazscha, 56

Hi Jonas, das scheint sich nach einem ganzheitlichen Problem anzuhören. Ich beschäftige mich seit einiger Zeit intensiv mit dem Thema und kann dir schon einmal sagen, dass es ein echt langer Prozess ist, alles wieder in den Griff zu bekommen. 

Mein Rezept dafür ist: Einfach regelmäßig bestimmte Übungen durchzuführen.

Ich arbeite viel mit der Faszienlehre und komme gerade von einer Fortbildung mit dem Thema. Ich zeige meinen Patienten immer diese Video. 

Schau dich mal auf dem Kanal um. Hier zum Verständnis etwas zu den Adduktoren. Guck dir aber auch die hintere Oberschenkelübung auf dem Kanal an, wenn du die jeden Tag machst, wirst du mit  Sicherheit eine Veränderung spüren.

Kommentar von KaeteK ,

Bingo! lg

Kommentar von Jonas7 ,

Hi, erstmal vielen Dank für deine schnelle Antwort !

Bin bei meiner Recherche auch schon auf dein Video gestoßen.

Ich werde die Übung auf jeden Fall regelmäßig machen.

Ich hätte jedoch noch eine kleine Frage: 

Kann ich ergänzend noch irgendetwas tun ? Leiste dehnen ? (hat mir bist jetzt jedoch nur zusätzliche Schmerzen bereitet)

Und ist es hilfreich zusätzlich eine Physiotherapeutin aufzusuchen ?

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